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Zwei Jokertage und längere Weihnachtsferien

Thurgau – Für knapp 29'000 Thurgauer Schülerinnen und Schüler beginnt am Montag ein neues Schuljahr an der Volksschule. Das sind rund 0,7 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Die Besetzung der Lehrpersonenstellen verlief auch dieses Jahr problemlos.

Die Thurgauer Volksschule ist bereit für den Schulbeginn vom kommenden Montag, das die Botschaft von Beat Brüllmann, Chef Amt für Volksschule, (links) und Felix Züst, Präsident des Verbandes der Thurgauer Schulgemeinden.

Die Thurgauer Volksschule ist bereit für den Schulbeginn vom kommenden Montag, das die Botschaft von Beat Brüllmann, Chef Amt für Volksschule, (links) und Felix Züst, Präsident des Verbandes der Thurgauer Schulgemeinden. (Bild: zvg)

Mit einem Plus von rund einem Prozent steigen die Schülerzahlen am stärksten in der Primarschule. Diese Entwicklung setzt sich auch für die kommenden Jahre fort. Nach Jahren des Wachstums stabilisieren sich die Zahlen im Kindergarten wieder auf hohem Niveau. Rund 2600 Kinder werden zum ersten Mal ihren orangen Kindergartenbändel tragen. Das sind etwa 150 weniger als im Vorjahr. Für die Sekundarstufe ist nochmals ein geringer Rückgang um knapp ein Prozent zu verzeichnen. Für die kommenden Jahre kündigt sich dann auch dort ein bescheidenes Wachstum an.

«Insgesamt werden sich die Schülerzahlen in den kommenden Jahren auf dem heutigen Niveau halten», so die Prognose von Beat Brüllmann, dem neuen Chef des Amts für Volksschule. Das sei allerdings nur der Blick über den ganzen Kanton. Je nach demographischer Struktur und Standort sehe die Situation in den einzelnen Schulgemeinden sehr unterschiedlich aus, von einem starken Anstieg bis zu weiterhin rückläufigen Zahlen. Eine Möglichkeit mit diesen Herausforderungen umzugehen, liege in der Schaffung grösserer Strukturen, z. B. durch institutionalisierte Zusammenarbeit mehrerer Schulgemeinden oder die Bildung von Volksschulgemeinden.

Im vergangenen Schuljahr verzeichneten die Schulgemeinden rund 3200 Anstellungen von Klassen- und Fachlehrpersonen. Dahinter stehen circa 2100 Vollzeitäquivalente. Das entspricht einem Anstieg von rund einem Prozent. Dieser Wert ergibt sich aus den ebenfalls leicht gewachsenen Schülerzahlen. Die Besetzung der Lehrpersonenstellen war auch dieses Jahr unproblematisch. Bis auf einzelne Stellen im Bereich der Heilpädagogik und wenige kleinere Pensen waren bereits vor den Sommerferien alle Stellen besetzt.

Für Felix Züst, Präsident des Verbands der Thurgauer Schulgemeinden, befinden sich die Schulgemeinden in einer erfreulichen Situation: «Offene Stellen lassen sich zurzeit mit gut ausgebildeten und motivierten Lehrpersonen besetzen.» Auch die Schulleitungsstellen konnten besetzt werden. Der Arbeitsmarkt für Lehrpersonen funktioniert auch aus Sicht der Abgängerinnen und Abgänger der Pädagogischen Hochschule Thurgau. Grösstenteils haben sie eine Anstellung nach ihren Vorstellungen gefunden, rund zwei Drittel davon im Kanton Thurgau.

Die Schulgemeinden beschäftigen sich derzeit intensiv mit Fragen eines guten und lebensdienlichen Unterrichts. Ein Ausgangspunkt dafür ist die geplante Einführung des neuen Lehrplans Volksschule Thurgau. Der neue Lehrplan zielt darauf ab, die Schülerinnen und Schüler an zentrale Kompetenzen heranzuführen und nimmt dabei konkreten Bezug auf aktuelle Herausforderungen z. B. im Bereich der Medien und Informatik. Die Vernehmlassung zum neuen Thurgauer Lehrplan stiess auf viel Interesse. Derzeit sind die zuständigen Stellen damit beschäftigt, die Stellungnahmen auszuwerten und allfälligen Anpassungsbedarf abzuleiten.

Mit dem neuen Schuljahr treten zwei organisatorische Neuerungen in Kraft. Jede Schülerin und jeder Schüler kann ab sofort ohne Angabe von Gründen an zwei «Jokertagen» dem Unterricht fern bleiben. Die Weihnachtsferien dauern ab diesem Schuljahr immer zwei ganze Wochen.

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