/// Rubrik: Leserbriefe

Die Katze beisst sich in den eigenen Schwanz

Leserbrief – Mit allen Rohren wird von bürgerlicher Seite gegen die Initiative «AHVplus: für eine starke AHV» geschossen. Dabei müsste berücksichtigt werden, dass in der 2. Säule (Pensionskassen) Rentenkürzungen infolge schlechter Verzinsungen der angesparten Gelder an der Tagesordnung sind, und an eine längst fällige Erhöhung der Renten aus diesem Topf unmöglich ist. (Heiri Gantenbein, Bottighofen)

(Bild: pixelio)

(Bild: pixelio)

Fazit: In Der Schweiz gibt es zu grosse Überangebote an Devisen, die der Markt nur mit Mühe bewältigen kann. Neben Unsummen von Fluchtgeldern aus dem Ausland tragen auch die Milliarden angesparter Pensionskassengelder zum Zinsdebakel bei.

Die Initiative «AHVplus» mit dem Umlageverfahren ist ein kleiner Schritt in die richtig Richtung, um das Überangebot an Kapital etwas zu reduzieren. Zudem wäre eine längst fällige Anpassung der Renten für einen Grossteil Rentnerinnen und Rentner  notwendig. thSomit bleibt nur noch der Weg über die AHV, der – mit etwas gutem Willen – realisierbar , und weit kostengünstiger als über die 2. Säule wäre.

Wer also rechnet, stimmt am 25. September ja zu «AHVplus: Für eine starke AHV.

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One thought on “Die Katze beisst sich in den eigenen Schwanz

  1. Alexander Salzmann, FDP Gemeinderat

    Werter Herr Gantenbein

    In einer Versicherung, egal in welcher und welcher Art müssen die Barwerte der Einzahlungen die Barwerte der Leistungen entsprechend, ansonsten gerät sie in Schieflage (zugunsten oder zu Ungunsten der Einzahler oder der Leistungsempfänger). Beim dem in der Pensionskasse angewandten Kapitaldeckungsverfahren spart jede Generation für sich – und bedient die eigene Generation mit Leistungen. In Reinkultur angewendet ist es anfällig auf den Finanzmarkt (Zinsen, Performance der Aktien etc.), aber nicht anfällig auf die Demographie (alternde Gesellschaft, Geburtenrückgang, Langlebigkeit). Bei dem in der AHV angewendeten Umlageverfahren wird nicht gespart, sondern die heutigen aktiven Arbeitenden bezahlen die heutigen Rentner. Das Umlageverfahren ist somit unabhängig vom Finanzmarkt, dafür aber sehr stark abhängig von der Demographie. Letzteres wird auch gerne als „Generationenvertrag“ umschrieben. Rentensysteme im Umlageverfahren erzeugen sogenannte Anwartschaften, also das Recht des Einzahler, auf eine zukünftige Rente, ohne das Geld dafür da ist, sondern in der Zukunft erst erwirtschaftet werden muss. Damit geht die AHV und somit der Staat eine Verschuldung eine gegenüber den heutigen Einzahlern ein. Diese sogenannte implizite (d.h. versteckte) Staatsverschuldung beträgt ca. CHF 1000 Mrd. oder etwa einem BIP von 1.5 Jahren und ist somit viel höher als die gegenwärtige ausgewiesene Bundesschuld von etwa CHF 120 Mrd. Wenn wir nun die Renten der AHV erhöhen, erhöhen wir die Staatschuld entsprechend. Das AHV-Plus-Geschenk dürfte also 100 Mrd. oder mehr implizite Staatsverschuldung auslösen. Das schöne an der Pensionskasse ist, dass die gegenwärtige Generation für die gegenwärtige Finanzkrise bezahlt – bei AHV Plus sind es erst dann später die Kinder und die Enkel (also gegenwärtig „weit günstiger“, wie sie trefflich schreiben). Wer keine Kinder hat, kann also getrost ja sagen.
    Sie sprechen noch die ärmeren Rentner an: Ist Ihnen bewusst, dass genau diesen eben mit einer solchen Rentenerhöhung nicht geholfen wird, weil dann die Ergänzungsleistungen entsprechend zurückgehen? Dies ist keine Initiative für die Schwachen, sondern für den Mittelstand und die Reichen. Daher war ich sehr verwundert, dass eine solche Initiative ausgerechnet von der linken Seite kommt.

    Zum Schluss: Die Versicherungsmathematik ist zu Glück unpolitisch.

    Mit besten Grüssen und freue mich auf Ihre Reaktion
    Alexander Salzmann

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