/// Rubrik: Leserbriefe

Lehrplan 21 verunmöglicht Jahrgangsziele

Leserbrief – Zum SP-Stadtgespräch vom 5. Oktober. (Volker Schmitz, Kreuzlingen)

Zuerst möchte ich der SP danken, dass sie das Thema Initiative «für eine gute Volksschule», über die am 27. November abgestimmt wird, aufgegriffen und diese Podiumsdiskussion veranstaltet hat. Im Nachgang möchte ich folgende Überlegungen darstellen.

(Bild: pixelio)

(Bild: pixelio)

Jahrgangsziele entsprechen dem Bedürfnis von Schülern, Eltern und vielen Lehrern. Die meisten Schüler wollen wissen, wo sie stehen und was sie bis wann gelernt haben sollen. Sie vergleichen sich mit ihren Klassenkollegen. Das spornt an. Sie wissen, dass es nicht egal ist, ob man sich anstrengt oder die Zeit verplempert. Auch die Eltern wollen wissen: «Wo steht mein Kind? Kommt es mit? Wann sollte es lesen, wann das Einmaleins können?» Das gibt Orientierung und Sicherheit. Wenn das Kind zu weit hintennach ist, kann die Familie sich zusammen mit den Lehrern überlegen, wie das Kind zu fördern ist. In der Sek ermöglichen Jahrgangsziele erst die Durchlässigkeit: Wenn in allen 7. Klassen z.B. das Skelett, die Geographie Europas etc. erarbeitet werden, kann ein Schüler oder eine Schülerin problemlos die Stammklasse wechseln, also z.B. von der G.-Klasse in die E-Klasse, denn mit Jahrgangszielen kann er und sie ziemlich sicher sein, dass nicht das gleiche Thema noch mal «drankommt». Auch der jetzt geltende Lehrplan des Kantons bietet keine Jahrgangsziele. Deshalb haben viele Lehrerkollegien schulhausinterne Pläne erstellt. Werden aber die Kinder wie im Lehrplan 21 verlangt in Zyklen von drei bis vier Jahren unterrichtet, und jedes Kind an einem anderen Niveau arbeitet, ist das bald nicht mehr möglich. Dann ist nicht mal mehr die Durchlässigkeit der Oberstufe gewährleistet, geschweige denn die unter den Kantonen. Und die Schüler und Schülerinnen sowie verlieren jede Orientierung, wo sie stehen. Jahrgangsziele gehören also in einen modernen Lehrplan, geben Struktur, Orientierung und ermöglichen die in der Bundesverfassung geforderte Harmonisierung. Deshalb «Ja» zu einer guten Thurgauer Volksschule».

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