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9. Literaturwochenende am Untersee

Tägerwilen/Steckborn – Am 17. und 18. September locken wieder Lesungen in historischen Häusern von Tägerwilen bis Steckborn.

2008-lhh-wolfsberg-3-001Das Konzept beruht auf der Tradition des Literarischen Salons und wurde während einer Zusammenarbeit mit dem Stadttheater Konstanz und dem Seeburgtheater in Kreuzlingen weiterentwickelt. Die Gastgeber öffnen alljährlich im September ihre privaten Häuser für Besucher einer Lesung, der sich ein Gespräch des Publikums mit dem Künstler anschliesst. Eines der zentralen Anliegen dieser Veranstaltung ist es, der Hektik der bewegten Bilder im Medienzeitalter das Wort entgegenzusetzen und ein Gegengewicht zu zahlreichen Unterhaltungsangeboten zu schaffen.

Programm am Samstag

  • 17 Uhr: Doris Kouba liest aus dem Roman von Jakuba Katalpa «Die Deutschen – Geographie eines Verlustes», dessen tschechischer Originaltitel Němci sowohl «Deutsche» als auch «Verstummte» bedeutet. Die Autorin wagt sich hier an ein Thema, das lange tabu war: Vor dem Hintergrund des erstarkenden Nationalsozialismus und der Gegenwart erzählt sie die Geschichte dreier tschechisch-deutscher Frauen.
  • 20 Uhr: Frank Lettenewitsch liest «Die Axt» von Adolf Jens Koemeda. Eine Novelle über Wut, Mut und die Ohnmacht einem Regime gegenüber, das nur die Sprache der Gewalt kennt. Die Geschichte ist humorvoll erzählt in ihrem geordneten, fast heiteren Jetzt, in das die Vergangenheit plötzlich schmerzhaft einbricht und ihr Lebensrecht fordert. Zwar in der Vergangenheit angesiedelt, ist der Text vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise unerwartet aktuell.

Programm am Sonntag

  • 11 Uhr: Volker Ranisch stellt ein literarisches Portrait über Theodor Fontane vor. In diesem Künstlerportrait geht es sowohl um Fontanes Werke als auch um den Menschen, der sich hinter diesem großen Dichter verbirgt. Dass Fontane mit einer kräftigen Portion Mutterwitz und trockenem Humor ausgestattet war, ist hinlänglich bekannt.
    17 Uhr: Rolf Lyssy und Felix Ghezzi: «Die Schweizermacher» – Zeitgeist. Was ist das? Brauchen wir ihn – oder genauer: Brauchen ihn ein erfolgreicher Film, ein Roman oder ein gutes Gedicht? Und wie steht es mit den Bildern? Soll das Optische mehr als früher, im analogen Zeitalter, das Literarische begleiten, den Weg zu einem besseren Verständnis des Werkes bahnen?
  • 20 Uhr: «In nomine diaboli» ist der erste gemeinsame Roman des Autorenpaars Monika Küble und Henry Gerlach. Er spielt in den Jahren 1414/1415 in Konstanz, wo zu jener Zeit der größte Kongress des Mittelalters stattfand: das Konzil. Von 1414 an versammelten sich hier die Mächtigen aus Kirche und Politik, um das Schisma zu beenden und sich auf einen einzigen Papst zu einigen.

    Orte: Tägerwilen, Ermatingen, Berlingen, Steckborn
    Programm und Reservation: Bis Freitag 16. September, 20 Uhr bei: heidi@walkhoff.ch oder Tel. 071 672 26 70.

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