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Feierlich in die Kantonspolizei Thurgau aufgenommen

Aadorf – 26 Polizistinnen und Polizisten sind am Freitag an der Brevetierungsfeier in Aadorf in die Kantonspolizei Thurgau aufgenommen worden. Mit der Übergabe der Standarte wurde der Kommandanten-Wechsel von Hans Baltensperger zu Jürg Zingg begangen.

24 Polizistinnen und Polizisten haben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und wurden von Kommandant Jürg Zingg ins Korps der Kantonspolizei Thurgau aufgenommen. (Bild: Kantonspolizei Thurgau)

24 Polizistinnen und Polizisten haben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und wurden von Kommandant Jürg Zingg ins Korps der Kantonspolizei Thurgau aufgenommen. (Bild: Kantonspolizei Thurgau)

«Frau Regierungsrätin, ich verspreche es.» 17 Männer und 7 Frauen, die erfolgreich die Polizeischule Ostschweiz in Amriswil absolviert haben, legten am Freitag vor Regierungsrätin Cornelia Komposch das Amtsgelübde ab, ebenso zwei Polizisten, die im Verlauf des Jahres zur Kantonspolizei Thurgau gestossen sind.

Grosse Verantwortung
Polizeikommandant Jürg Zingg durfte im Gemeindezentrum Aadorf viele hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft, Armee und Partnerorganisationen begrüssen. Dieser Aufmarsch sei für die Kantonspolizei Thurgau nicht nur eine Freude, sondern auch eine Verpflichtung, sich weiterhin engagiert für die Sicherheit im Kanton Thurgau einzusetzen.

Mit der Aufnahme ins Korps vertraue ihnen die Bevölkerung neue Aufgaben an, wandte sich der Kommandant an seine neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. «Sie erhalten dazu die notwendigen – sehr umfassenden – Kompetenzen, und Sie übernehmen eine entsprechend grosse Verantwortung.» Diese Verantwortung hänge mit den Anforderungen der Bevölkerung zusammen: «Was Sie täglich machen und vor allem auch, wie Sie es machen, das ist Ihre Antwort auf die konkreten Erwartungen unserer Bevölkerung. Sie stehen mit ihrem Handeln und ihrem Verhalten in einem permanenten Austausch mit den Menschen, die im Kanton Thurgau wohnen, arbeiten oder ihre Freizeit verbringen.» So liege es auf der Hand, sagte Jürg Zingg, dass die Bevölkerung sehr genau hinschaue, wie die Aufgaben erledigt würden, und ob die Polizistinnen und Polizisten ihre Kompetenzen, korrekt wahrnehmen würden – also wie es im Gelöbnis heisst «ohne Ansehen der Person, unbestechlich, nach bestem Wissen und Gewissen, rechtmässig,  verhältnismässig, rücksichtsvoll, aber konsequent». Im Gegenzug würden die Polizistinnen und Polizisten das Vertrauen der Bevölkerung erhalten, das sie benötigen, um ihre Aufgaben so gut erfüllen zu können, dass sich die Bürgerinnen und Bürger «nicht nur sicher fühlen, sondern auch sicher sind».

Bereits junge Polizistinnen und Polizisten müssten über ein umfassendes Wissen und Können verfügen, so der Kommandant. Sie müssten in der Lage sein, innert kürzester Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen und das Richtige zu tun: «Das stellt tatsächlich äusserst hohe Anforderungen bezüglich Wissen, Entschlusskraft und Flexibilität.»
Er traue den neuen Polizistinnen und Polizisten zu, dass sie die Aufgaben, die ihnen anvertraut werden, meistern können, sagte Jürg Zingg: «In Ihrer Ausbildungszeit haben Sie unter Beweis gestellt, dass wir uns bei Ihrer Anstellung nicht getäuscht haben, und dass Sie das Versprechen, dass sie heute abgeben, erfüllen können und erfüllen werden.»

Ein besonderes Verhältnis
Regierungsrätin Cornelia Komposch, Chefin des Departements für Justiz und Sicherheit, gratulierte den «Hauptpersonen des Abends» zum erfolgreichen Abschluss der Polizeischule: «Sie haben viel geleistet, auf das Sie stolz sein dürfen.» Die Polizistinnen und Polizisten hätten einen Beruf gewählt, der mit besonderen Rechten und besonderen Pflichten verbunden ist, sagte die Regierungsrätin. «Sie geben das Versprechen ab, Verfassung und Gesetz zu achten, gegenüber der Regierung und den Vorgesetzten gehorsam zu sein, alle Dienstpflichten nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen, der Wahrheit verpflichtet und in dienstlichen Angelegenheiten verschwiegen zu sein.» Damit werde ein ganz besonderes Berufs- und Vertrauensverhältnis besiegelt. Die Bereitschaft zu dieser engen Bindung erfolge nicht ohne Gegenleistung, sagte die Regierungsrätin: «Sie verpflichtet den Kanton Thurgau und mich als Polizeidirektorin, Ihnen Rückhalt und Rückendeckung zu geben, wo immer es nötig und möglich ist.»

Gewaltmonopol als Vertrauensbeweis
Die Bevölkerung vertraue den Polizistinnen und Polizisten das Gewaltmonopol an. Diese Macht dürfe nie missbraucht werden, betonte Komposch «Sie ist stets zum Schutz von Leib und Leben der gesamten Bevölkerung, der Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit, dem friedlichen Zusammenleben und der Rechtsgleichheit, der Wahrung unserer Verfassung und unserer Gesetze einzusetzen.»

Gemäss Umfragen ist die Polizei eine Institution in der Schweiz, die in der Bevölkerung sehr hohes Vertrauen geniesst. «Ich erwarte, dass Sie klar, konsequent, wo nötig hart, aber stets korrekt handeln und gegenüber Ihren Vorgesetzten loyal sind.» Eine professionelle Haltung bedeute auch, alle Menschen respektvoll und rechtsgleich zu behandeln, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Glaube und Ethnie.

«Sie dürfen stolz sein, zur Kantonspolizei Thurgau zu gehören und sich für die Sicherheit in diesem Kanton zu engagieren», sagte die Sicherheitsdirektorin. Die Kantonspolizei Thurgau sei eine moderne, gut ausgebildete, gut ausgerüstete und gut geführte Polizei: «Wir sind sehr gut unterwegs!»

Standartenübergabe zum Kommandantenwechsel
Die Brevetierungsfeier als Höhepunkt des Polizeijahres bot Gelegenheit, den Wechsel an der Spitze der Kantonspolizei in würdigem Rahmen zu begehen. Der pensionierte Kommandant, Hans Baltensperger, gab die Standarte der Kantonspolizei Thurgau zurück an Regierungsrätin Komposch, die sie weitergab an den neuen Kommandanten, Jürg Zingg.

Zehn Jahre lang habe Hans Baltensperger seine ganze Schaffenskraft in den Dienst der Kantonspolizei Thurgau gestellt. Er habe die Kantonspolizei Thurgau massgeblich geprägt. Baltensperger habe sich immer für die Sicherheit der Thurgauer Bevölkerung eingesetzt und gleichzeitig die Weichen für eine moderne Kantonspolizei gestellt, würdigte Cornelia Komposch die Verdienste des langjährigen Kommandanten. Im Korps, in Politik und Wirtschaft und in nationalen Gremien habe er sehr viel Anerkennung und Respekt genossen. «Es ist zu grossen Teilen Dir zu verdanken, dass wir uns heute auf eine höchst professionelle und gleichzeitig bürgernahe Kantonspolizei verlassen dürfen», sagte die Regierungsrätin.

Bestandeserhöhung und Polizeigesetz als Meilensteine
Als Meilensteine nannte die Departementschefin unter anderem die Bestandeserhöhung auf 384 Polizistinnen und Polizisten und das neue zeitgemässe Polizeigesetz. Beide Vorlagen trugen die Handschrift des Kommandanten, beide erhielten 2011 im Grossen Rat überwältigende Mehrheiten. 2013 habe Baltensperger ein Massnahmenpaket zur Bekämpfung der Einbruchkriminalität lanciert, daraus resultierte 2014 und 2015 ein deutlicher Rückgang der Einbruchzahlen. Die Reorganisation der Kriminalpolizei wurde diesen Sommer erfolgreich abgeschlossen. Ein grosses Anliegen war dem Kommandanten immer auch die Verbesserung der Arbeits- und Rahmenbedingungen im Korps: Als Beispiele nannte die Regierungsrätin hier die Entkoppelung von Beförderungs- und Leistungslohnanteilen und das Beförderungsreglement, die Führungsschulungen, die Einführung der Teilzeitarbeit und jüngst die Lohnüberprüfung mit den daraus resultierenden Massnahmen, wie sie jetzt mit dem Budget 2017 dem Grossen Rat vorgelegt wurden.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier durch den Männerchor der Kantonspolizei Thurgau.

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