/// Rubrik: Region | Topaktuell

Offene Psychiatrie hat ihren Preis

Münsterlingen – Die Münsterlinger «Nacht der Politik» informierte unter anderem über die Psychiatrischen Dienste und die Stiftung Mansio. Dies, weil Vorkommnisse in letzter Zeit in der Bevölkerung zu reden gaben. (Text: Kurt Peter)

«Wir versuchen, die Abteilungen möglichst offen zu führen", sagt Gerhard Dammann, Spitaldirektor der Psychiatrischen Dienste Thurgau. (Bild: wikicommons)

«Wir versuchen, die Abteilungen möglichst offen zu führen», sagt Gerhard Dammann, Spitaldirektor der Psychiatrischen Dienste Thurgau. (Bild: wikicommons)

«Wir haben einen dringenden Bedarf zu informieren, die Vorkommnisse in der Gemeinde in Zusammenhang mit Klienten der Psychiatrischen Klinik oder der Stiftung Mansio haben auch in den Medien ein Echo gefunden», erklärte Gemeindepräsident René Walther am Dienstagabend in der Bächlihalle. In der Bevölkerung herrsche eine gewisse Verunsicherung, ergänzte er. Gerhard Dammann, Spitaldirektor der Psychiatrischen Dienste Thurgau ging deshalb auf die Struktur und die Aufgaben der Klinik ein. Wobei er auf das Spannungsfeld einer möglichst offenen Akutpsychiatrie und das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung einging.

Sofortige Information
«Wir versuchen, die Abteilungen möglichst offen zu führen, das Klima ist ruhiger aber das hat seinen Preis», sagte Dammann. Denn die Patienten könnten das Klinikgelände verlassen und in nur ganz seltenen Fällen sei ein Patient zumindest vorübergehend in geschlossenen Räumen. Anders in der Forensik: Hier seien Menschen untergebracht, denen ein Gericht einen Aufenthalt in der Klinik statt im Gefängnis auferlegt hätten. In Münsterlingen seien aber keine «hochgefährlichen Kriminelle untergebracht», betonte Gerhard Dammann.

Auch Klienten aus den Wohngruppen der Stiftung Mansio sind in der Region unterwegs. Lutz Goldbecker, Leiter des Wohnheims Schilflugge, bezeichnete den Volg in Scherzingen als einen gewissen Brennpunkt. Es sei aber ruhiger geworden, nachdem einigen Klienten ein Hausverbot im Laden erteilt worden sei. René Walther machte auf ein von der Gemeinde erarbeitetes Merkblatt aufmerksam: «Umgang mit Personen mit auffälligen Verhalten» heisst es. Kernpunkt: Sofortige Information der zuständigen Stellen bei Störung der öffentlichen Ordnung.

Energie lokal produzieren und konsumieren
An der «Nacht der Politik» wurde auch über den Stand des Projektes «Generationenwohnen» berichtet. Es handle sich aber vorerst um einen «Werkstattbericht», um einen Projektstand, in dem ein Grobkonzept erarbeitet worden sei, erklärte der Gemeindepräsident. Es gehe um eine flexible Überbauung mit Wohnungen, Funktionsräumen, Tagesstrukturen und Ersatzräumen. Als Standort werde Landschlacht favorisiert, «wegen der Topographie, dem vorhandenen Bauland und möglichen Synergien mit der Wohnbaugenossenschaft Manau». Für die künftige Trägerschaft werde eine intelligente Lösung gesucht. Es sei vorgesehen, dass das Projekt bis zur Baubewilligung in der Kompetenz der Gemeinde bleibe und danach im Baurecht abgegeben oder, unter Berücksichtigung der Statuten, verkauft werden könne.

René Walther stellte anschliessend die Energiestrategie der Gemeinde vor. Das Elektrizitätswerk habe verschiedene Möglichkeiten zur Förderung der Nachhaltigkeit und Effizienz. «Ein Ziel ist die Realisierung von Grossprojekten zur Energieerzeugung, sie sind wirtschaftlicher und erfüllen den Wunsch, dass lokal produziert und konsumiert werden kann». Die Gemeinde könne Energieberatung anbieten und ersetze etappenweise die Strassenbeleuchtung auf LED-Technik. Ausserdem solle das veraltete Förderprogramm angepasst werden. Und die regionale Zusammenarbeit solle das Radweg optimieren, den öffentlichen Verkehr fördern und ein E-Mobilitätskonzept erarbeiten.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.