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Fehlstart in extremis abgewendet

Handball – Mit viel Glück sicherten sich die 1.-Liga-Männer des HSC Kreuzlingen am zweiten Spieltag die ersten Punkte. Sie gewannen in Schaffhausen dank eines «last minute»-Treffers mit 29:28 (14:16).

HSC Kreuzlingen (Rot) gegen HC Arbon in der Sporthalle Egelsee Kreuzlingen am Samstag 19. September 2015, Derby (FOTO GACCIOLI KREUZLINGEN)

(FOTO GACCIOLI KREUZLINGEN)

Was für ein nervenaufreibendes Finale in der Schaffhauser BBC-Arena, wo sonst die Kadetten ihre Champions-League-Auftritte bestreiten. Vor fast leeren Rängen – bei herrlichem Spätsommerwetter fanden nur gerade 75 Handballfans den Weg in die Halle – führte die junge einheimische Truppe um ihren Spielertrainer Julius Marcinkevicius, dem 40jährigen ehemaligen lettischen Nationalspieler und Kadetten-Star, vier Minuten vor Schluss noch mit 28:25. Doch dann setzten die favorisierten Kreuzlinger zu einem tollen Endspurt an. Der 19jährige Neuzugang Noah Meisinger, der überragende Jonas Heim (20) mit seinem 12. Treffer und Routinier Milan Kozak mit einem Gegenstoss schafften innerhalb von nur 135 Sekunden den Gleichstand. Und weil sich auch Torhüter Beco Perazic in der Schlussphase steigern und einen Wurf von Rechtsaussen Patric Berg abwehren konnte, erhielt das Team von Andy Dittert unverhofft doch noch die Chance auf den Siegestreffer. Dieser wurde 15 Sekunden vor der Sirene Tatsache, als der junge Linksaussen Pasca Schweikhardt die Verantwortung übernahm und mit seinem einzigen Treffer das 29:28 erzielte. Mit einem direkt ausgeführten Freiwurf scheiterte der Schaffhauser Noah Haas in der Schlusssekunde an der Torumrandung.

Defensiv zu passiv
«Wir haben noch sehr viel Arbeit vor uns», zog Cheftrainer Dittert kurz nach dem Schlusspfiff eine Spielbilanz, die den Nagel auf den Kopf trifft. Die Leistung der Kreuzlinger war wie schon im Startmatch gegen den SV Fides St. Gallen (20:21-Heimniederlage) wenig berauschend. Während der Angriff primär dank der individuellen Klasse von Jonas Heim (er fehlte gegen Fides) gerade noch eine genügende Note erhielt, blieb der HSCK in der Deckung vieles schuldig. Insbesondere die beiden gefährlichsten Schaffhauser Offensivkräfte, Jonas Schelker und Noah Haas (je 7 Tore), bekamen beinahe alle Freiheiten. Im Gegensatz zur Startpartie gegen Fides blieb der Kreuzlinger Mittelblock eine stumpfe Waffe. Statt zu agieren, verhielten sich die Kreuzlinger viel zu defensiv. Und so kamen Schelker und Haas immer wieder zu erfolgreichen Würfen aus acht, neun Metern, was die Reaktionszeit für die beiden Torhüter Beco Perazic und Holger Hug entscheidend einschränkte.

Über das gesamte Spiel gesehen wäre ein Unentschieden das leistungsgerechte Resultat gewesen. Am Ende freuten sich die Kreuzlinger über einen Bonuspunkt, den sie eigentlich im ersten Spiel gegen St. Gallen verdient gehabt hätten. Für Schaffhausen war es dagegen bereits die zweite Niederlage mit nur einem Tor Differenz. Sie hatten eine Woche zuvor in Appenzell mit 27:28 verloren.

Zwei Heimspiele
Für den HSC Kreuzlingen geht es am nächsten Samstag, 1. Oktober, 20.15 Uhr, mit dem Cup-Heimspiel gegen den verlustpunktlosen NLB-Tabellendritten Lakers Stäfa weiter. In der Meisterschaft heisst der nächste Gegner am Samstag, 8. Oktober, 18.00 Uhr, SG TV Appenzell. Die Appenzeller liegen punktgleich mit dem HSCK auf dem 6. Platz.

HSC Kreuzlingen verpflichtet jungen Spielmacher
Der ambitionierte Erstligist HSC Kreuzlingen hat auf die verletzungsbedingten Ausfälle der beiden Aufbauspieler Marcel Briegmann und Zoltan Juhasz reagiert. Beide fallen bis mindestens Dezember und somit für die gesamte Hauptrunde aus. Die Grenzstädter haben bis Saisonende von der HSG Konstanz den talentierten Noah Meisinger verpflichtet. Der 19-jährige Spielmacher gehörte in der letzten Saison dem Kader der Jugend-A-Bundesliga-Mannschaft an und zählte dort zu den absoluten Leistungsträgern. Meisinger stand am Sonntag nach nur zwei Trainingseinheiten mit den Kreuzlingern bereits im Aufgebot, erzielte beim 29:28-Auswärtssieg gegen die SG Kadetten/Pfadi Youngsters in Schaffhausen fünf Treffer und erwies sich dabei als sehr sicherer Penaltyschütze.

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