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Konstruktive Gespräche zum Schutzgebietsentwurf

Tägermoos – Bei einem Ortstermin im Tägermoos herrschte weitgehende Einigkeit zwischen der Verwaltung und der Bürgerinitiative zum Schutz der Hybrid-Pappeln. Oberbürgermeister Uli Burchardt hatte zu dem Termin in der letzten Woche eingeladen, um vor Ort den vom Kanton Thurgau vorgelegten Entwurf für das Gebiet Espen Riet im Tägermoos öffentlich zu erörtern.

Zuvor hatte zu dem Thema bereits am 12. Mai ein Gespräch zwischen der Verwaltung, der Bürgerinitiative und den Umweltverbänden stattgefunden.

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Oberbürgermeister Uli Burchardt beim Ortstermin im Tägermoos. (Bild: zvg)

Kanton definiert Schutzbereich
Im Schutzgebietsentwurf des Kantons ist erstmalig ausdrücklich ein etwa 600 Meter langer Alleenschutzbereich zwischen der Ziegelbrücke bis zur Badestelle Kuhhorn definiert. Dieser Bereich umfasst die komplette noch heute bestehende Hybridpappelallee und den Abschnitt mit den nachgepflanzten Schwarzpappeln. Eingriffe in den Alleenschutzbereich sind nur zugunsten der Sicherheit zulässig. Abgehende Hybridpappeln sind durch einheimische Schwarzpappeln oder Espen zu ersetzen.

Hybridpappeln erhalten
Martin Wichmann vom Amt für Stadtplanung und Umwelt stellte bei dem Ortstermin klar, dass die Zielsetzung der Verwaltung darin besteht, den Baumbestand der Hybridpappeln maximal zu erhalten und bei Bedarf lediglich einzelne Bäume zu ersetzen. Dabei werden Schwarzpappeln, abschnittsweise aber auch Eichen nachgepflanzt. Eberhard Klein als Vertreter der Naturschutzverbände sprach sich für das Schutzkonzept des Kantons aus. Die Entnahme von lediglich einzelnen Bäumen sah er kritisch. Christel Thorbecke als Vertreterin der Bürgerinitiative erklärte, dass diese die Allee gerne bis zum Badeplatz fortsetzen würde. Gleichzeitig äußerte sie ihre Enttäuschung darüber, dass der Kanton Thurgau die Alle nicht würdige. Dazu erläuterte Erich Tiefenbacher vom kantonalen Forstamt, dass eine Allee in einem Auenschutzgebiet grundsätzlich eigentlich eher ein Fremdkörper darstelle. Der Kanton möchte jedoch eine Situation schaffen, die möglichst allen Interessen gerecht wird. Ein Vertreter der Landwirtschaft äußerte sich kritisch zu den vom Kanton vorgesehenen Pufferzonen.

Allee nicht überall möglich
Wie schwierig es in der Praxis ist, dem Wunsch der Bürgerinitiative nach einer Fortsetzung der Allee bis zum Badeplatz nachzukommen, zeigte der Ortstermin sehr eindrücklich. Im Gebiet im Tägermoos sind nämlich Flachmoorabschnitte zu finden, die eine Pflanzung von Bäumen nicht zulassen. Einigkeit bestand darin, den Bestand an Bäumen in Richtung Badeplatz zu schützen und die weitere Entwicklung der natürlichen Entwicklung zu überlassen.

Weitgehende Einigkeit
Oberbürgermeister Uli Burchardt konnte am Ende des Ortstermins eine weitgehende Einigkeit zwischen der Verwaltung, der Bürgerinitiative und den Naturschutzverbänden bezüglich der Haltung zum Schutzkonzept des Kantons Thurgau feststellen. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass es in diesem Schritt des Verfahrens um das Schutzkonzept des Kantons Thurgau gehe, aber noch nicht um das Konzept der Pflege und Erneuerung «Tägermoos 2050». Dieses wird zwischen der Verwaltung, der Bürgerinitiative und den Umweltverbänden separat besprochen und entwickelt.

Stellungnahmen im Juli im TUA
Die Verwaltung hatte das gesamte Vorgehen bereits in der Sitzung am 23. Juli im Gemeinderat vorgestellt. Entsprechend dem Vorschlag erfolgte ein Beschluss des  Gremiums. Die Vertreter der Verwaltung unterstrichen, dass sich die Verwaltung exakt auf der Linie des Gemeinderatsbeschlusses bewegt. Das weitere Vorgehen sieht vor, dass die Verwaltung dem Technischen- und Umweltausschuss für die Sitzung am 14. Juli eine Stellungnahme zum Schutzgebiet-Entwurf des Kantons Thurgau vorlegt. Die Sitzungsvorlage enthält auch Stellungnahmen der Bürgerinitiative und der Naturschutzverbände.

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