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Stadthaus – Botschaft neu und verbessert

Kreuzlingen – Heute Abend, 8. September, berät der Gemeinderat erneut über die Botschaft zum Neubau eines Stadthauses auf dem Bärenplatz. Das Geschäft wurde im März auf Antrag der SP zurückgewiesen. Seitdem besserten die Fraktionen zusammen mit der Exekutive nach. Die Botschaft wuchs von 22 auf 30 Seiten an.

So soll das Stadthaus samt Neugestaltung Festwiese aussehen. (Bild: IDK)

So soll das Stadthaus samt Neugestaltung Festwiese aussehen. (Bild: IDK)

Als der Stadtrat vergangenen Donnerstag, 1. September, die überarbeitete Vorlage präsentierte, wies Stadtpräsident Andreas Netzle darauf hin, dass es schwer gewesen sei, alle Wünsche und Vorstellungen unter einen Hut zu bringen. Alles, was die Fraktionspräsidenten einbrachten, habe nicht berücksichtig werden können, so Netzle. Auch habe sich am Grundlegenden – der Lage, den Kosten, den Massen des neuen Stadthauses – nichts geändert. Neben einem runden Tisch bildeten gemäss Netzle zwei Positionspapiere von SP und FDP die Basis, um Aussagen zu präzisieren und Elemente zu ergänzen. Auch der Vorschlag «Korona 2025» der CVP sei zur Kenntnis genommen worden.

Zur Vorstellung war der gesamte Stadtrat gekommen, um zu zeigen, dass die Exekutive nach wie vor geschlossen hinter dem Projekt steht. «Aus einer guten haben wir eine bessere Botschaft gemacht», erklärte Stadtpräsident Netzle. Diesen Worten schlossen sich die Stadträtinnen Dorena Raggenbass und Barbara Kern sowie die Stadträte Ernst Zülle und Thomas Beringer an. Mit gutem Gefühl gehe man mit dieser Botschaft in den Gemeinderat, so der Tenor. Jetzt gelte es, Nägel mit Köpfen zu machen. Die Zeit sei reif für ein «Ja» zum neuen, zentralen Verwaltungsgebäude.

Was ist neu?
Die Ergänzungen der SP (wir berichteten) fanden Einzug. So wird die Bedeutung des Baus für die Zentrumsentwicklung gleich auf Seite 1 der umfangreichen Botschaft mit ihren neu 14 Beilagen erklärt. Auch auf Seite 8 taucht das «öffentliche Zentrum» wieder auf. Die Sozialdemokraten rangen dem Stadtrat sogar die Zustimmung zu einer Studie ab. «Sämtliche Verkehrsbeziehungen im Projektperimeter» sollen auf Basis dieser vertieft geprüft und bis zur Einreichung des Baugesuchs öffentlich aufgelegt und genehmigt werden. Als Zusage ist in der Botschaft neu enthalten, das Stadthaus für Fussgänger und Velofahrer optimal an Löwenstrasse und Boulevard anzubinden sowie Übergänge und Wege im Sinne des Langsamverkehrs zu überprüfen. Auch bezüglich Parkplätzen und Tiefgarage wurde die Vorlage ergänzt.

Neu im Text enthalten sind Änderungen, was die Nachnutzungen der bestehenden Verwaltungsgebäude betrifft: «Der Stadtrat hat die klare Absicht, die vier denkmalgeschützten Gebäude (Hauptstrasse 62, Hauptstrasse 74 und Hauptstrasse 88 und 90) im Eigentum der Stadt zu behalten». Dies würde bedeuten: Nur Vermietung oder Abgabe im Baurecht. Für die Parzellen um die Marktstrasse 4 und 6 will der Stadtrat ein Nutzungskonzept erstellen, um darauf einen Gestaltungsplan zu erarbeiten. Je nachdem könnte hier verkauft werden, wenn die «Nutzung im Einklang mit der gewünschten städtebaulichen Entwicklung des Zentrums» steht. Die FDP hatte nach der Rückweisung eine detaillierte Überarbeitung gefordert (wir berichteten). Auf ihr Betreiben wurde ein Passus zur Barrierefreiheit aufgenommen. Die Botschaft erklärt unter anderem neu, wie man trockenen Fusses von der Tiefgarage ins Dreispitz kommt, dass die internen Abläufe im grossen, flachen Gebäude verbessert werden oder die Raumaufteilung variabel ist. Ingesamt enthielt die Stellungnahme der FDP 23 Punkte.

Dass der Stadtrat da nicht alle Begehren erfüllen konnte, scheint verständlich. Dies betrifft beispielsweise die Forderung, den Rathaussaal von seinem heutigen Platz in den Multifunktionalraum des neuen Stadthauses zu integrieren. Diese «bedeutende Nutzung» hätte früher in die Planung einbezogen werden sollen, so die neue Stadthausbotschaft, «statt damit bereits jetzt eine langfristig benötigte Raumreserve zu besetzen.»
Auch die Aufhebung des Trottoirs zwischen Schulpräsidium und Bärenplatz wurde nicht gestrichen.

Info zum Stadthaus
Der Stadtrat informiert die Öffentlichkeit an elf Terminen im September und Oktober über das Projekt (im Foyer Festwiese Dreispitz). Am Tag der offenen Verwaltung am 1. Oktober können sich Interessierte die bestehenden Verwaltungsgebäude anschauen. Am 9. November veranstalten die Quartiervereine eine Podiumsdiskussion zum Thema.

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One thought on “Stadthaus – Botschaft neu und verbessert

  1. Bruno Neidhart

    Das Bild zeigt die traurige „Vision“, wie dieser 100-Meter-Klotz die heute noch offene Stadtlandschaft, wo einst Reben wuchsen, als sich die Stadt „cruzelin“ um das Kloster herum zu entwickeln begann und zur „Gartenstadt“ mutierte, ausradiert. Was hat hier ein „Stadthaus“ zu suchen? Warum soll das „Stadthaus“ aus dem Geschäftszentrum verschwinden? Eine geschickt geplante Tiefgarage für Dreispitz-oder sonstige Zentrumsveranstaltungen ist dagegen möglich. Und da der Kanton bei der Einrichtung der PHTG die Parkplatzfrage nicht zufriedenstellend gelöst hat, kann er sich hier an der Bereitstellung von Parkplätzen für seine Campus-Angelegenheiten beteiligen, wie auch die Schule Kreuzlingen, u.a. für ihr nachgereichtes Interesse an einer Egelseebad-Erweiterung.

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