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Freie Sicht auf Schloss Bernegg

Kreuzlingen – Das Schloss Bernegg befindet sich innerhalb eines gestaltungspflichtigen Zonenplans. Der Dorfkern in Emmishofen soll nun um acht Mietwohnungen sowie einen lückenlosen Radweg erweitert werden.

Stadtrat Ernst Zülle, die Eigentümer Florian und Martin von Merhart und Architekt Prof. Carl Fingerhuth (v.l.) vor dem Schloss Bernegg. (Bild: vf)

Stadtrat Ernst Zülle, die Eigentümer Florian und Martin von Merhart und Architekt Prof. Carl Fingerhuth (v.l.) vor dem Schloss Bernegg. (Bild: vf)

Seit 1702 befindet sich das Schloss im Zentrum von Emmishofen im Besitz der Merhart’schen Stiftung und ist damit das einzige Schloss am Untersee, das noch in alter Familienhand ist. Aber nicht nur das ist einzigartig. Auch der Ausblick vom Schlossgarten ist schwer zu übertreffen. Ein letztes Kleinod also, das künftig etwas präsenter werden soll. Im Zuge geplanter Umbauten am Südflügel des Schlosses, der dem ursprünglichen Charakter des Hauses entsprechend aufgestockt wird, werden weitere Erneuerungen durchgeführt. Zum einen entsteht ein Neubau auf dem Schlossgelände, wo 2014 ein Brand mehrere Wohneinheiten zerstörte. Das moderne Gebäude, das in der Typologie ans Schloss angepasst wird, soll weitere sechs Mietwohnungen beinhalten. Ausserdem wird der Park rund um das Schloss ausgedehnt und gestaltet. Dies wiederum erfordert eine Verlegung der Strasse, die zum Schloss führt. Was 2012 abgelehnt wurde, kann nun realisiert werden: Die Zufahrt über die Berneggstrasse wird ausgebaut und der Radweg, der derzeit hinter dem Gebiet endet, soll in Richtung Lengwil lückenlos erweitert werden. Nahe der Bahnlinie wird dieser weiterführen. Dabei sollen Schloss und Ausblick für die Öffentlichkeit sichtbar sein und zum Verweilen einladen. Da es sich in diesem Punkt um ein öffentliches Interesse handelt, ist die Stadt in Planung und Finanzierung involviert. Stadtrat Ernst Zülle betont, dass es sich bei dem Schloss um eine wertvolle Anlage handle, die eine gute Aufenthaltsqualität für Velofahrer und Spaziergänger biete. Bei dem Wettbewerb für die Gestaltung wurde grosser Wert auf den Kontext von Schloss und Park gesetzt. Es war daher ein eher landschaftsarchitektonisch ausgerichteter Studienauftrag. Dieser ging an das Architektur-büro «Wild Bär Heule» in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten von Hager & Partner, beide aus Zürich. Die Schlossherren von Merhart sind sehr zufrieden mit dem Siegerprojekt, da es ihren persönlichen Vorstellungen entspricht. Martin von Merhart hofft, dass das Bauvorhaben nun zügig realisiert werden kann, da er seit sieben Jahren auf Fortschritte warte. In einer Ausstellung in der Bauverwaltung wird das Projekt ab dem 12. Oktober der Öffentlichkeit präsentiert.

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One thought on “Freie Sicht auf Schloss Bernegg

  1. Bruno Neidhart

    „Freie Sicht“ auf die wenigen historischen Gebäude in und um Kreuzlingen, seien es profane Bauten, wie z.B. Schlösser, oder sakrale Bauten, wie Kirchen oder Kapellen, ist heute ein landschaftsarchitektonischer Auftrag, der positiv die heutige pluralistische Stadtgesellschaft prägen kann.

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