/// Rubrik: Artikel | Kultur | Region | Stadtleben | Topaktuell

Zehn Jahre Museum Rosenegg

Kreuzlingen – Am Sonntag, 19. Juni, ist um 10.30 Uhr Vernissage der Jubiläumsausstellung mit der Kulturhistorikerin Helga Sandl. Danach gibt es einen Sektempfang im Hof oder bei schlechter Witterung im Torggel. Eine Anmeldung ist erwünscht. Desweiteren werden zwei Führungen mit Judith Vilinger angeboten: am 3. Juli und am 14. August um jeweils 17 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 28. August zu sehen.

Werke der Künstler Markus Brenner und Philippe Mahler eingebunden in die Ausstellung. (Bild: vf)

Werke der Künstler Markus Brenner und Philippe Mahler eingebunden in die Ausstellung. (Bild: vf)

Die Ausstellung beginnt bereits vor dem Gebäude. Auf dem Hof und im Garten sind filigrane Bronzeskulpturen der Künstlerin Ursula Fehr zu sehen: Ikariden heissen die Halbwesen, die in Richtung Himmel streben und dennoch verwurzelt sind. Im Eingangsbereich steht eine grossflächige Glasmalerei von Richard Tisserand, die den Bezug zu den ausgestellten Künstlern deutlich macht: Alle stammen aus der dargestellten Region. Im ersten Raum begegnet man einer Wandtafel von Christian Lippuner, die an Paul Klee erinnern lässt, sowohl in ihrer Farbenvielfalt, als auch der technischen Umsetzung. Diese wird ergänzt durch eine Skulptur, welche beide Komponenten aufgreift und somit spiegelt. Ede Mayer hat den Raum an sich zum Thema gemacht. Ihre Schlichtheit lässt offen, wo man sich befindet und wie man sich beim Betrachten der lichtdurchfluteten Zimmer fühlt. Im Kontrast steht dies zu den Darstellungen von Giancarlo Bolzan, der Teddybären in ein sehr düsteres Licht rückt. Die Gemälde werden im Keller von einem blutigen Plüschbären komplettiert.

Im Keller herrscht allgemein eine andere Stimmung. Hier wurden die Kunstwerke in die ganzjährige Ausstellung von historischen Gegenständen eingebunden. Diese erhalten dadurch einen anderen Charakter, der zum Nachdenken einlädt. Insbesondere die Werke von Markus Brenner, der sich der Flüchtlings- und Terrorthematik auf doppeldeutige Weise nähert, werfen die sie umgebenden Gegenstände der Grenzstation in ein Licht des Unbehagens. Dies lässt sich schnell wieder ablegen, wenn man die zauberhaft anmutenden Skulpturen von Judit Villinger im Flur des ersten Stockwerks in ihrer Winzigkeit bestaunt. Weiter begegnet man hier Gemälden von Philippe Mahler, der alltägliche Dinge – von grossen Tafeln, bis zu einem Stück Seife – in ihrer Schlichtheit darstellt, um dem Rezipienten die Interpretation und Wirkungsweise zu überlassen. Zudem sind hier neben Othmar Eders in Lissabon gefertigten Zeichnungen Darstellungen der Pflanzenwerke von Matthias Holländer zu sehen, deren undurchdringbares Chaos dennoch einer rhythmischen Ordnung unterworfen ist. Betritt man von dort den Altbau des Museums, heisst es: Finde die Kunstwerke. Geschickt wurden diese in das Heimatmuseum integriert, teilweise fast nicht zu entdecken.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Philippe Mahler, der sich freut, dass alle von ihm angefragten Künstler zugesagt haben: «Wir hätten gerne noch mehr mit aufgenommen, aber bei zehn war einfach Schluss.» Museumsleiterin Heidi Hofstetter, die das Haus noch als Schule aus der Lehrerperspektive kennt, lobt die sehr schöne Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Einen Teil der Werke kann man bereits in unserer Bildergalerie begutachten.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.