/// Rubrik: Leserbriefe

Atomausstieg – Blackout!?

Leserbrief – Bundesrätin Doris Leuthard halte ich an und für sich für eine gradlinige und vertrauenswürdige Person. Wenn sie aber im Zusammenhang mit der Abstimmung vom 27. November über den Atomausstieg von einem möglichen Blackout in der Schweiz spricht, ist das eine Fehlinformation erster Güte. ( Jost Rüegg, Kantonsrat, Kreuzlingen)

(Bild: pixelio)

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Ob sie es nicht besser weiss ? Die Schweiz hat seit Jahrzehnten das best vernetzte Stromnetz mit den umliegenden Ländern. Zudem liegt sie wie eine Spinne absolut im Zentrum dieses europäischen Netzes. Das grösste Risiko eines Blackouts in der Schweiz stellen nach wie vor die fünf Atomkraftwerke dar! Denn, wenn es in einem Atomkraftwerk in der Schweiz eine Schnellabschaltung gab, war das Risiko eines Blackouts am Grössten. Das schweizerische Stromnetz allein wäre in einem solchen Falle sofort zusammengebrochen. Es wäre zu einem grossflächigen Blackout gekommen. Weil aber dank der Vernetzung der Schweiz mit den umliegenden Ländern die plötzlich ausfallende Leistung von 350 MW bis 1000 MW, je nach Reaktorgrösse, die fehlende Leistung in Sekunden vom Ausland sofort ausgeglichen wurde, haben wir noch nie etwas davon gespürt oder erfahren. Soviel zur Unabhängigkeit der Schweiz in Sachen Strom.

Es kommt dazu, dass zwischen der und über die Schweiz mit den europäischen Staaten schon seit Jahrzehnten täglich riesige Strommengen ausgetauscht werden. So sind auch unsere Netze schon heute für grosse Strommengen ausgelegt. Mit dem sukzessiven Ausstieg aus der Atomenergie sinkt also das Risiko für einen Blackout in der Schweiz massiv, wenn er denn je bestanden hat. Nicht die Sorge um eine ausreichende und sichere Stromversorgung treibt die grossen Stromkonzerne, offenbar zusammen der Mehrheit in Bundesrat und Parlament an, uns Angst zu machen, sondern die Sorge um das heute schon nicht mehr so lukrative Geschäft mit dem Strom. Jede Solaranlage, jedes Windrad und jede Biogasanlage, die nicht von AXPO und Co selber gebaut werden, stellt eine unliebsame Konkurrenz dar. Noch Fragen?

Es gibt noch viele weitere Argumente, warum ein geplanter Atomaussieg, wie ihn ein JA am 27. November, von ganz bestimmten Kreisen bekämpft wird. Diese haben aber in einem einzigen Leserbrief nicht Platz.

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