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Bürgerinitiative feiert erfolgreiches Ende

Tägermoos – Die deutsch-schweizerischen Pappelschützer feiern den Erhalt der Allee im Tägermoos heute Freitag, 22 Juli, 18 Uhr, am Kuhhorn. Gleichzeitig blicken sie zurück: Mittlerweile ist eine Dokumentation erhältlich, die den Einsatz der Bürgerinitiative dokumentiert.

Engagiert hat die Bürgerinitiative (hier beim Protestmarsch im Februar 2015) gegen den Kahlschlag am Seerhein gekämpft (kl. Bild). (Bilder: S. Böker)

Engagiert hat die Bürgerinitiative (hier beim Protestmarsch im Februar 2015) gegen den Kahlschlag am Seerhein gekämpft (kl. Bild). (Bilder: S. Böker)

Die Stadt Konstanz schliesst sich dem von der Schweiz geforderten Schutzkonzept für das Tägermoos an. Das beschloss der Technische und Umweltausschuss der Nachbarstadt vergangene Woche einstimmig. Die Bürgerinitiative, welche über ein Jahr für den Erhalt der dortigen Pappelallee kämpfte, erklärt damit ihren Einsatz für beendet. Einige Mitglieder werden weiterhin in einer Kommission zum Pflegekonzept der Bäume vertreten sein, schreibt Initiantin Christel Thorbecke auf Anfrage. Man habe viel erreicht. «Offen geblieben ist aber die Frage nach dem ‹Warum?› dieser sinnlosen und dramatischen Massnahme», so Thorbecke. «Jeder Mensch, der zum ersten Mal das Schlachtfeld betrat, hat sich diese Frage gestellt.» Im Februar 2015 hatte die Stadt 41 angeblich kranke Bäume abgeholzt. Dann erwirkten die Aktivisten einen Fällstopp (wir berichteten).

Für die Thurgauer Schutzanordnung sei man dankbar, hoffe aber, dass ein – übrigens auch vom WWF Schweiz gefordertes – Verbot von Gruppenfällungen von bis zu zehn Bäumen in den Text übernommen wird. Ausserdem wünsche man sich eine Verlängerung der Allee von der Galgenbrücke bis zum Ziegelhof.

Pappeln_KahlschlagWer sich dafür interessiert, welche unglaublichen Anstrengungen nötig waren, um 14 Bäume vor der Säge zu retten, wird in einer reich bebilderten Broschüre fündig, welche ab sofort von der Bürgerinitiative bezogen werden kann. Ausgehend von einer Infoveranstaltung im Februar formierte sich eine Bewegung, die sich schliesslich wöchentlich traf und über 6300 Unterschriften online und von Hand sammelte. Von Protestmärschen über Aktionen an der Fasnet und Infoständen bis zu kulturellen Veranstaltungen am Seerhein liessen die wütenden Bürger keine Möglichkeit aus, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.

Ein anderes Land
Lob erhält indes die Kreuzlinger Stadtverwaltung, welche kostenlos Plakate auf dem Boulevard für den guten Zweck aushängte. Und auch sonst findet die deutsche Autorin von «Was war los im Tägermoos?» nette Worte für Schweizer Behörden und Institutionen: «Jedes Mal bin ich von Neuem erstaunt, wie freundlich und offen die Menschen darin mit ihren Bürgerinnen und Bürgern umgehen. Die Schweiz ist ein anderes Land. Warum aber hat sie diesen Baumfrevel in ihrem Land zugelassen?»

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