/// Rubrik: Leserbriefe

Zur AHV Plus

Leserbrief – Wer will nicht mehr Rente erhalten? Ein Geschenk an uns alle! Der Millionärs- und Durchschnittsrenter erhält mehr. (Alexander Salzmann, Kreuzlingen)

(Bild: pixelio)

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Der arme Rentner erhält in der Regel gleich viel, weil die Ergänzungsleistungen entsprechend zurückgehen. Teilweise erhalten diese sogar weniger, sofern die Rente gerade den EL-Schwellenwert übersteigt … Dafür sollen die Lohnabzüge steigen. Die Arbeit wird also neben dem starken Franken nochmals verteuert. Die Arbeitsplatzsicherheit sinkt somit. Die Mehrwertsteuer wird erhöht, ein sozial zutiefst ungerechte Steuer, weil diese die Armen mehr trifft als die Reichen, weil diese überdurchschnittlich viel von ihrem Einkommen verkonsumieren. Rentner wie Aktive haben beide Ansprüche an die AHV – sogenannte Anwartschaften – auf Zahlung einer Rente (heute oder später). Dies ist eine implizite Verschuldung des Staates gegenüber seinen Bürgern. Steigen die Renten, steigen die Anwartschaften und somit auch die implizite Staatsverschuldung. Das dürfte dann bei Annahme dieser Initiative schnell mal 100 Milliarden (nicht Millionen!) ausmachen – abgesehen davon, dass die Themen wie Geburtenrückgang, alternde Bevölkerung und höhere Lebenserwartung einer solchen Rentenerhöhung grotesk im Wege stehen. Die seit Jahrzehnten nur aufgrund ständig neuer Abgaben am Leben erhaltene AHV (Mehrwertsteuer, Tabaksteuer, Spielbankenabgabe, allgemeine Bundesmittel etc.) müsste also mit weiteren Abgaben gestützt werden. Ich bin für sichere Renten, aber nicht für hohe, unsichere Renten. Daher werde ich mit Nein stimmen. Und Sie?

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One thought on “Zur AHV Plus

  1. Bruno Neidhart

    Gehen „Ergänzungsleistungen“ für die ärmere Bevölkerung „zurück“ – wird erklärt – , bleibt deren Rentenhöhe gleich oder wird sogar geringer. Andererseits werden Besserverdienenden eine höhere Rente ausbezahlt. Somit sind wir bei „Dada“ angelangt! „Arme verkonsumieren“ nun mal deswegen „überdurchschnittlich viel von ihrem Einkommen“, weil sie es aufgrund ihres Einkommens „müssen“, um einigermassen ordentlich leben zu können. Eine einfache Rechnung. Es geht grundsätzlich eben wiedermal in die Richtung, wie es das Land schaffen könnte, dass nicht viele Rentner – und besonders Rentnerinnen – von zusätzlichen Leistungen abhängig werden, wenn sie das Rentenalter erreicht haben, obwohl sie mehrheitlich ihr Leben lang tüchtig arbeiteten. Eine soziale Frage also, die ein enorm reiches Land eigentlich bestens lösen müsste. Die Frage lässt sich durch eine „Rentenerhöhung für alle“ tatsächlich nicht voll beantworten. Sie greift grundlegend tiefer in die Gesellschaft ein. Sie ist gesamtpolitisch zu stellen.

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