/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Eine Krone für das Zentrum

Kreuzlingen – Um dem geplanten Neubau des Stadthauses Steine aus dem Weg zu räumen, präsentiert die CVP «Korona 2025». Die Vision beinhaltet bezahlbare Wohnungen für jung und alt, eine parkähnliche Anlage mit Spielplatz und Gewerbe im Erdgeschoss an der Marktstrasse. Im jetzigen Stadthaus könnte eine Kita einziehen.

(V.l.) Stephan Marty, Alfredo Sanfillipo und Walter Schmid vor dem Signerbrunnen hinter dem jetzigen Stadthaus an der Marktstrasse. (Bild: sb)

(V.l.) Stephan Marty, Alfredo Sanfilippo und Walter Schmid vor dem Brunnen des Künstler Roman Signer hinter dem jetzigen Stadthaus an der Marktstrasse. (Bild: sb)

«Wir stehen voll hinter dem Neubau des Stadthauses», verdeutlichte CVP-Gemeinderat Walter Schmid anlässlich der Vorstellung des Positionspapiers seiner Partei die Motivation hinter dieser Einmischung. Zentrales Anliegen der Idee ist es, die sich im Vermögen der Stadt befindenden Grundstücke an der Markststrasse plus das bestehende Stadthaus einer sinnvollen Nutzung zukommen zu lassen. Denn was hier geschehen soll, sei vielen in der Bevölkerung nicht klar. «Deswegen wissen sie nicht, ob sie einem neuen Stadthaus zustimmen können», erklärt Schmid. «Wir machen uns schon lange darüber Gedanken, wie wir das Zentrum beleben können. Unser Vorschlag kam im Parteivorstand an.» Er folge den drei Leitmotiven der CVP, die «Bauen und Entwickeln», «Zentrumsgestaltung» und ein «Solidarisches Miteinander» beinhalten.

Altersdurchmischung wichtig
«Das hier ist ein idealer, zentraler und dennoch ruhiger Ort in Kreuzlingen», beschreibt CVP-Gemeinderat Alfredo Sanfilippo die Lage hinter dem bestehenden Stadthaus. «Alles ist in der Nähe: Einkaufen, Schule, Ärzte, Restaurants. Gut zum leben, aber manchmal zu ruhig.» Die Mischung aus Wohnen und Gewerbe soll hier am Boulevard einen nötigen «Strukturwandel» ankurbeln, erhofft sich Sanfilippo . Als Träger stellen sich die Ideengeber der CVP eine Genossenschaft vor. Dieser könnte die Stadt ihre Grundstücke im Baurecht vergeben. Günstige Mieten für Senioren und jungen Familien, aber auch für die langfristige Ansiedelung von Ladenlokalen sei das Ziel.

Vogelperspektive aufs Gelände. (Bild: zvg)

Vogelperspektive aufs Gelände. (Bild: zvg)

Chance für den Boulevard
Der Plan umfasst zwei Baukörper, die Parkplätze sollen unter die Erde kommen und auch öffentliche beinhalten. Der westliche Bau ist drei, der östliche vier oder fünf Geschosse hoch, mit 1,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen. «Die Gebäude sind dem Lichteinfall gerecht angeordnet», erklärt CVP-Vorstandsmitglied Stephan Marty. «Im Erdgeschoss an der Marktstrasse hat es Platz für Gewerberäume. Und warum nicht eine Kita im jetzigen Stadthaus?»

Marty, Sanfilippo und Schmid sehen das Positionspapier als Anstoss, als «Steilpass» für den Stadtrat. Vielleicht sogar für die bereits gegründete Wohnbaugenossenschaft der SP. «Uns ist egal, von welcher Partei eine mögliche Genossenschaft letztlich kommt», sagen sie. «Hauptsache, der Zweck stimmt.»

Das Positionspapier «Korona 2025» zum Download.

Erste Reaktionen aus dem Rathaus sind jedenfalls positiv: Ein «konstruktiver Beitrag», lobt Stadtpräsident Andreas Netzle. Das relativ grosse Gebiet entlang der Marktstrasse habe für die Zentrumsentwicklung eine grosse Bedeutung. Deshalb will die künftige Nutzung gut überlegt und auch mit den gesellschaftspolitischen Zielen der Stadt abgestimmt werden. «Ich bin überzeugt, dass hier in diesem Quartier dank dem möglichen Wegzug der Stadtverwaltung etwas Neues, Zukunftsweisendes entstehen kann – wie es die ‹Korona› als Möglichkeit aufzeigt», schreibt der Stadtpräsident.

Update 30. Juni: Aus dem Rathaus heisst es, dass die Vision «Korona» selbstverständlich nicht mit in die Botschaft zum neuen Stadthaus aufgenommen werde. Inwieweit sie auf diese Weise irgendeine Verbindlichkeit entwickeln soll, darf also angezweifelt werden.

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