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«Informieren und Abstimmen ist Bürgerpflicht»

Kreuzlingen – Die Präsidenten der Quartiervereine sind besorgt, weil die Bevölkerung bisher scheinbar wenig Interesse zeigte, sich über die Abstimmung zum neuen Stadthaus zu informieren. Deswegen veranstalten die vier Quartiervereine am 9. November, 19.30 Uhr, ein Podium zu diesem grossen und bedeutenden Projekt.

Das neue Stadthaus soll auf dem Bärenplatz zu stehen kommen. Geplant ist ein schlanker, flacher Bau, der sich rücksichtsvoll vor das Kreuzlinger Wahrzeichen, die Basilika St. Ulrich, schmiegt, und ausserdem die Neugestaltung der Festwiese und eine Tiefgarage miteinschliesst. Kreditantrag: 47,5 Millionen Franken. Die Quartiervereine wollen mit ihrem Podium die Meinungsbildung fördern. Denn nur wer weiss, um was es geht, kann Entscheidungen treffen, bemerken Rainer Keller und Christian Brändli, die Quartiervereinspräsidenten von Egelshofen und Emmishofen.

Quartiervereinspräsidenten Christian Brändli (l.) und Rainer Keller auf dem tristen Bärenplatz, der heute hauptsächlich als Parkplatz dient. (Bild: sb)

Quartiervereinspräsidenten Christian Brändli (l.) und Rainer Keller auf dem tristen Bärenplatz, der heute hauptsächlich als Parkplatz dient. (Bild: sb)

Herr Brändli, Herr Keller, sind die Meinungen schon gemacht?
Rainer Keller: Schwer zu sagen. Wir stellen auf jeden Fall fest, dass bisher wenig Interesse bestand, sich mit dem neuen Stadthaus auseinanderzusetzen. Die Resonanz an Veranstaltungen zum Thema, etwa dem Tag der offenen Verwaltung, aber auch an der Ausstellung im Foyer Festwiese, war eher mau. Deswegen fühlen wir uns aufgefordert, eine Informationsplattform zu bieten. Wir wollen die Bevölkerung wachrütteln.
Christian Brändli: Egal, ob man dafür oder dagegen ist: die Vorlage sollte man genau prüfen. Das Podium ist auch für Leute geeignet, die eine vorgefertigte Meinung haben.

Dann wird es also keine Werbeveranstaltung fürs neue Stadthaus?
Brändli: Beileibe nicht. Wir haben den Termin extra so gewählt, weil die Botschaft dann versandt ist. Macht diese auf, lest sie! Wir bieten euch am 9. November ein Forum, das beide Seiten beleuchtet, pro und contra. Und an dem die Bevölkerung Fragen stellen kann.
Keller: Am Podium werden auf der einen Seite Nationalrat Christian Lohr und der Unternehmer Jürg Kocherhans teilnehmen. Ihnen geben FDP-Gemeinderat Beat Rüedi und der Architekt Paul Stähli Contra. Stadtpräsident Andreas Netzle wird einleitend über das Projekt informieren und auch während der Diskussion für Sachfragen zur Verfügung stehen. Die Moderation übernimmt der Tägerwiler Gemeindepräsident Markus Thalmann. Es gibt die Möglichkeit, bis zum 6. November vorab Fragen – auch anonym – an info-podium@hispeed.ch zu senden. Diese werden vom Moderator in die Diskussion eingeflochten.

Formiert sich an diesem Tag erstmals die Opposition – aus den Reihen der FDP?
Brändli: Es ist einerseits Zufall, dass Paul Stähli und Beat Rüedi beide FDP-Mitglieder sind, andererseits ebenfalls Zufall, dass sämtliche Podiumsteilnehmer im Quartier Bodan wohnen.
Keller: Uns war wichtig, das die Teilnehmer gut argumentieren können und etwas zu sagen haben.

War es denn schwer, Gegner des Projekts aufzutreiben?
Keller: Befürworter, die sich öffentlich äussern möchten, sind weit in der Überzahl. Ich bin aber froh, dass wir auch Vertreter der Gegenseite zur Teilnahme bewegen konnten. So können wir umfassend informieren und die Stimmberechtigten können sich eine Meinung bilden.

Wie stehen Sie beide zum neuen Stadthaus?
Keller: Ich stehe voll dahinter. Das Anliegen der Quartiervereine jedoch ist es, die Kommunikation anzukurbeln.
Brändli: Als Quartiervereine geben keine Wahlempfehlung ab. Wir verhalten uns neutral.

Was ist ihr Ziel?
Keller: Wir hoffen, dass mindestens 200 Interessierte kommen. Es soll einen Schlagabtausch geben, aber innerhalb einer sachlichen Diskussion.
Brändli: Am 27. November erhoffen wir uns eine möglichst hohe Wahlbeteiligung. Der Wunsch wäre: weit über 50 Prozent. Es geht schliesslich um 47,5 Millionen Franken. Jeder Stimmberechtigte soll zur Urne gehen und seiner Bürgerpflicht nachkommen.

Wie schätzen Sie die Stimmung im Volk ein?
Brändli: Es scheint derzeit ziemlich gleich verteilt, eine Pattsituation. Viele haben noch offene Fragen, etwa bezüglich der Kosten, der Lage oder dem Volumen und der Höhe des Baukörpers. Diese können im Dreispitz beantwortet werden.
Keller: Auf Pro- wie auch auf Contra-Seite scheint noch Raum vorhanden, um weitere Argumente einzubringen. Das soll am Podium vom 9. November geschehen.

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