/// Rubrik: Sport | Topaktuell

Wasserballer müssen durchs Viertelfinal

Wasserball – Die Kreuzlinger Wasserballer haben am Wochenende einen grossen Schritt Richtung Playoffs getätigt. Am Freitag gewann man gegen Aufsteiger Carouge. Am Samstagabend fand der potenzielle Vorentscheid für die Halbfinal-Qualifikation im Hörnli statt. Durch das Unentschieden gegen Erzrivale Lugano muss der SCK nun doch den Umweg übers Viertelfinal nehmen. (Matthias Frese)

Wasserball_2016_2Der SC Kreuzlingen steht vor der Aufgabe den direkten Halbfinal-Einzug in den letzten drei Begegnungen zu bewältigen. Die Ausgangslage sah bis Samstagabend kritisch aus, denn fünf Punkte inklusive eines Triumphes gegen Horgen mussten gesammelt werden, um den zweiten Rang hinter Lugano zu sichern.

Kräfteschonend gegen Carouge
Die erste Hürde stand am Freitag mit dem Vorletzten Carouge Natation bevor. Kreuzlingen war schon vor Anpfiff klarer Favorit, weshalb ein Pflichtsieg zu erwarten war. Man wurde seiner Rolle gerecht und setzte sich bis zur Halbzeit mit 7:2 Toren ab. Im Hinblick auf die Partie gegen Horgen am Folgetag verringerten die Thurgauer daraufhin ihr Tempo, liessen gleichwohl nicht zu, dass der Aufsteiger noch gefährlich werden konnte. So endete das Spiel mit 15:9 für Kreuzlingen.

Geschlossen zum Sieg
Das vermeintlich wichtigste Match fand am Samstagabend im Hörnli gegen Titelverteidiger Horgen statt. Damit sich die Chancen des SCK auf das direkte Halbfinal verbessern, mussten unbedingt zwei Punkte gewonnen werden. Sichtlich energisch starten die Gastgeber, um ihr Ziel zu erreichen, denn nach nur vier Minuten stand es bereits 3:1. Kreuzlingen konnte das Team vom Zürich-See über weite Teile der Partie auf dem ganzen Feld unter Druck setzen, wodurch die Gäste nicht selten Nerven zeigten. Darüber hinaus schaffte man es den Gegner ständig mit mindestens einem Tor auf Abstand zu halten. 8:6 stand es zur Halbzeit, doch die grosse Entschlossenheit forderte von den Kreuzlinger Spielern viel Energie. Im dritten Viertel konnte man die Führung noch auf 9:6 ausbauen, allerdings erstarkten die Horgener in den letzten Minuten. Der SCK erzielte nur noch ein Tor, wohingegen der SC Horgen immer wieder vor das Kreuzlinger Tor gelangte. Besonders Centerback Keller blühte dabei auf und wehrte quasi im Alleingang drei Angriffe in Folge ab. Durch die starke gemeinschaftliche Leistung der Thurgauer konnte der Titelverteidiger bis zum Abpfiff nur noch zum 10:9 aufschliessen.

Eine wichtige Partie stand für den SC Kreuzlingen bevor. Ein Triumph über den Widersacher aus dem Tessin hätte den direkten Einzug in das Halbfinale bedeutet. Diese Option haben sich die Thurgauer erst gestern ermöglicht, indem sie den SC Horgen knapp mit 10:9 schlugen. Doch für das Halbfinal mussten eben im letzten Spiel nochmal zwei Punkte her.

Krimi bis zur letzten Sekunde
Die Kreuzlinger waren hoch motiviert ihren Plan umzusetzen. Anfänglich kam es zu einem ständigen Schlagabtausch zwischen den Kontrahenten, jedoch waren die Luganesi in der ersten Halbzeit die leicht überlegenere Mannschaft. Nach einem 2:4 aus Kreuzlinger Sicht im ersten Viertel konnte Lugano auch zwischenzeitlich auf ein 4:7 davonziehen. Zur Halbzeit lag der SCK 6:8 im Rückstand, allerdings bewirkte eine kleine Ansprache von Coach Roehl, dass sich die Spieler ein Herz fassten und einen weiteren Gang zulegten. Dadurch gelang im dritten Viertel kurzzeitig der Ausgleich, im letzten Abschnitt konnte sogar das Match gedreht werden. Kreuzlingen ging nach drei Toren in Folge mit 11:9 in Führung. Die Partie wurde mittlerweile immer emotionaler, was in einer kurzen Handgreiflichkeit gipfelte, wobei Luganos Center Marino mit einem definitiven Ausschluss des Spiels verwiesen wurde. Die Thurgauer waren zu diesem Zeitpunkt das bessere Team, dennoch waren sie nicht im Stande den Vorsprung auszubauen. Vielmehr schafften die Gäste das 11:10. Obendrein konnte wegen eines Fehlentscheids der Schiedsrichter die Kreuzlinger Führung 18 Sekunden vor Abpfiff mit einem Penaltytor egalisiert werden. Der Wettstreit war damit noch nicht beendet. Zwei Sekunden standen auf der Uhr. Joel Herzog, der schon zuvor stark aufspielte, verwandelte aus sechs Metern nach einem Foul zum 12:11, doch mit einem fragwürdigen Beschluss seitens der Unparteiischen wurde das Tor nicht anerkannt. So trennten sich die beiden Clubs mit 11:11.

Beginn der Playoffs am Donnerstag
Obwohl der SC Kreuzlingen dieses Wochenende ausserordentlich gut auftrat, muss er trotzdem den Umweg durch das Viertelfinal nehmen. Horgen wird voraussichtlich sein letztes Match gegen SP Bissone gewinnen, womit er punktgleich mit dem SCK wäre. Beide Mannschaften haben in der direkten Begegnung drei Punkte, dahingegen hat Horgen daraus das bessere Torverhältnis. Deswegen dürfen Letztere direkt ins Halbfinal. Im Viertelfinal steht den Ostschweizern der SV Basel gegenüber, der keine schwere Aufgabe sein sollte. Ab den Semifinals wird es härter. Dort wird Titelverteidiger Horgen auf Kreuzlingen warten. Wenig Pause steht den Kreuzlingern zur Verfügung, denn die Playoffs beginnen bereits kommenden Donnerstag. Gleichwohl haben sie durch ihre gemeinsame Leistung gestern und heute gezeigt, dass sie schon auf Playoff-Niveau sind. Sie dürfen nur nicht zu früh ihre ganzen Kräfte verschwenden.

In der ersten Partie der Zwischenrunde darf der SC Kreuzlingen Heimrecht geniessen.

Donnerstag, 30. Juni, 21 Uhr, SV Basel – SC Kreuzlingen
Samstag, 2. Juli, 20.30 Uhr, SC Kreuzlingen – SV Basel
(eventuell Dienstag, 5. Juli, 20.30 Uhr SC Kreuzlingen – SV Basel)

 

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.