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Vogelgrippe am Bodensee

Region – Im Raum Konstanz sind Reiherenten an einer gefährlichen Vogelgrippe-Form gestorben. Schätzungsweise sind bereits über 100 Wildtiere betroffen. Auch in der Schweiz wurden verendete Tiere aufgefunden. Eine Warnung für Geflügelhalter in den Ländern des Bodenseeraums ist erfolgt.

Die Reiherente gehört zu den betroffenen Arten der Vogelgrippe. (Bild: Fabio Sommaru/pixelio)

Die Reiherente gehört zu den betroffenen Arten der Vogelgrippe. (Bild: Fabio Sommaru/pixelio)

Die Reiherente überwintert am Bodensee. Im Spätherbst kommen jährlich Zehntausende Enten aus Skandinavien, Nordosteuropa und Sibirien an die Wasserflächen der Region. Nun wurden im Bodenseeraum um die 100 Wildvögel gefunden, die am Virus Typ H5N8 verendet sind. Dies ist ein Virus, der bereits im Jahr 2014 grassierte und zu einer Schliessung von zahlreichen Geflügelbetrieben geführt hat. In Schleswig-Holstein wurden ebenfalls betroffene Vögel gefunden und eine Stallpflicht für sämtliche Geflügelbetriebe verordnet.

Dass der Virus mit der Wanderung der Wildvögel eingeschleppt wurde, ist als unwahrscheinlich anzusehen, da erkrankte Tiere eine solche Reise nicht überstanden hätten. Viel eher ist davon auszugehen, dass der Virus bereits am See ausgebrochen ist.

Eine Übertragung des für Wildtiere tödlichen Erregers auf den Menschen ist laut des Nationalen Referenzlabors Friedrich-Loeffler-Institut theoretisch denkbar, aber als eher unwahrscheinlich einzustufen. Wer einen toten Vogel findet, soll diesen sicherheitshalber nicht berühren und einen Wildhüter informieren.

Der Agrarminister von Baden-Württemberg, Peter Hauk (CDU) war am Mittwoch in Konstanz.  «Es deutet nichts darauf hin, dass eine Gefahr für den Menschen besteht», sagte Hauk. «Das kann man derzeit ausschliessen.» Dennoch wird allen Geflügelhaltern am Bodensee empfohlen, die Tiere im Stall zu lassen, um eine Ausbreitung der Krankheit zu vermeiden. Für Betriebe im Umkreis von 1000 Metern des Bodenseeufers, bzw. 500 Metern des Rheinufers besteht eine konkrete Stallpflicht. Zudem müssten Geflügelhalter in dieser Zone beim Kontakt mit dem Geflügel Schutzkleidung tragen und diese nach Gebrauch desinfizieren. Die Sicherheitsmassnahmen seien in enger Absprache mit den Behörden in der Schweiz und in Österreich getroffen worden, sagte Hauk. Von den Maßnahmen seien im Kreis Konstanz und im Bodenseekreis 145 Halter mit insgesamt 2500 Tieren betroffen.

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