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Fischer nehmen’s sportlich

Kreuzlingen – Heute, Freitagabend, ab 18 Uhr werden im Vereinslokal der Kreuzlinger Sportfischer an der Promenadenstrasse 38 wieder ganze Chretzer gebacken und Fisch-Knusperli frittiert.

Hafenmeister Josef Hess (l.) und Alfredo Sanfilippo degustieren vorab schon einmal Hecht-Knusperli und gebackene Chretzer. (Bild: ek)

Hafenmeister Josef Hess (l.) und Alfredo Sanfilippo degustieren vorab schon einmal Hecht-Knusperli und gebackene Chretzer. (Bild: ek)

Angefangen hat alles mit vier Festbänken und zu viel gefangenen Chretzern. Vor 56 Jahren wurde das erste Sportfischerfest des Sportfischervereins Kreuzlingen ausgetragen. Heute können und dürfen die Sportfischer nicht mehr genug Chretzer fangen, um die hungrigen Besucherscharen selbstständig zu versorgen. Für das Sportfischerfest heute und morgen Samstag, 20. August, wurde deshalb frühzeitig nach Alternativen Ausschau gehalten.
Rund 3200 Portionen Fisch gehen jeweils über die mit eigenen Dekorationen versehenen Tische. Doch nicht nur die Berufsfischer merken einen Rückgang beim Fangertrag, auch bei den Sportfischern beissen immer weniger Felchen und Egli an. «Unser Anspruch ist, unseren Gästen frisch zubereiteten Fisch servieren zu können», erklärt Alfredo Sanfilippo, Präsident der Kreuzlinger Sportfischer.

Darum muss auch dieses Jahr wieder frischer Fisch hinzugekauft werden. Da der lokale Berufsfischer keinen Fisch liefern wird und ein Auslassen des Sportfischerfestes für den Verein keine Option ist, musste Mitglied Jean Müller sein Beziehungsnetz weiter weg auswerfen. Der Egli bzw. die Barsche, wie sie in Deutschland heissen, sind aus Mecklenburg Vorpommern bestellt. Auch der Grossteil der Felchen wird aus dem Ausland kommen, ob Irland, Österreich oder Russland wird sich noch zeigen. Hechte konnten die Hobby-Fischer genügend eigene aus dem See ziehen.

Neben dem frischen Fang liegt das Geheimnis des Erfolgs des Sportfischerfestes aber vor allem in der Zubereitung der Produkte. Zu den Klassikern gehören die Felchen- und Hecht-Knusperli. Hier gilt wie immer: «Es het solangs het». Eine weitere Spezialität sind die samt Kopf und Schwanzflosse gebackenen Chretzer. Die passende Tartarsauce kommt von Nachbar und Sternekoch Peter Günter aus dem Restaurant Seegarten.

Auch der Sportfischer-Räucherofen wird wieder aufgestellt und sorgt für herzhafte Felchenbrötli. Und mit der Fischsuppe ist man gestärkt, um bis spät in die Nacht noch zu feiern und gemütlich zusammenzusitzen. Gelegenheit dazu bietet sich in der Apéro-Bar oder dem Petri-Heil Kaffee bei Kuchen, Wein oder Cüpli.  Für Stimmung sorgt das Musikerduo Hürlimann und Ferguson. Und sobald die Fischküche geschlossen hat, legt SFVK-Mitglied DJ-Thuri im Bootshaus auf. «Einige Besucher kommen von weit her, um wieder einmal Freunde zu treffen», erklärt Sanfilippo die ungebrochene Beliebtheit des Anlasses. 120 Helfer packen an, damit heute, Freitag, ab 18 Uhr und morgen, Samstag, ab 11 Uhr der Fisch auf den Tisch kommt. «Danach haben sich die Fische und Fischer jeweils ein Jahr Pause verdient», so der Präsident.

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