/// Rubrik: Leserbriefe

AHVplus: 90 Prozent bleibt im Geldbeutel

Leserbrief – Wir könnten uns bessere AHV-Renten leisten. Natürlich – die AHV braucht mehr Geld für die Baby-Boomer, die jetzt in Pension gehen. (Dino-Gerardo Lioi, Kreuzlingen)

(Bild: pixelio)

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Dafür reicht ein Mehrwertsteuerprozent. Und sie braucht mehr Geld, wenn sie ihre Renten erhöht, wie das AHVplus will. Dafür braucht es eine bescheidene Erhöhung der Lohnbeiträge um je 0,4 Prozent für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Das sind die Fakten.

Ein alleinstehender Rentner mit einer Rente von 2300 Franken bekommt mit der AHVplus einen Zuschlag von 230 Franken. Das macht jährlich 2760 Franken mehr Rente. Dafür zahlt er ca. 500 Franken mehr Steuer. Es bleiben im Portemonnaie immer 2260 Franken. Bei einem Rentner-Ehepaar ist es ähnlich. Das Paar zahlt ca. 600 Franken mehr Steuer. Es bleiben im Geldbeutel immer rund 3600 Franken. Mit einem Ja zur Initiative haben wir die einzige Möglichkeit, die Rente zu erhöhen. Mit dieser Initiative haben wir auch weniger Bezüger von Ergänzungsleistungen. Es bleiben mehr Rentnern die Beschaffung der Belege erspart. Wer rechnet, stärkt die AHV und stimmt Ja zu AHVplus!

Aber von welchen Beträgen sprechen wir bei der AHVplus für die Normalsterblichen? Bei einem Bruttolohn von 5000 Franken würde ein heute 30-Jähriger etwa 20 Franken mehr pro Monat einzahlen. Dafür würde er aber nach der Pension monatlich fast 200 Franken mehr Rente bekommen. Darum: Wer rechnet, stärkt die AHV – und stimmt am 25. September Ja zu AHVplus!

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3 thoughts on “AHVplus: 90 Prozent bleibt im Geldbeutel

  1. Alexander Salzmann, Bezirkspräsident FDP

    Erhöhungen mit der Giesskanne über alle Rentner – arm wie reich – ist keine soziale Politik. Bezügern von Ergänzungsleistungen nützt dies zu 88% gar nichts, weil die EL im Umfang der AHV-Erhöhung entsprechend gekürzt wird; 12% fahren sogar schlechter, weil die AHV versteuern, die EL aber nicht versteuert werden muss. Dies soll finanziert werden mit höheren Lohnbeiträgen (Arbeitsplätze! Frankenschock!) oder der Erhöhung der Mehrwertsteuer, einer sozial zutiefst unsoziale Steuer, weil sie die Armen relativ härter besteuert als die Reichen, weil diese relativ zu ihrem Einkommen mehr konsumieren und weniger sparen. Eine also grotesk unsoziale Initiative, die mich deshalb verstört, weil sie aus der Ecke kommt, die doch das Soziale sonst so hoch hält.
    Natürlich nichts erwähnt von Demographie, Ausweitung der impliziten Staatsverschuldung durch Erhöhung der Anwartschaften; der höheren Lebenserwartung, der sonst schon finanziell prekären Lage der AHV, die seit Jahrzehnten durch die Tabaksteuer, Spielbankabgabe und Steuergelder im immer höheren Ausmasse vom Exitus verschont geblieben ist. So stabile ist dieses AHV-System nicht, wie es mancherorts verklärt wird. Eine solche Erhöhung ist geradezu grotesk. Wir können froh sein, wenn wir das heutige Niveau mit immer höheren Subventionen durch den Steuerzahler irgendwie aufrecht erhalten können. Die Versicherungsmathematik ist zum Glück unpolitisch.

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  2. Hanswerner Schiesser

    Sehr geehrter Herr Salzmann
    als Rentner weiss ich, wie es ist, mit einer AHV-Rente zu leben. Von dieser AHV-Rente von maximal 3525 Franken für ein Ehepaar muss zum Beispiel die Krankenkassen-Prämie bezahlt werden; ein Betrag für 2 Personen um die 900 Franken; dazu kommen weitere Fixkosten wie Hauszins ( meistens über 1000 Franken ) und so weiter! Für Sie als Parteimitglied scheint einzig wichtig zu sein, dass Sie genügend Dividenden erhalten von Ihren diversen Verwaltungsmandaten und auch genügend Sitzungsgelder. Ich bin mir sicher, dass Sie keine Ahnung haben, wie wenig Geld sehr viele Rentner in dieser ach so reichen Schweiz zur Verfügung haben : Warum werden alle neuen Häuser in einem Luxus-Stil gebaut, den sich nur mehr reiche Menschen im Arbeitsprozess leisten können ? Warum werden Millionen für unsinnige Subventionen ( Bauern ) ausgegeben, oder Milliarden für einen militärischen aufgeblasenen Apparat, wobei jeder, der mal Dienst gemacht hat, weiss, wie diese Gelder im wahrsten Sinne des Wortes verschleudert werden – oder die Millionen, die ausgegeben werden für sogenannte Flüchtlinge ???
    All diese Gelder könnten für die AHV sinnvoll eingesetzt werden! Was Sie betreiben ist reine Angstmacherei, die so nicht stimmt!!!
    Wir werden sicher für die AHVPlus mit JA stimmen! (Übrigens : die AHV-Beiträge der Arbeitnehmer wurden schon viele Jahre nicht mehr erhöht)
    Freundlicher Gruss
    Hanswerner Schiesser

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    1. Alexander Salzmann, Bezirkspräsident FDP

      Sehr geehrter Herr Schiesser
      Besten Dank für Ihren Beitrag. Ich darf Ihnen hiermit mitteilen, dass ich keine Verwaltungsratsmandate oder Stiftungsratsmandate habe und daher keine Tantiemen erhalte. Ich bin normaler Arbeitnehmer. Als Mitglied des Gemeinderats erhalte ich wie alle anderen Gemeinderäte Sitzungsgelder von 800-1400 Franken pro Jahr, je nach Teilnahme und Kommissionssitzungen. Diese gehen mehr oder weniger für die Wahlkämpfe wieder drauf, so dass Politik eine brotloses, aber interessante Tätigkeit ist. Ich stimme Ihnen zu, dass der Staat an vielen Stellen viel Unsinniges betreibt. Dass die AHV-Arbeitnehmerbeiträge seit Jahrzehnten nicht erhöht wurden, heisst noch lange nicht, dass das AHV-System heute stabil ist. Um alleine die heutige Rentenhöhe finanzieren zu können (wofür ich mich sehr einsetze!! Rentner brauchen Planungssicherheit!) bedarf es Jahr für Jahr mehr Steuergelder. Das war in der Vergangenheit so und wird so weitergehen. Die AHV schlittert dahin und wird nur durch mehr und mehr Geld (Steuergeld, Tabaksteuern, Mehrwertsteuern, Spielbankenabgabe; ab 2018 voraussichtlich weiteren 0.3 Mehrwertsteuerprozente) am Leben erhalten. Die Folklorisierung der AHV und Dämonisierung der Pensionskassen durch die Linken ist daher jedenfalls nicht sinnvoll.

      Hochachtungsvoll
      Alexander Salzmann

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