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Schwung fürs Leben gefunden

Kreuzlingen – In «Swing it Kids» wird das Innenleben der Ostschweizer Ausnahme-Big-Band «Swing Kids» beleuchtet. Im Open Air Kino Kreuzlingen wurde die Langzeitdokumentation der talentierten Jugendlichen samt Ohrprobe vorgeführt.

Vor der Vorführung der Dokumentation zeigten die «Swing Kids» ihr musikalisches Können. (Bild: ek)

Vor der Vorführung der Dokumentation zeigten die «Swing Kids» ihr musikalisches Können. (Bild: ek)

«Freude rüberbringen, darum geht’s in der Musik», erklärt Bandleader Dai Kimoto seine Philosophie in der Dokumentation «Swing it Kids». Sein Sohn und Filmemacher Fabian Kimoto begleitete die ausschliesslich aus Jugendlichen bestehende Ostschweizer Big-Band über mehrere Jahre hinweg bei ihren Tourneen in Argentinien und Japan. Entstanden sind lebensechte und intime Einblicke in die eigentlich für Musikprofis gedachte Lebenswelt der Pubertierenden.

Bewegtes Publikum
Dass Dai Kimoto es schafft, seine Einstellung zur Musik zu übertragen, wird spätestens bei den Aufnahmen des Publikums sichtbar. Da wippt die Hüfte des Grillmeisters aus Argentinien zur Jazzmusik mit und die japanische Oma verdrückt einige Tränen, wenn die Band ihr Mitgefühl zur Katastrophe von Fukushima mit Tönen Form verleiht. So gibt es nicht nur eine Reihe an musikalisch mitreissende Momenten, sondern auch viele menschlich berührende Stellen in der 81-minütigen Dokumentation. Für den Zuschauer wir aber der enorme Leistungsdruck ersichtlich, unter dem die Jugendlichen stehen. Neben Familie, Schule und Freunden müssen sie genügend Zeit zum Proben finden, um den hohen Ansprüchen des Profi Trompeters Dai Kimoto gerecht zu werden.

«Ohne die Swing Kids wäre ich ein 0815-Typ geworden», rekapituliert Tenorsaxophonist Flavio. Dem neunjährigen Ausnahmetalent Ayleen, welche 150 Songs in einer Woche verinnerlicht, ist das egal. Sie will während der zweiwöchigen Japantour einfach nur zurück zu ihrem Vater. «Es ist in Ordnung, dass sie jetzt noch nicht merken, wie wichtig diese Auftritte für ihre Persönlichkeitsentwicklung und ihr Selbstvertrauen sind», begründet der Romanshorner Kimoto sein Perfektionsstreben, welches den Jugendlichen Reisen um die Welt ermöglicht.
«Das Schlimmste an den Swing Kids ist das Ende», resümiert «Veteran» Nico, der am Ende des Films aufgrund seiner 18 Jahre aus der Big-Band-Familie aussteigen muss.

Open-Air-Kino
«Swing it Kids» samt Orchester, sind auch noch in Arbon bzw. Wil zu sehen. Und das Open Air Kino Kreuzlingen zeigt noch bis zum 31. Juli täglich aktuelle Filme.

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