/// Rubrik: Leserbriefe

JA zum geordneten Atomausstieg bis 2029

Leserbrief – In der Schweiz steht das älteste AKW der Welt und der älteste AKW-Park der Welt! Altreaktoren werden immer gefährlicher – und es gibt keine Erfahrungen auf ihrem Gebiet. Fixe Lauftzeitbeschränkungen können das Problem entschärfen und geben den Kraftwerksbetreibern Sicherheit für zukünftige Investitionen. (Daniel Moos, Freie Liste, Gemeinderat Kreuzlingen)

(Bild: pixelio)

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Die Schweiz betreibt mit Leibstadt und Gösgen zwei Alt-Reaktoren, mit Mühleberg und Beznau I und II drei Uralt-Reaktoren. Beznau I sorgt sogar für einen traurigen Rekord: Mit 45 Jahren ist es der älteste Reaktor der Welt. Entsprechend lang sind die Mängellisten. Nach Fukushima wurden vergleichbare Reaktoren in Deutschland vom Netz genommen. Zum Vergleich: Das weltweite Durchschnittsalter von AKW liegt bei 23 Jahren. Gebaut wurden die alten AKW für maximal 40 Jahre Betriebszeit. Gemäss Bundesrat sollen die AKW «solange sie sicher» sind weiterlaufen. Verantwortlich für Beurteilung der Sicherheit ist die Aufsichtsbehörde ENSI. Sie entscheidet auf Basis irgendwelcher Wahrscheinlichkeitsrechnungen und Gefährdungsannahmen (Erdbeben, Hochwasser, Flugzeugabstürze). Bei Nachrüstungen muss das ENSI aber auch wirtschaftliche Interessen der Betreiber berücksichtigen. Die Kernschmelzen von Three Mile Island und Tschernobyl sind auf menschliches Versagen zurückzuführen. Die dreifache Kernschmelze von Fukushima letztendlich auch. Vor den Unfällen gab es Hinweise auf Risiken der verwendeten Reaktortypen und Konstruktionsmängel der Anlage in Fukushima Daiichi, Warnungen vor möglichen Schäden durch Erdbeben und Tsunamis sowie Kritik an unzureichender Wartung. Tepco und die japanischen Atomaufsichtsbehörden ignorierten die meisten dieser Hinweise. Warum sollten wir unserer Aufsichtsbehörde mehr vertrauen als zum Beispiel der KESB oder sonst einer staatlichen Behörde?

Ein «so lange laufen lassen bis es zu spät ist», können wir uns nicht leisten. Ein GAU in Mühleberg im Ausmass von Fukushima würde das ganze Schweizer Mittelland verseuchen und unbewohnbar machen. Dieser Gefahr setzen wir uns unnötigerweise aus: Die drei uralten AKW sind klein und könnten morgen vom Netz – ohne, dass die Schweiz ein Stromversorgungsproblem bekäme. Es gibt noch viele andere Gründe für den Atomausstieg, darum lege ich ein überzeugtes JA am 27. November in die Urne!

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