/// Rubrik: Leserbriefe

Ja zum neuen Stadthaus

Leserbrief – Seit Jahrzehnten suchen Kreuzlingen und auch der Stadt- und Gemeinderat nach Lösungen für ein neues Stadthaus. Jetzt liegt ein Gesamtkonzept vor, das uns überzeugt. (Josef Bieri, alt Stadtammann und die ehemaligen Stadträte Felix Anderes, David Blatter, Renato Canal, Gerhart Lehmann)

(Bild: pixelio)

(Bild: pixelio)

Das Projekt führt die dezentralisierte Verwaltung zusammen und gestaltet neu die  Festwiese mit einer Tiefgarage. Ausserdem ist die Finanzierung gesichert! Damit bekommen wir eine zukunftsfähige Gesamtlösung, die uns allen Vorteile bringen wird und Kreuzlingen erhält damit neben dem Dreispitz ein würdiges Zentrum! Stimmen auch Sie für diese ausgewogene Vorlage mit JA!

Share Button

One thought on “Ja zum neuen Stadthaus

  1. Bruno Neidhart

    Es gibt nie eine“Gesamtlösung“! Eine Stadt entwickelt sich. Dazu gehört Flexibilität. Und es funktioniert! Die Verwaltung muss bei der heutigen Elektronik nur bedingt „zentral“ organisiert sein. Wenn ein Gebäude, das man als „Gesamtlösung“ gedacht hat, nicht mehr ausreicht, gibt es drei Möglichkeiten: Entweder wird das Verwalten wieder automatisch „dezentraler“, oder „man baut an“, oder „man erhöht ein Gebäude“. Hat man am vorliegenden Projekt aktiv oder auch nur passiv mitgearbeitet, macht es ja Sinn, zufrieden zu sein. Problem: Da kommt eine andere Lösung, vielleicht eine sogar überzeugendere, da diese besonders einen „zentraleren“ täglichen Bezug zur Stadt und ihrem urbanen Leben zu beschreiben versucht, kaum mehr in Frage. O.K.! Dies wiederum schmälert jedoch keineswegs die Qualität einer Grundidee, dass ein Stadthaus für die heutige Gesellschaftsstruktur dort am Gescheitesten zu wirken hat, wo sich das tägliche (Gemeinschafts-) Lebensgefühl der Bevölkerung unmittelbarer auch in seiner breiten Sozialstruktur äussert. Ein solitäres Stadthaus ohne unmittelbaren Bezug zum geschäftigen Leben kann demnach als veritabler Verlust für die wichtige Stadtmitte bezeichnet werden. Fakt ist zudem: Die Zukunft der Stadt hängt keineswegs von einer quasi hälftigen Überbauung der Stadtwiese ab (eine – private! – unterirdische Auto-Parkebene für Campus und „Dreispitz“ ist dagegen machbar!). Auch muss da nicht deswegen gebaut werden, weil nur hier die „Finanzierung gesichert wäre“. Es geht vielmehr um einen Grundsatzentscheid: Somit prallen eben ganz unterschiedliche Gedankenstränge aufeinander, die weder im historischen Kontext zu vergleichen sind – u.a. Klosterkirche als Stadtmerkmal sehr wesentlich, letzter grosser offener Stadtraum soll erhalten bleiben, usw. – , noch in der Projektion, dass einem (architektonisch) überzeugend modern konzipierten, kreativen Stadthaus eine elementare Bedeutung zur Belebung der Kreuzlinger Stadtmitte zukommen kann. Eine attraktive „Stadthaus-Mitte-Lösung“ wäre somit auch ein Stück täglich offen gelebter „Stadtkultur“, an der viele Einheimische und Besucher teilhaben könnten, auch wenn sie nicht unmittelbar eine behördliche Frage haben, sondern sich etwa zwischen dem Einkaufen und Schlendern im Stadtcafé treffen wollen, sich als Gast über die Stadtgeschichte orientieren möchten, sich über die Aktivitäten in und ausserhalb der Stadt orientieren lassen, usw. Also viele Möglichkeiten im unmittelbaren, belebten Stadtzentrum, Möglichkeiten, sich durch ein „abgesondertes Stadthaus“ nicht in dieser Form erschliessen lassen. Es ist das, was letztlich mit „Stadt-Haus-Kultur“ zu umschreiben ist. Daran können sich die Geister tatsächlich scheiden.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar zu Bruno Neidhart Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.