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Der Rohbau des Tröschs ist fertig

Kreuzlingen – Mitten am Boulevard feierten die Bauherren Monika Roell und Christof Roell mit den beteiligten Handwerkern und Planern am vergangenen Freitag die Aufrichte des Tröschs. Den Schlüssel zum Haus wollen sie der Stadt im April übergeben. Diese soll es mitten am Boulevard als Begegnungszentrum führen. Am 10. November entscheidet der Gemeinderat darüber.

«Wir haben mit rund 70 Beteiligten gefeiert», berichtet Monika Roell. Es sei sprichwörtlich das erste multikulturelle Fest im neuen Gebäude gewesen. Der tamilische Schulverein habe gekocht und in ihrer Ansprache hätten sie die anwesenden Angehörigen verschiedener Nationen adressiert: «Ihr seid die Menschen, die wir uns im Trösch wünschen.»

Denn das Begegnungszentrum sollen Kreuzlinger Vereine mit Leben füllen, ein Bau für jedermann sozusagen. Dafür überlassen die Roells den Neubau der Stadt Kreuzlingen kostenfrei über einen Nutzniessungsvertrag. «Die Stadt muss weder Miete für das Haus bezahlen noch Zinsen für Darlehen», sagen die Bauherren. Die Mieteinnahmen fliessen in den Säckel der Stadt, die davon den laufenden Betrieb garantiert, also Unterhalt, Serviceverträge, Personal, Strom und Heizung. Auf fünf Jahre ausgelegt rechnet man mit 90’000 Franken Defizit pro Jahr. Befürworter des Vorhabens reden von einem aussergewöhnlichen Geschenk für die Stadt und die Allgemeinheit, das man nur noch auspacken müsse.

Christof Roell (stehend) hielt eine Ansprache zur Aufrichte. (Bild: zvg)

Christof Roell (stehend) hielt eine Ansprache zur Aufrichte. (Bild: zvg)

Nächste Woche werde der Kran abgeholt, das Gerüst abgebaut. «Wir sind parallel mit dem Innenausbau beschäftigt, den wir in Abstimmung mit den zukünftigen Mietern planen», so Christof Roell. Neu sei als fester Mieter der tamilische Schulverein mit an Bord. Auch «Tischlein deck dich», die Schweizer Lebensmittelhilfe, will hier eine Abgabestelle für Esswaren eröffnen, es wäre die erste im Bezirk Kreuzlingen. Immer weitere Anfragen lokaler Vereine trudeln ein, die sich für einen Event oder regelmässig einmieten wollen, wenn das Haus ab 1. April 2017 bezugsbereit ist. «Ein Grund für das budgetierte Defizit des laufenden Betriebs ist der, dass die Mieten so günstig wie möglich sein sollen», erklärt Monika Roell. Sie geht davon aus, dass der grosse Saal plus Küche rund 120 Franken pro Abend für Kreuzlinger Vereine kostet. Die Preisliste sei aber noch in Bearbeitung.

«Bisher haben wir durchweg positives Echo bekommen», sagt sie über ihre Besuche bei Parteien, Verbänden und Serviceclubs. Zudem sei die Schaffung von «Begegnungsräumen» explizit in den Legislaturzielen des Stadtrats festgehalten, eine öffentliche Aufgabe also. Die hier durch Unterstützung von privater Seite erst möglich gemacht wird. «Wir sind überzeugt von dem Projekt», sagen die Geschwister unisono. Einen Plan B haben sie nicht. «Wir haben unsere volle Energie in den Aufbau dieses Begegnungszentrums gesteckt und werden auch nach der Eröffnung in der Betriebskommission mitarbeiten. Wir hoffen, dass das Projekt angenommen wird».

Derzeit werden noch Sponsoren für die Möblierung von Schulungsräumen gesucht, vornehmlich für Stühle, Tische und PCs. Unterstützer können sich unter info@dastroesch.ch melden.

Mehr zum Thema Trösch gibt es im Vorbericht zur Gemeinderatssitzung in der nächsten Ausgabe zu lesen.

Über das Trösch haben wir bereits im Juni berichtet.

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