/// Rubrik: Polizeimeldungen | Topaktuell

Kein «Versöhnungssex»

Frauenfeld – Im März 2009 sperrte der Diessenhofener Y. C. seine damalige Kreuzlinger Freundin H.L. in ihrer Wohnung ein, schlug sie mehrmals und drohte ihr mit einem Messer «ihr Gesicht derart zu verstümmeln, dass sie nie wieder jemand anschaue.»

Symbolbild. (Bild: Gabriele Remscheid/pixelio.de)

Symbolbild. (Bild: Gabriele Remscheid /pixelio.de)

Dafür wurde er verurteilt, als nicht erwiesen sah es das Gericht in erster Instanz jedoch an, dass der bullige Türsteher die Frau danach zum Geschlechtsverkehr gezwungen habe. Der Diessenhofener sprach von «Versöhnungssex», die Staatsanwaltschaft vom Tatbestand einer Vergewaltigung. Der Bezirksrichter entschied «im Zweifel für den Angeklagten», da sich die Geschädigte nicht physisch gewehrt habe. Staatsanwältin Corina Stark liess den Freispruch in dieser Sache nicht auf sich beruhen und ging in Berufung (wir berichteten). Das Obergericht des Kantons Thurgau sieht es nun als erwiesen an, dass der Geschlechtsverkehr nicht einvernehmlich war und hat Y.C. wegen Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, der mehrfachen einfachen Körperverletzung, mehrfachen Drohung, Veruntreuung, des Betrugs und der Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewilligung zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren sowie zu einer unbedingten Geldstrafe von 210 Tagessätzen à 100 Franken verurteilt.

Kurze Zeit nachdem der Beschuldigte dem Opfer den Kiefer gebrochen und ein Messer an den Hals gehalten hat, «konnte er nicht im Ernst annehmen, H.L. sei mit dem Geschlechtsverkehr einverstanden gewesen», schreibt das Kantonsgericht in ihrem Urteil. Dieses ist noch nicht rechtskräftig, der Fall wird nun vor dem Bundesgericht verhandelt.

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