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«Das können wir uns leisten»

Kreuzlingen – Die Steuerfussreduktion macht sich bei der Primar- und Sekundarschule bemerkbar. Statt wie gewohnt das Eigenkapital zu mehren, wird dieses nun langsam abgebaut. Genügend Geld für neue Schulklassen, Investitionen in die Liegenschaften und allenfalls eine Sanierung des Thermalbads seien trotzdem vorhanden.

Finanzchefin Susanne Burgmer und Schulpräsident René Zweifel erläutern das Budget 2017 der Primar- und Sekundarschulgemeinde. (Bild: ek)

Finanzchefin Susanne Burgmer und Schulpräsident René Zweifel erläutern das Budget 2017 der Primar- und Sekundarschulgemeinde. (Bild: ek)

«Wir werden in den nächsten Jahren Defizite schreiben», erklärt Schulpräsident René Zweifel gelassen. Mit zwölf resp. zehn Millionen Franken Eigenkapital hat die Primar- und Sekundarschulgemeinde Kreuzlingen auch ein genug grosses Polster um kalkulierte Einbussen verkraften zu können.

Für das Jahr 2017 wird bei der Primarschulgemeinde mit einem Verlust von 46000 Franken gerechnet. Dafür verantwortlich sind in erster Linie die Übernahme der Kreuzlinger Horte, eine Klasseneröffnung im Seetalschulhaus, festgeschriebene Lohnerhöhungen sowie der Solidaritätsausgleich an finanziell schwächere Schulgemeinden. «Diese Beiträge steigen stetig an», zeigt sich Susanne Burgmer, Leiterin Finanzen, besorgt. Zwar stehe man hinter dem Grundgedanken der Solidaritätszahlungen, dennoch sei es schmerzhaft, wenn in der Sekundarschulgemeinde mit über sechs Millionen Franken ein Viertel der finanziellen Mittel abfliessen. Daneben sorgt eine neue G-Klasse im Egelseeschulhaus sowie der steigende Personalaufwand 2017 für einen budgetierten Verlust von 69’000 Franken. Immerhin konnte Burgmer zusammen mit anderen betroffenen Schulgemeinden und dem Kanton Thurgau gewisse Unstimmigkeiten bei den Transferbeiträgen klären. Die für den Fall der Fälle angelegten Reserven in Höhe von 1,6 Millionen Franken werden nun aufgelöst und so kann dieses Jahr immerhin buchhalterisch nochmals ein satter Gewinn eingefahren werden, bevor die schlanken Jahre beginnen. Denn für die nächsten drei Jahre werden beiden Schulgemeinden sechsstelligen Minuserträgen prognostiziert.

Investitionen in die Zukunft
«Viel Spielraum haben wir bei unserer Budgetierung sowieso nicht», erklärt Burgmer. Es existieren zahlreiche gesetzliche Auflagen und Anforderungen und auch die Lehrerlöhne werden vom Grossen Rat festgelegt. Zwar gehen die Schulverwaltung und auch die Schulleiter sehr haushälterisch mit ihren Mitteln um, total auf Sparflamme will Zweifel die Behörde nicht setzen. Im Gegenteil, es stehen grosse Investitionen bevor: Das Schreiber- und Seetalschulhaus sowie einige Horte sollen in der Primarschulgemeinde saniert werden.

In der Sekundarschulgemeinde läuft bis 2019 noch die Renovation des Egelseeschulhauses und am Horizont taucht auch schon der nächste Anlauf zur Sanierung des Thermalbads Egelsee in Höhe von 4,5 Millionen Franken auf. Wenn die Kreuzlinger dieser im November 2017 nicht zustimmen, werde man das Hallenbad schliessen müssen, sagt Zweifel. «Auf den stetigen Unterhalt unserer Liegenschaften zugunsten einer besseren Rechnung zu verzichten wäre kurzfristig und fahrlässig gedacht», so der Schulpräsident. Trotz aller Aufwendungen ist der er zuversichtlich: «Wir können uns die Investitionen leisten!»

Ein grosser Unsicherheitsfaktor in der ganzen Budgetierung sind und bleiben  die zu erwartenden Neuzugänge in den Schulen. In den nächsten fünf Jahren werden über 150 neue Kinder erwartet. «Ich muss feststellen, dass die Raumplanungsstrategie eine der grössten Herausforderungen im Amt ist», bilanziert Zweifel nach eineinhalb Jahren als Schulpräsident.

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