/// Rubrik: Stadtleben

Eine Oase umgeben von Wasser

Kreuzlingen – Am 11. September findet in der Schweiz der Tag des Denkmals statt. Thema dieses Jahr: Oasen. Der Seeburgpark ist als Austragungsort dafür prädestiniert.

Der Seeburgpark als Denkmal: Stadträtin Dorena Raggenbass (l.), Heinz Reinhart, Projektkoordinator beim Amt für Denkmalpflege sowie die Leiterin des Seemuseums, Ursula Steinhauser habe den Park durchleutet.(Bild: ek)

Der Seeburgpark als Denkmal: Stadträtin Dorena Raggenbass (l.), Heinz Reinhart, Projektkoordinator beim Amt für Denkmalpflege sowie die Leiterin des Seemuseums, Ursula Steinhauser habe den Park durchleutet. (Bild: ek)

Für die Archäologin und Historikerin Ursula Steinhauser waren die Europäischen Tage des Denkmals immer schon ein Fixpunkt im Kalender. «Als ich in Kreuzlingen angefangen habe, klärte ich gleich ab, wie ich dazu beitragen kann», erklärt die neue Leiterin des Seemuseums. Das diesjährige Thema Oasen passte dabei wie eine Palme in die Wüste. Denn der Seeburgpark ist nicht nur für die Kreuzlinger Städter eine Oase der Ruhe. Von weiter her kommen Touristen, um die weitläufige Parkanlage zu erkunden. Zusammen mit der Stadt Kreuzlingen und dem Amt für Denkmalpflege ist nun ein ganztägiges Programm entstanden, in dem der Seeburgpark neu entdeckt werden kann.

 

 

 
Geheimnisse des Seeburgparks
tag-des-denkmals-lageplan-uAm Sonntag, 11. September, geht‘s dann auch bei der namensgebenden Schloss Seeburg (4) los. Um 10.30 Uhr wird die ehemalige Sommerresidenz der Augustineräbte in einer Führung durchleuchtet. Dadurch erhält man Einblicke in Räumlichkeiten, welche sonst für die Öffentlichkeit unter Verschluss stehen. Das Seemuseum (5) hat ab 11 Uhr den ganzen Tag bei freiem Eintritt geöffnet und wartet mit seiner neuen Ausstellung zum untergegangenen Dampfschiff «Jura» auf.

Der Landschaftsarchitekt Martin Klauser hat den Baumbestand im Park untersucht. Die wechselnden Besitzer des Schlosses Seeburg hätten verschiedene Vorstellungen von der Pflanzenwelt gehabt, wodurch über die Jahrhunderte ein regelrechter Baumgarten entstanden sei. Klauser führt um 12 Uhr durch dieses Arboretum (4) und erläutert auch die Aufschüttung des Parkareals in den 1960er Jahren.

Ab 13 Uhr lädt Bio-Rebbauer Ueli Halter auf seinen Rebberg Hörnliberg (6) ein. Er erzählt die Geschichte seines Hanges und bietet den fruchtigen Wein gleich zur Degustation an. Für die Nase gibt es auch etwas um 13.30 Uhr, wenn die Heilpflanzen Expertin Judith Degen den Kräutergarten (2) erläutert.

Verantwortlich für den gepflegten Seeburgpark sind nicht nur der Kreuzlinger Werkhof, sondern auch tierische Mitarbeiter. Um 14.30 Uhr stellt Thomas Mettler die Hochlandrinder (3) vor und um 15.30 Uhr erklärt Guido Leutenegger die Landschaftspflege mit Wollschweinen (1).

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One thought on “Eine Oase umgeben von Wasser

  1. Bruno Neidhart

    Sowohl das Schloss Seeburg, als auch die Kornschütte, heute Seemuseum, haben durch die Seeufer-Aufschüttung an gedanklicher und emotionaler Wahrnehmung eingebüsst, ist doch heute in beiden Fällen das historische Ensemble „Gebäude und Wasser“ nur noch bedingt im Kontext mit den ursprünglichen, praktischen und ästhetischen Intentionen zu erleben. Ich habe vor einiger Zeit zu dieser Sachlage der Stadt (u.a.!) vorgeschlagen (in Bild und Text):
    1. Die Mauer unterhalb vom Schloss ist in einer „verantwortbaren Breite“ zu durchbrechen. Auf das Niveau des alten Seewegs führen Treppenstufen. Ab da: In der Achse Schloss-Kleiner Rosengarten, zum See hin, Blickpunkt Meersburg, ist ein „Unterer Garten“ (z.B. Staudengarten) anzulegen. Durch die sich bildende, objektbezogene Sichtachse (Weg in der Mittelachse des „Unteren Gartens“) rückt die historische Örtlichkeit zumindest optisch wieder näher an die „ursprüngliche Wasserkante“.

    2. Das Seemuseum, ehemals Kornschütte, kann durch ein vorgesetztes, mit dem See verbundenen Kanalgewässer wieder praktischer und emotionaler an die Aufgabe erinnern, für die das ursprüngliche Gebäude erstellt wurde. Diese Massnahme unterstützt zusätzlich die heutige Aufgabe, welche das Gebäude als „See“-Museum zu erfüllen hat.

    Zusatz: Das hauptsächlich südlich vom Schloss, aber auch um dieses herum gelegene Arboretum, das im Laufe der Zeit vom Altbestand bereits vieles eingebüsst hat, ist in seiner Ausprägung und Aussage neu zu definieren.
    Schluss: Manche Objekte haben eine „Umgebungsseele“ (bei dieser Gelegenheit: besonders auch Klosterbauten!). Die Beeinflussung deren räumlicher Präsenz nimmt ihnen einen guten Teil ihrer ursprünglichen räumlichen Bestimmtheit. Somit ist der „Umgebungsschutz“ kongenial mit dem Denkmalschutz vergesellschaftet. Daran ist bei jeder Gelegenheit zu erinnern!

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