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Zeitgenössische Kunst an exponierter Lage

Salenstein – Fast zeitgleich zur Sommersonnenwende eröffnete «The View» am 18. Juni mit international renommierten Kunstschaffenden ihre Sommerausstellung. Die etwas anderen Räumlichkeiten unter Tage – ein umgenutztes Wasserreservoir, ein Zivilschutzbunker und ein militärischer Unterstand aus dem Kalten Krieg – wurden mit zeitgenössischer Kunst erneut zum Leben und Kunstraum erweckt.

Gastbeger Dierk Maas. (Bild: zvg)

Gastgeber Dierk Maas. (Bild: zvg)

Die Künstler Martin Walde, Björn Schülke, Boris Petrovsky sowie die Künstlerin Martina Lauinger führten an der Vernissage am 18. Juni persönlich durch die Räumlichkeiten. Die diesjährige Ausstellung zeigt Exponate wie Hallucigenias, fragile skulpturale Glasgefässe von Martin Walde. Hallucigenia ist eine ausgestorbene Tiergattung, die im Kambrium – vor 500 Mio. Jahren – den Boden der Ozeane bewohnte. Martin Waldes künstlerische Unternehmungen sind geprägt von der Natur, vom Geheimnisvollen und von seiner Neugierde.

Fahrend auf Rädern, dreht sich der «Defender» von Björn Schülke um sein eigenes Selbst. Erforscht oder verteidigt die kinetische Skulptur den Zivilschutzraum oder ist sie gar ein Eindringling? Boris Petrovsky präsentiert mit «Ouroboros» einen Zug ohne Anfang und Ende – eine mediale Neuinterpretation des altägyptischen Symbols einer Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beisst und so mit ihrem Körper einen geschlossenen Kreis bildet. Die Künstlerin Martina Lauinger zeigt «Knoten», «Chromosomen», «Paare» sowie «Gruppen» und verarbeitet in ihren Stahlplastiken Lebensthemen wie Geschlechterfragen, soziale Beziehungen, Gentechnik sowie die Dualität von Norm und Abweichung. Einige der Werke wurden eigens für die Ausstellung konzipiert und umgesetzt.

An der Vernissage. (Bild: zvg)

An der Vernissage. (Bild: zvg)

Vernissage war gut besucht
Bei strahlendem Sonnenschein begrüssten Gastgeber Dierk Maass und Laudator
Dr. Albert Kümmel-Schnur über 100 der geladenen Gäste zur Vernissage an der Fruthwilerstrasse 14 in Salenstein. Kümmel-Schnur verglich die Besichtigung der Räume mit einer Reise in unterschiedliche Mikrokosmen. Er sprach von starken Angeboten, mit denen die Kunst arbeiten kann, aber auch muss. «Die Räume sind hier keine «white cubes», die sich neutral dem Gestaltungswillen beugen; sie sind widerständig und verlangen starke Gesten», so Kümmel-Schnur. Des Weiteren setzte er das Reisen mit dem Erzählen gleich, «weil die Bewegung des Körpers im Raum diesen Raum überträgt in eine Sequenz – eine Abfolge von Momenten». «Diese können motorisch oder sensoriell, aber auch geistig oder psychisch sein, meist sind alle diese Erfahrungsdimensionen miteinander verknüpft», ergänzt Kümmel-Schnur.

Werk von Boris Petrovsky. (Bild: zvg)

Werk von Boris Petrovsky. (Bild: zvg)

Vom 19. Juni bis 30. September ist die Ausstellung jeweils freitags und samstags von 11 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen sind auch ausserhalb der Öffnungszeiten auf Voranmeldung unter Telefon 071 669 19 93 oder info@the-view-ch.com möglich. Die Ausstellung ist aufgrund der dezentral gelegenen Räumlichkeiten und der bewusst gewählten persönlichen Gästebetreuung nur geführt zu besichtigen.

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