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«Nein zum grünen Zwang»

Thurgau – Die Medienorientierung des überparteilichen Thurgauer Komitees «Nein zum grünen Zwang» fand im Betrieb der Ernst Fischer AG in Romanshorn statt. Im Thurgau lehnen Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie die Initiative «für eine grüne Wirtschaft» vom 25. September 2016 ab.

Zwang führt im Umweltschutz nicht zu besseren Ergebnissen, nur zu höheren Kosten, davon ist das überparteiliche Komitee gegen die Initiative der Grünen überzeugt: (von links) Viktor Gschwend, Diana Gutjahr, Egon Scherrer, Corina Huber. (Bild: zvg)

Das Komitee gegen die Initiative: (v. l.) Viktor Gschwend, Diana Gutjahr, Egon Scherrer, Corina Huber. (Bild: zvg)

Meisterlandwirt und Obstbauer Egon Scherrer bekämpft die Initiative «für eine grüne Wirtschaft» vehement. Die Schweiz mache bereits viel im Umweltschutz. Wenn man jetzt die die Produktion von Nahrungsmitteln noch mehr verteure, würde noch mehr im Ausland eingekauft, warnt der SVP-Kantonsrat. Es gehe nicht, in der Schweiz unter dem Begriff «Ökologie» alles teurer machen zu wollen. Unser Land müsse konkurrenzfähig bleiben. Mit den bereits heute sehr hohen Auflagen im Tierschutz und bei der Produktion von Nahrungsmitteln werde bereits viel getan.

Corina Huber von Huber Industrieabfälle GmbH hält viel von Recycling und auch der Verhinderung von Abfall. Die Initiative verlange aber einseitig von der Wirtschaft extrem einschneidende Massnahmen. Die Konsumenten müssten jedoch mitziehen und mehr auf Qualität setzen, jedoch nicht aus Zwang, sondern aus Überzeugung. Sie wies auch auf die letztlich entscheidenden Mengenverhältnisse hin. Die Schweiz habe acht Millionen Einwohner, China und Indien hätten rund drei Milliarden Einwohner. In einem kleinen Land wie die Schweiz mit bereits sehr hohen Umweltstandards seien alle weiteren Massnahmen sowohl überdurchschnittlich teuer als auch sehr einschneidend für alle.

Die Stahlbauunternehmerin und SVP-Kantonsrätin Diana Gutjahr warnt vor der Initiative aus den gleichen Gründen. Der Staat müsste zur Umsetzung des Begehrens so strenge Massnahmen treffen, dass es eine Retourkutsche für unser Land wäre. Steigende Preise für das Wohnen und Leben, für die Mobilität und die Arbeit wären nämlich die Folgen. FDP-Kantonsrat Viktor Gschwend, Gärtner und Gewerbler, agt klippt und klar Nein zu dieser Volksinitiative. «Etwas mehr Realitätssinn», fordert er, damit habe es die Schweiz gerade auch im Umweltschutz bis heute sehr weit gebracht. Die Umwelt muss mit internationaler Zusammenarbeit geschützt werden, statt mit Bevormundung und Planwirtschaft in der Schweiz. Die Initiative ist schädlich und wäre nur mit allergrössten Zwängen für die ganze Gesellschaft umsetzbar, sind sich die Vertreter des überparteilichen Thurgauer Komitees einig.

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One thought on “«Nein zum grünen Zwang»

  1. Bruno Neidhart

    „Ängste“, wie sie hier wiedermal exemplarisch ausgebreitet werden, sind ein klassische Medium zur politischen Argumentation. Der Begriff „Überparteilich“ gilt zusätzlich als Versuch, Breite zu zeigen. Ergibt zusammen: „Breite Ängste“. Davon bleibt beim „Volk“ stets etwas hängen. Hat sich als politische Norm etabliert und beschäftigt immerhin Grafiker und Texter. Deren „Ergüsse“ sind sattsam bekannt.

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