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Kultling als Alternative mit Sahnehäubchen

Kreuzlingen – Für das Publikum, das nicht auf Menschenmassen und Schlagermusik steht, gab es eine perfekte Alternative in puncto Unterhaltung.

Party im Spiegelzelt bei der Band «Grossstadtgeflüster». (Bild: kultling)

Party im Spiegelzelt bei der Band «Grossstadtgeflüster». (Bild: kultling)

Ein wenig abseits vom grossen Treiben fand man am Wochenende eine Perle an Kultur der anderen Art. Am Ufer im Seeburgpark, im Spiegelzelt, das dem See-Burgtheater als Narrenkäfig gedient hat, und darum herum tollte das «kultling»-Festival. Mit einem Programm von Workshops über Konzerte bis zum elektronischen Frühschoppen gab es drei Tage lang Programm. Als Highlight trat nach dem Feuerwerk am Samstag, 13. August, die Band «Grossstadtgeflüster» aus Berlin auf. Bei deren fulminanten Auftritt zwischen Supernintendo und Hubabubakaugummi konnte man nicht anders als hüpfen, tanzen und mitmachen. «Wo ist die Party? – Hier ist die Party! – Wer ist die Party? – Wir sind die Party!», so der Dialog zwischen Bühne und Besucher. Ein wirklich gelungenes Festival, wie es im Bilderbuch steht. Doch wie war der Tag aus Sicht der Band?

Kreuzlinger Zeitung: Und, wie gefällt es euch drei Grossstädtern hier?
GSGF: Es ist super schön! Wir hatten hier einen perfekten Tag. Eigentlich waren wir die ganze Zeit am See und haben einfach Urlaub gemacht. Das war richtig entspannt, keine Ahnung, wann wir zum letzten Mal so gechillt haben. Wir merken das jedes Mal, wenn wir aus dem  Müffelmoloch Berlin rauskommen ins Grüne: Wie tief man dann Luft holen kann. Das tut richtig gut. Und wie sauber hier alles ist! Hier kann man ja vom Boden essen.

Ihr habt aber auch einen guten Tag erwischt mit dem Fantastical …
Ja, wir haben uns schon gefragt, ob das hier immer so aussieht. Auf dem See sind ja unglaublich viele Schiffe. Und das Feuerwerk war der Wahnsinn. Zuerst Konstanz und dann Kreuzlingen. Das war wie in dieser Spülmittelwerbung aus den 90ern, mit Villariba und Villabajo.

Und wie gefällt euch das Kultling-Festival?
Das ist das Nonplusultra. Auf so kleinen Festivals zu spielen ist immer ein bisschen aufregend. Da kann es schon mal sein, dass nichts funktioniert, die Kabel nicht richtig eingesteckt sind, der Sound nicht läuft, oder sonst was. Da ist man dann immer mit einer gewissen Anspannung auf der Bühne, weil es ja auch total daneben gehen könnte. Aber hier war alles perfekt. Das ist nochmal geiler, wenn man mit einem Null-Gefühl startet und dann alles passt. Ausserdem sind wir hier super herzlich aufgenommen worden. Das ganze Team hat uns von vorne bis hinten bekuschelt und beschmust. Und das Spiegelzelt hier am See ist eine Traumlocation. Es ist schön, wenn man im Publikum jedes Gesicht sehen kann. Die Haut der Menschen hier – ihr seht alle so gesund aus.

Kommt ihr also wieder?
Auf jeden Fall! Im Dezember sind wir auf unserer Clubtour in Basel und Zürich, das ist ja schon mal in der Nähe.

Der Verein Kultling bedankt sich bei allen freiwilligen Helfern, die das Festival ermöglicht haben. Vom Schulpräsidenten über die Kantonsrätin haben 40 weitere Personen mit Engagement und Herzblut dafür gesorgt, dass drei Tage Programm geplant, durchgeführt und auch wieder aufgeräumt wurden. Für das nächste Jahr gibt es bereits Ideen – man darf sich also jetzt schon freuen!

 

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