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Fussball – Schlüssel zur Integration

Fussball – Marcus Meloni freut sich nicht nur über die überraschende Qualifikation des AS Calcio für die zweite Runde des Schweizer Cups, sondern auch über seine am 8. Juni gegründete «MMR Youth Sports Stiftung». Mit der Stiftung verfolgt der Unternehmer das Ziel, Kinder- und Jugendliche im Sport zu fördern und zu integrieren.

Die Junioren des AS Calcio freuen sich über neue Trainingsjacken. (Bild: zvg)

Die Junioren des AS Calcio freuen sich über neue Trainingsjacken. (Bild: zvg)

Der Slogan «Fairplay – Integration durch Sport» ist auch auf dem neuen Bus des AS Calcios deutlich zu erkennen. (Bild: zvg)

Der Slogan «Fairplay – Integration durch Sport» ist auch auf dem neuen Bus des AS Calcio deutlich zu erkennen. (Bild: zvg)

 

 

 

 

 

 

 

«Vereinstätigkeit hat einen hohen Einfluss auf Integration», weiss Marcus Meloni, der Präsident des AS Calcio. Als Geschäftsführer von Capita Europe beobachte er immer wieder positive Auswirkungen bei seinen Mitarbeitern mit Migrationshintergrund, die sich in Vereinen betätigen.
Die Idee seiner «MMR Youth Sports Stiftung» ist es, allen Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen, Sport zu treiben, egal mit welchem sozialen Hintergrund sie aufwachsen.
«Ich bin schon lange Präsident beim AS Calcio und immer wieder werden wir gefragt, ob auch Teilzahlungen für die Mitgliedsbeiträge möglich sind», so Meloni. Es gäbe natürlich Familien, die mehrere Kinder in den Fussballverein schicken möchten, für die dies aber, mit 250 Franken pro Junior, ein zu hoher finanzieller Aufwand sei.

Familien entlasten
Das soll sich nun ändern. «Zuerst wollen wir die Mitgliedsbeiträge übernehmen und somit die Familien entlasten», verkündet Meloni zuversichtlich. Aber: «Die Stiftung erwartet auch Gegenleistungen. Die Kinder müssen diszipliniert sein, zum Training kommen und Termine einhalten.» Auch die Eltern der Kinder und Jugendlichen sollen eingebunden werden. Sie müssen zur Förderung eine Beitrittserklärung abgeben, in der sie sich verpflichten, einmal jährlich an einer Art Abschlussfest teilzunehmen.
Rund 80 Prozent der Fussballer beim AS Calcio haben einen Migrationshintergrund, darunter sind hauptsächlich Albaner, Italiener und Deutsche. Laut Meloni sei die erste Aufgabe nun, den Eltern zu erklären, dass sie auch ihren Pflichten nachkommen müssen. Aufgrund von sprachlichen Hindernissen sei dies allerdings nicht immer einfach. «Das Fest soll genau aus diesem Grund Kommunikation auf freundschaftlicher und familiärer Ebene ermöglichen», erklärt Meloni. Es gehe ihm dabei auch um das Abbauen von Vorurteilen.

Eine Herzensangelegenheit
Meloni ist in der Schweiz aufgewachsen. Seine Mutter kommt aus Spanien und sein Vater ist Italiener. Aus eigener Erfahrung sagt der Präsident der Stiftung: «Mit sieben Jahren habe ich mit dem Fussball angefangen. Fussball ist der einfachste Sport, um sich sozial einzubringen. Man braucht Kickschuhe und einen Ball. In anderen Sportarten ist das aufwändiger.»
Das ist auch der Grund, warum seine Stiftung momentan in erster Linie den AS Calcio unterstützt. Auf die Frage, ob auch andere Vereine und Sportarten in den Genuss von Förderung kommen werden, antwortet er, dass dies durchaus denkbar wäre. Es müsse sich allerdings um Mannschaftssportarten handeln, da diese Integration in besonderem Masse fördern. Es gäbe schweizweit Anfragen, aber momentan konzentriere man sich darauf, alles Schritt für Schritt ins Rollen zu bringen.
Die ersten Projekte der Stiftung sind in vollem Gange. «Wir haben für den AS Calcio einen hellblauen Bus mit dem Aufschrift ‹Fairplay- Integration durch Sport› kreiert und die Jugend wird neu eingekleidet. Auch da wird der Slogan sichtbar sein», freut sich Meloni, der momentan noch alles selbst finanziert. Gönner seien jedoch jederzeit willkommen.

Überraschung am Sonntag
Grund zur Freude gab es auch am vergangenen Sonntag, als der AS Calcio  den SC Cham mit 1:0 zuhause besiegte. In der zweiten Cup-Runde trifft die Mannschaft am Wochenende vom 17. September auf den FC Tuggen (Promotion League). Meloni hatte sich einen «machbaren Gegner» gewünscht. Es wird sich zeigen, ob der AS Calcio nun für eine weitere Überraschung sorgt.

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