/// Rubrik: Leserbriefe

Der richtige Standort?

Leserbrief – Das neue Stadthaus soll also auf die seit Jahrzehnten freigehaltene Bärenwiese kommen. Ist das der richtige Standort? (Jost Rüegg, Kreuzlingen)

Symbolbild. (Bild: Archiv)

Symbolbild. (Bild: Archiv)

Einst sollte die Bärenwiese von Gebäuden frei bleiben, damit der Blick auf die Basilika St. Ulrich nicht eingeschränkt werde. Deshalb wurde der Stadtsaal, also die Dreispitzhalle mit Dreifach-Turnhalle für teures Geld ganz nach Norden und in den Untergrund gedrückt, so dass nur der kleinste Teil des grossen Gebäudekomplexes jetzt sichtbar ist. Wir haben uns an den Bau gewöhnt und ihn lieb gewonnen. Mit der energiesparenden LED-Beleuchtung entlang der Dachkannte bekam das Gebäude beim Eindunkeln und des Nachts noch eine besondere Note. So erkennt und findet man den Stadtsaal auch nachts. Das gilt jetzt alles nichts mehr. Das neue Stadthaus soll platt auf die Wiese gestellt werden und verdeckt so den Stadtsaal von Süden gesehen vollständig. Der freie Blick auf die Basilika St. Ulrich wird von Nord-Westen her merklich eingeschränkt. Der heutige Standort des Stadthauses beim Boulevard, also an der Hauptstrasse und entlang der Marktstrasse ist eigentlich ideal. Er belebt die Stadt dort, wo sie es braucht. Vor Jahren wurde ein Projekt ausgearbeitet, das einen Neubau im Anschluss an das heutige Stadthaus entlang der Markstrasse bis zu Sonnenstrasse vorwiegend auf stadteigenen Grundstücken vorsieht. Unter dem heutigen Parkplatz Marktstrasse/Sonnenstrasse käme die neue Tiefgarage zu liegen. Das neue Stadthaus wäre dann vom Boulevard, von der Marktstrasse und von der Sonnenstrasse aus zugänglich. Natürlich würde der ganze Gebäudekomplex endlich rollstuhlgängig. Das «alte Stadthaus» am Boulevard gilt als wertvoll und bliebe äusserlich erhalten. Nur das Innere des Haus würde gebrauchstauglich ausgebaut. Ja – und ebenfalls in den Schubladen der Stadtverwaltung liegen seit Jahren die Projekte Bärenwiese als schöner Stadtpark und eines unterirdischen Parkhaus – einfach ohne neues Stadthaus. Ich vermute mal, eine Mehrheit der Kreuzlingerinnen und Kreuzlinger würde diese Projekte einem neuen Stadthaus auf der Bärenwiese und direkt vor der Dreispitzhalle vorziehen.

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2 thoughts on “Der richtige Standort?

  1. Herbert Brüllmann

    Der Standort für das neue Stadthaus könnte nicht besser sein – oder vielleicht gäbe es noch eine Variante schwimmend auf den Bodensee, dann könnte es ja nach Bürgermeinung verschoben werden…

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  2. Bruno Neidhart

    Ein kluger Kommentar von Herrn Ruegg. Doch mit der Bemerkung zum „Dreispitzbau“ gehe ich nicht konform. Tatsache ist, dass bereits damals viele Bedenken aufkamen, ob man dort überhaupt bauen sollte. Die Idee war nun, ein möglichst unauffälliges Bauwerk entstehen zu lassen. Und was ist dann entstanden? Eine simple „grauer Kiste“ mit integriertem Saal, der in seiner Funktion eigentlich nur den alten Löwensaal zitiert (wobei dort sogar noch ein Restaurant vorhanden war!). Und was ist mit der „Dreifachturnhalle“? Sie wurde in den Boden gestampft und gilt heute als „dunkles Loch“. Ich könnte mir – mit Verlaub – besonders für die Jugend ein schöneres, helleres Ambiente für deren sportliche Betätigung vorstellen! Der Beispiele gibt es viele! Das mit der LED-Beleuchtung versucht übrigens nur geschickt zu kaschieren, was der oberirdische Baukörper architektonisch nicht hergibt (Den Stadtsaal würde man nachts auch ohne LED finden). Es ging tatsächlich schon damals eindringlich um die Nachbarschaft zur Klosterkirche, um den Grad, der just noch möglich erscheinen könnte, eine zu starke Beeinflussung zu vermeiden. Das ist noch immer aktuell. Man kann diese „Beeinflussung“ heute nur noch mehr „verschlimmbessern“! Unterirdisches Parkhaus (privat geführt) und oberirdische städtische Grünanlage als sinnvolle Erweiterung des Dreispitz-Parkanlage ist hier „die“ Lösung. Dort, wo heute oberirdisch noch Fahrzeuge parken, genügt ein bescheiden breiter, befestigter, grün eigefasster „Veranstaltungsstreifen“ für alle möglichen Aktionen im Jahresverlauf.

    Urbaner Nachsatz zur Erinnerung: Und wie sieht es heute im Bereich des oben erwähnten, ehemaligen Löwen-Stadtsaals aus – sogar weiter bis zur Kirchstrasse hin? Erschreckende, unästhetische Ödnis seit vielen, viele Jahren. Das hat das Geschäftszentrum von Kreuzlingen, das ja dringen aufzuwerten ist – hierin ist man sich ja einig! – , nun wirklich nicht verdient!

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