/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Proteste gegen Antenne

Kreuzlingen – Der Verein Strahlungsfreies Kreuzlingen kämpft derzeit gegen eine Leistungserhöhung der Antenne auf dem Hochhaus – und übt massive Kritik am Stadtrat.

Innerhalb von nur zehn Tagen wurden über 500 Unterschriften beidseits der Grenze gegen die, in den Augen der Gegner, massive Leistungserhöhung der Mobilfunkanlage auf dem Hochhaus «Freienegg» gesammelt.

Anlage auf dem «Freienegg». (Bild: sb)

Anlage auf dem «Freienegg». (Bild: sb)

Denn die Swisscom-Anlage werde nicht nur unsere Stadt, sondern auch Konstanz und den Bodensee bestrahlen, schreiben die Initianten. Sie werde mit 35880 Watt ergänzt und damit eine der stärksten im Raum Kreuzlingen sein. Der Verein Strahlungsfreies Kreuzlingen geizt dabei nicht mit heftiger Kritik am Stadtrat: «Die Ignoranz des zuständigen Stadtrates» sei «grenzenlos». Schon am Beispiel ceha habe sich gezeigt, dass «sich der Advokat des Stadtrates jeweils auf die Seite der Mobilfunkbetreiber stellt und mit seinen Stellungnahmen aktiv gegen die Betroffenen vorgeht.» Und weiter: «Die Frage darf gestellt werden, ob es politisch opportun ist, dass der Stadtrat Steuergelder verschwendet, um die eigene Bevölkerung juristisch zu bekämpfen.»

«Einsprachen auf ein Baugesuch werden von unseren Fachspezialisten und unserem Juristen unparteiisch beurteilt», entgegnet Stadtrat Ernst Zülle. «Etwas anderes zu behaupten, ist eine polemische Unterstellung. Wir handeln stets auf Grundlage der gesetzlichen und baurechtlichen Bestimmungen.»

Gesetz fair umsetzen
So sei es zum Beispiel im Falle der Antenne auf dem ceha nicht möglich gewesen, diese zu verhindern, da der Rekurs der Swisscom an das Departement für Bau und Umwelt (DBU) geschützt wurde. Wenn die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschritten werden, würden gesundheitliche Bedenken nicht Stand halten.

Ernst Zülle. (Bild: zvg)

Stadtrat Ernst Zülle. (Bild: zvg)

«Wir verschwenden keine Steuergelder, um gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen», so Stadtrat Zülle. «Ganz im Gegenteil: Unsere Aufgabe ist es, unsere gesetzlichen Grundlagen fair für alle umzusetzen.» Das Problem mit den Strahlenwerten sei ein politisches. Solange die nationalen Räte an den Grenzwerten festhalten, diese sogar noch erhöhen wollen, seien ihnen Hände gebunden. «Gesundheitliche Bedenken muss man ernst nehmen, kann ihnen aber nicht auf kommunaler Eben zum Durchbruch verhelfen», erklärt der Baustadtrat. «Bleiben die schweizerischen Grenzwerte hoch und fordern die Konsumenten immer noch mehr Netzleistung, wird sich die Situation leider nicht ändern.»

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