/// Rubrik: Leserbriefe

Städtebaulich sehr gut

Leserbrief – Das Projekt für ein Stadthaus mit Festwiese und Tiefgarage, über das wir jetzt abstimmen, ist das Resultat eines jahrzentelangen demokratischen Entscheidungsprozesses. Elina Müller, Architektin ETH

Symbolbild. (Bild: Archiv)

Symbolbild. (Bild: Archiv)

Verschiedene Lösungen wurden untersucht, heftig diskutiert und wieder verworfen. Dass das nun vorliegende Projekt ausgereift und breit abgestützt ist, zeigt sich für mich auch in der grossen Zustimmung bei fast allen politischen Parteien und einer grossen Mehrheit der Gemeinderäte.

Auch bei einem demokratisch erarbeiteten Projekt ist es unmöglich, dass jeder mit allem zufrieden ist. Persönlich hätte ich mich über einen Bau mit grösserer architektonischer Eigenständigkeit und Ausdruckskraft gefreut. Ich bin aber zuversichtlich, dass die vorgesehene Überarbeitung der Fassade das äussere Erscheinungsbild des neuen Stadthauses prägnanter machen wird. Vor allem aber habe ich bei genäuerem Hinsehen viele Vorzüge in dem vorliegenden Stadthausprojekt entdeckt. Die Raumanordnung sieht gut und vernünftig aus. Städtebaulich halte ich das Projekt für sehr gelungen. Das Gebäude fasst die grosse Festwiese ein, wo sie heute ins räumlich Unbestimmte ausläuft. Zur Pestalozzistrasse ist eine klare Kante definiert und parallel zu Strasse mit dem gedeckten Weg eine Verbindung geschaffen. Stadthaus und Stadthalle Dreispitz spielen gut zusammen und bilden interessante Zwischenräume.

Gut finde ich auch, wenn man man die schönen alten Gebäude, in denen die Stadtverwaltung jetzt untergebracht ist, künftig für andere Zwecke wird nutzen können. Müsste man die alten Gebäude so umbauen, dass sie die Raumbedürfnisse der wachsenden Stadt befriedigen und dabei energetischen und praktischen Massgaben entsprechen sowie barrierefrei werden, dann wäre das bautechnisch sehr schwierig zu realisieren. Ein grosses Gebastel, das zwangsläufig auch einiges an den historischen Bauten zerstören würde. Ich bin sicher, wir finden passendere Nutzungen für die zentral gelegenen Altbauten, die auch zur Zentrumsentwicklung beitragen können. Für das Stadthaus ist ein Neubau viel vernünftiger und der Bärenplatz der richtige Ort. Alles in allem also ein überzeugendes, zukunftgerichtetes Projekt. Ich hoffe, viele von Ihnen schliessen sich mir an und stimmen auch JA zu Stadthaus, Festwiese und Tiefgarage.

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One thought on “Städtebaulich sehr gut

  1. Bruno Neidhart

    Der grosse Freiraum inmitten der Stadt läuft nicht ins „räumlich Unbestimmte“ (Elina Müller). Er markiert Kreuzlingen als einzigartig. Hingegen stimmt der Einlass von Elina Müller, dass dem vorgesehenen Bau „architektonische Eigenständigkeit und Ausdruckskraft“ fehlen würden. Das macht das umjubelte Projekt geradezu tragisch. Es gibt erfreulich viele Gegenstimmen. Und es existieren bekanntlich Alternativen – gewichtige Alternativen.

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