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Die Volksschule als Zankapfel

Kreuzlingen – Wer zankt und warum wird gezankt? Mit dieser Frage setzte sich am 13. Thurgauer Hochschultag der Pädagogischen Hochschule Thurgau der Fachbereich Bildungs- und Sozialwissenschaften auseinander. Statements von verschiedenen Beteiligten ergänzten die Ausführungen und präsentierten so unter anderem eine Auswahl von verschiedenen Modulen aus diesem Fachbereich.

Damian Miller stellte den Fachbereich Bildungs- und Sozialwissenschaften vor, eingebettet in die kontroversen Diskussionen rund um die Volksschule. (Bild: zvg)

Damian Miller stellte den Fachbereich Bildungs- und Sozialwissenschaften vor, eingebettet in die kontroversen Diskussionen rund um die Volksschule. (Bild: zvg)

«Die Volksschule war schon immer wieder Gegenstand heftiger Diskussionen. Neu ist aber die hohe mediale Aufdringlichkeit», betonte Prof. Dr. Damian Miller, Leiter des Fachbereichs Bildungs- und Sozialwissenschaften. Es bestehe eine Vielfalt von Interessen, Überzeugungen und Kräften, die sich darum zanken, was Kinder können müssen.

Verschiedenartigkeit vereinen und respektieren
Die Volksschule als Teil eines demokratischen Staats spiegle dessen Merkmale: Vielfalt und Unterschiedlichkeit. Und diese Verschiedenartigkeit unter einen Hut zu bringen, das sei Auftrag der Volksschule. «Wie befähigen wir diese Vielfalt, in einem demokratischen System zusammen zu leben?», formulierte Damian Miller und schlug damit die Brücke zum Fachbericht Bildungs- und Sozialwissenschaften. Denn mit fachlichen Kompetenzen allein könne der überfachliche Bedarf wie Zuhören können, Rücksichtnahme, Fleiss, Konzentration, das freie Reden und viele weitere Kompetenzen nicht abgedeckt werden. «Demokratie will gelernt und geübt sein».

Module vorgestellt
Damian Miller streute in seinem Referat Stichwörter und Begriffe, die von Dozierenden, Studierenden, aus der Hochschulleitung und vom Kreuzlinger Schulpräsidenten René Zweifel aufgegriffen wurden. Daraus resultierte ein lebendiges Hin und Her, bei dem Statements und Ausführungen einander abwechselten und auf unterhaltsame und anregende Weise die Module aus dem Fachbereich Bildungs- und Sozialwissenschaften und deren Inhalte skizziert wurden.

Wenn das Thurgauerlied anruft
Schon zur Tradition geworden ist die kreative Interpretation des Thurgauerlieds, das an keinem Hochschultag fehlen darf. Im Arrangement von Werner Fröhlich, Dozent Musik an der PHTG, sorgte sie einem zeitgenössischen Arrangement als Handy-Klingelton für Überraschungen und erntete Lacher und herzlichen Applaus.

Eine Volksschule für alle
Die Regierungsrätin Monika Knill und die Rektorin Prof. Dr. Priska Sieber griffen in ihren Grussworten nochmals das Spannungsfeld Volksschule und den Zankapfel auf. Monika Knill betonte, dass sich bei allen Kontroversen und Diskussionen in der Volksschule von gestern bis heute eines nicht geändert habe: «Es wird motiviert gelehrt und gelernt und beim Schulaustritt kommt dann das eigenverantwortliche Leben.»

Die Feier wurde musikalisch umrahmt durch das Frauenvokalensemble PH-Wert unter der Leitung von Eva Berger, Dozentin Musik PHTG und dem Akkordeonspiel von Alfred Stoppel, Dozent Musik PHTG.

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