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An einer Sensation geschnuppert

Handball – Mit der bisher besten Saisonleistung erreichten die SPL1-Frauen des HSC Kreuzlingen gegen den Europacup-Teilnehmer und Titelanwärter LC Brühl St. Gallen ein bemerkenswertes 23:29 (11:13). Die Niederlage des Liganeulings fiel deutlich knapper aus als erwartet.

SCHWEIZ HANDBALL FRAUEN DAMEN SPL2

(Bild: Gaccioli)

Die Kreuzlinger Anhänger feierten ihre Mannschaft nach Spielschluss beinahe noch euphorischer, als sie dies nach dem ersten SPL1-Sieg der Clubgeschichte am 11. September (28:25 gegen Basel) getan hatten. In der Tat hinterliess das Team von Cheftrainer Gabor Fülöp gegen den amtierenden Vizemeister und verlustpunktlosen Co-Leader einen sehr positiven Eindruck. Zumindest 40 Minuten lang spielte der Überraschungsaufsteiger aus dem Frühjahr sogar auf Augenhöhe mit den mit zahlreichen Nationalspielerinnen bestückten Olmastädterinnen. Während einer Überzahlphase konnte Brühl dann allerdings von zahlreichen Fehlern des HSCK profitieren und sich mit blitzschnellen Gegenstössen und vier Treffern in Serie vorentscheidend zum 16:21 absetzen.

Wer nun in der letzten Viertelstunde doch noch einen Kantersieg des LC Brühl gegen kräfte- und konzentrationsmässig abbauende Kreuzlingerinnen erwartete, rieb abermals verwundert die Augen. Der kecke Aufsteiger fing sich auf, hielt wieder dagegen und hätte sogar noch eine nervenaufreibende Schlussphase einläuten können. Es blieb aber beim «hätte», weil die sonst sehr treffsichere Martina Strmsek mit ihrem fünften Penalty und dem Nachschuss gleich doppelt an der bärenstarken Brühl-Torfrau Sladana Dokovic scheiterte. Es wäre dies der 24:27-Anschlusstreffer gewesen und die Gäste hätten noch für weitere eineinhalb Minuten in Unterzahl spielen müssen. Dank zwei Toren von Rebecca Küng in den letzten zwei Minuten kam der Vizemeister am Ende schliesslich aber doch noch zu einem standesgemässen Auswärtssieg gegen den Aussenseiter.

Konkurrenzfähig
Zwar resultierte für den HSC Kreuzlingen im dritten Spiel auf höchster Stufe die zweite Niederlage, doch hat die Leistung gegen den LC Brühl St. Gallen gezeigt, dass er durchaus konkurrenzfähig ist. Natürlich war es für die vom Österreicher Werner Bösch trainierten St. Gallerinnen nicht leicht, sich nach den beiden kräftezehrenden Europacup-Spielen gegen Paris ausgerechnet gegen den Aufsteiger wieder aufzurappeln, doch das darf den erfreulichen Auftritt des Liganeulings nicht schmälern. Insbesondere die beiden Sloweninnen Katja Sivka (6 Tore) und Martina Strmsek (7/davon 4 Penalties) avancieren immer mehr zu Leistungsträgerinnen. Dazu spielte auch Kreisläuferin Jennifer Grathwohl überragend und die erst 17-jährige Torfrau Andjela Roganovic agierte zumindest in der 1. Halbzeit auf Topniveau. Die Basis zum überraschenden Ergebnis legten die Kreuzlingerinnen mit einer ausgezeichneten Defensivleistung. Wäre Brühl in der zweiten Halbzeit nicht mit einem halben Dutzend erfolgreicher Gegenstösse zu «einfachen» Toren gekommen, der Ausgang des Ostschweizer Derbys wäre wohl bis in die Schlussphase hinein auf Messers Schneide geblieben.

Wichtiges Heimspiel am 1. Oktober
Am 4. Spieltag vom Samstag, 1. Oktober, 18 Uhr, steht für den HSC Kreuzlingen ein wichtiges Heimspiel auf dem Programm. Gegen das punktgleiche Yellow Winterthur erhoffen sich Sivka & Kolleginnen den zweiten Saisonsieg. Mit einer solchen Performance wie gegen Brühl durchaus eine realistische Zielsetzung.

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