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Eine Woche ohne Strom

Kreuzlingen – Die Klasse E3b aus dem Pestalozzi war im Sommerlager im Tessin. Zwei Schülerinnen haben einen Bericht verfasst.

Waghalsiger Sprung. (Bilder: zvg)

Waghalsiger Sprung. (Bilder: zvg)

Wie es sich anfühlt, fünf Tage ohne den täglichen Komfort zu leben, fragten sich die Schülerinnen und Schüler aus der Klasse E3b.  Sie gingen im Sommerlager ins Tessin. Dort lebten sie ohne Strom auf einer Maiensäss oberhalb von Locarno. Die Schüler mussten sich vollkommen selbst versorgen, so auch sämtliche Lebensmittel mitbringen. Zusammen erlebten die 15 Schüler und ihre drei Leiter im Campo Cortoi einen tollen Aufenthalt mit wunderschönem Ausblick auf den Lago Maggiore.

Das Klassenlager der E3b beginnt um 7.15 Uhr mit einer langen Zugreise, die in Locarno am Lago Maggiore endet. Weiter geht es mit einem kleinen Bus viele Serpentinen hoch, bis nach Mergoscia. Bei der letzten Haltestelle werden die schweren Rucksäcke auf den Rücken geschnallt und jeder bekommt eine Tragetasche mit Lebensmitteln in die Hand gedrückt, da das Ziel ausserhalb der Zivilisation liegt. Nach kräftezehredem Aufstieg über 300 Höhenmeter erreicht man nach einer guten Stunde das Campo Cortoi, eine Maiensäss bestehend aus kleinen Rustici, welche auf 1000 M.ü.M. liegen. Oben angekommen wird das Gepäck gewogen, bis zu 30 Kilogramm wurden von den einzelnen Jugendlichen hochgetragen, und dann gibt’s vom Verwalterpaar ein Becher mit kaltem Tee in die Hand gedrückt, mit dem man sich erst mal hinsetzen und ausruhen kann. Daraufhin beziehen die Mädchen das Häuschen mit dem Balkon und wundervollen Ausblick, während die Jungen in einem der unteren Rustici wohnen.

Schöne Landschaft.

Schöne Landschaft.

Am Dienstag wird unter Anleitung von Mario Holz gehackt, denn im stromlosen Campo Cortoi wird noch traditionell über dem Feuer gekocht. Zum Dank gibt es am Abend selbstgemachte Pizzas aus dem Steinofen. Mittwoch ist schon früh Tagwache, denn eine Wanderung steht an. Je zu zweit wird ein kleiner Tagesrucksack gepackt, welcher dann immer abwechselnd getragen wird. Die Schüler wandern, klettern und stolpern den Berg hinab und kommen zu der bekannten «Ponti di Salti»-Brücke. Dort angekommen, lassen sich alle erst einmal erschöpft auf die grossen Kalkfelsen fallen. Drei wagemutige Mädchen trauen sich sogar, von der 15 Meter hohen Brücke, in die darunterliegende eiskalte, smaragdgrüne Verzasca zu springen.

Beeindruckendes Bauwerk.

Beeindruckendes Bauwerk.

Nach der Mittagspause geht es mit dem Postauto talabwärts zur James-Bond-Staumauer. Dort können zwei Bungee-Jumping Sprünge beobachtet werden. Der Rückweg ist nicht mal annähernd so anstrengend wie beim ersten Mal. Oben angekommen, beschliessen einige Mädchen draussen unter dem Sternenhimmel zu schlafen, da man nachts sehr viele Sterne beobachten und sogar die Milchstrasse sehen kann.

Donnerstags ist Stadttag. Nach dem Frühstück, laufen alle zur Bushaltestelle ins Dorf Mergoscia und fahren dann mit dem Bus nach Locarno. Jeder bekommt Geld fürs Mittagessen und dann kann vier Stunden lang die Stadt erkundet werden. Nach dem erneuten Aufstieg ins Campo Cortoi geniessen die Jugendlichen ein letztes Essen am grossen Steintisch unter Trauben, bevor am Freitag die Rückreise nach Kreuzlingen beginnt. Nach einer Woche ohne Elektrizität, Kochen über dem Feuer und Abwasch von Hand freuen sich die Schüler wieder auf den täglichen Komfort, schätzen diesen von nun an aber wesentlich mehr.

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