/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Schöne Quartiere erhalten

Kreuzlingen – Über die städtischen Gebiete Bodan, Emmishofen/Egelshofen und Gaissberg/Wolfacker hat der Stadtrat eine Planungszone erlassen. Es handelt sich um schöne Quartiere mit viel Grün. Überdimensionale Betonriegel sollen sie nicht verschandeln.

Eine Planungszone schützt diese drei Strukturerhaltungsgebiete. (Bild: IDK)

Eine Planungszone schützt diese drei Strukturerhaltungsgebiete. (Bild: IDK)

«Wir wollen nach innen verdichten, dabei aber die Schönheit der Stadt erhalten», beschreibt Ernst Zülle den Spagat, den die Verwaltung in baurechtlichen Dingen oft hinlegen müsse. Er wolle nicht von «Spekulanten» reden, sagt der Bau-Stadtrat, aber es habe in der Vergangenheit Baugesuche gegeben, die für Naserümpfen gesorgt haben – beim Stadtrat wie bei Hausbesitzern, die ihre schönen Quartiere nicht durch einen überdimensionierten aber Rendite bringenden Block zerstört sehen wollen.

Mehr Wohnqualität
«Uns geht es darum, alle Interessen abzuwägen, die von Bauherren und die von Hausbesitzern.» Von ersteren komme die Kritik, dass ihr Land durch diese Einschränkung an Wert verliere. «Auf der anderen Seite steigen Grundstücke im Wert, wenn die Wohnqualität hoch ist», so Zülle. Ihm sei der zweite Wert wichtiger.

An einer Anwohnerinformation seien die Pläne wider Erwarten auf grosse Zustimmung gestossen. Es seien sogar Forderungen laut geworden, die Grenzen der Planungszone weiter auszudehnen. «Wir haben mit mehr Widerstand gerechnet», so Zülle.

Den Plänen liegt eine städtebauliche Quartieranalyse des Kreuzlinger Architekts Christof Baumann zugrunde, berichtet Anthony Sarno, Leiter Stadtplanung. Auch Freiraumplaner Martin Klauser hat sie untersucht. In den drei Gebieten Bodan, Emmishofen/Egelshofen und Gaissberg/Wolfacker seien dieselben Qualitäten zu erkennen. Merkmale wie markante Einzelbäume und Baumgruppen, geschnittene Hecken, grosse Freiräume und Sockelmauern mit schönen Zäunen oder Gartentore zeichnen sie aus. Im kommunalen Richtplan seien die Areale als Strukturerhaltungsgebiete definiert, allerding nicht parzellenscharf.

Gemeinsam haben sie auch, dass sie einem grossen Veränderungsdruck ausgesetzt seien, so Sarno. Den kann man nun kontrollieren: «Unser Ziel ist kein Baustopp, keine Käseglocke, sondern: gehaltvolle Verdichtung zu ermöglichen.» Innerhalb der Planungszone werden neue Bauten und Anlagen nur bewilligt, wenn sie, vereinfacht gesagt, in das Quartierbild passen. Die Ausführung bereits bewilligter Bauten und Anlagen ist gestattet.

Ortsplanungsrevision unterwegs
Gefasst wurden die Pläne im Zuge der Ortsplanungsrevision. Diese sei, so Bau-Stadtrat Zülle, auf dem Weg und soll Ende 2017 vors Volk – wenn alles glatt läuft. «Bis das geschehen ist, gibt die neue Planungszone Schutz. Man muss kein Birkenstockträger sein, um dahinter einen Sinn zu erkennen.»

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