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Transporträder für alle

Konstanz – Transporträder sind stark im Kommen. Unsere Nachbarstadt zeigt sich auf der Höhe der Zeit und startet am Freitag mit einem öffentlichen Mietsystem für die starken Drahtesel. 24 Lastenvelos stehen ab 29. Juli an mindestens zwölf Standorten zur automatisierten Miete bereit.

Zwei Lastenvelos werden angeboten. (Bild: zvg)

Zwei Lastenvelos werden angeboten. (Bild: zvg)

Grosseinkauf mit dem Velo? Getränkekisten auf zwei Rädern nach Hause strampeln? Und das noch mit Kindern? Alle, die sich das nicht so richtig vorstellen können, will die Stadt Konstanz mit einem deutschen Pilotprojekt vom Gegenteil überzeugen und bietet für Unternehmungen, bei denen bislang häufig das Auto zum Einsatz kam, eine attraktive Alternative: Für mindestens zwei Jahre stehen die Transporträder rund um die Uhr zur Verfügung. Das Pilotprojekt soll umweltfreundliche Mobilität steigern und wird wissenschaftlich ausgewertet, um anderen Gemeinden ein Beispiel zu geben.

Und so geht’s: Jedes Rad hat einen Bordcomputer, der das Fahrradschloss nach Eingabe eines Codes freischaltet. Die erste Stunde ist gratis. Danach wird ein Euro pro weitere halbe Stunde Gebühr fällig. Der Maximalpreis pro 24-Stunden-Miete beträgt neun Euro. Unter tink.bike/konstanz kann man sich registrieren, eine Einzugsermächtigung geben und den Code für die Räder buchen (die Seite geht bis zur Eröffnung am Freitag online, verantwortlich dafür zeichnet das Konstanzer Velofachgeschäft «fahrradspezialitaeten», welche die Räder auch in Stand hält ). Freie Räder werden angezeigt. Die Registrierung als neue Nutzerin oder Nutzer ist kostenlos. Rückgabe der Fahrräder ist an jeder Station möglich.

Es gibt auch die Möglichkeit, bei «fahrradspezialitaeten» einen Chip gegen ein geringes Pfand zu erstehen. Mit diesem kann man auch ohne Buchung einfach ein freies Rad an einer Station nehmen. Eine App harrt derweil noch der Bewilligung.

Stationen hat es unter anderem am Bahnhof, am Döbele, am Petershauser Bahnhof oder am Fristo Getränkemarkt.

Unterwegs mit dem Sprudelflitzer. (Bild: zvg)

Unterwegs mit dem Sprudelflitzer. (Bild: zvg)

Ein zweirädriges Transportrad mit Platz für zwei Getränkekisten, Zuladung bis 80 Kilogramm, und ein Dreirädriges sogar mit Platz für vier Getränkekisten, Zuladung bis 100 Kilogramm, stehen zur Verfügung. Jedes Rad verfügt über eine leichtgängige Achtgang-Schaltung und einen höhenverstellbaren Sattel. Im Zweirad können zwei Kinder bis sechs Jahren mitgenommen werden, im Dreirad sogar bis zu vier Kinder. Die wegklappbaren Kindersitze verfügen über Sicherheitsgurte.

Das TINK (Transportrad Initiative Nachhaltiger Kommunen) Mietsystem startet am Freitag, 29. Juli, 11.30 Uhr, bei der neuen Mietradstation Bürgerbüro an der Unteren Laube. Oberbürgermeister Uli Burchardt, Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn und Ines Bockhardt vom Umweltbundesamt geben das Startklingeln für das neue Mobilitäts-Angebot. Danach werden die Velos in einem Korso zu den Mietstationen gefahren.

In der Schweiz gibt es schon vier ähnliche Pilotprojekte mit Elektrobikes, in Basel, Bern, St. Gallen und Vevey.

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