/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Vorbereitung auf den neuen Lehrplan

Kreuzlingen – Im Rahmen der Jahrestagung der Thurgauer Unterstufenkonferenz (TUK) setzten sich rund 800 Lehrpersonen mit dem Lern- und Unterrichtsverständnis des neuen Lehrplans Volksschule Thurgau auseinander. Die ganztägige, obligatorische Weiterbildung fand in der Tennishalle der Bodenseearena in Kreuzlingen statt. Gearbeitet wurde in kleinen Gruppen und mit interaktiven Elementen.

Das Bild ist ungewohnt. Statt einer Konferenzbestuhlung erwarten die Teilnehmenden 8er-Stuhlkreise um einen Kartonwürfel, der als Schreib-Tisch dient. Gleich zu Beginn diskutieren die Teilnehmenden eine provokative These des Referenten Prof. Dr. Kurt Reusser von der Universität Zürich. Der wichtigste Grundsatz eines kompetenzorientierten Unterrichts laute: «Ich habe meine Lehrverantwortung erst dann erfüllt, wenn die Schülerinnen und Schüler das Lernziel erreicht haben.»

Sie zeigen einerseits einen Einblick in die Jahrestagung der Thurgauer Unterstufenkonferenz in Kreuzlingen und zum anderen den Referenten Prof. Dr. Kurt Reusser von der Universität Zürich. (Bild: Gaccioli)

Sie zeigen einerseits einen Einblick in die Jahrestagung der Thurgauer Unterstufenkonferenz in Kreuzlingen und zum anderen den Referenten Prof. Dr. Kurt Reusser von der Universität Zürich. (Bild: Gaccioli)

Damit ist zum einen das Thema inhaltlich lanciert und zum anderen wird die Arbeitsweise deutlich. Die Teilnehmenden diskutieren in den Stuhlkreisen. Sie schicken ihre Gruppenerkenntnisse via Smartphone an ein Redaktionsteam, das die Textnachrichten nach inhaltlichen Aspekten zusammenfasst. Anschliessend werden diese wiederum durch die Teilnehmenden mit dem Smartphone oder mit einem zur Verfügung gestellten Votinggerät gewichtet.

Die eingangs erwähnte These beispielsweise wurde in ihrer Absolutheit von der Mehrheit der Teilnehmenden abgelehnt. Auch Prof. Dr. Reusser relativierte sie im Verlauf seiner Ausführungen und formulierte sie bescheidener: «…wenn ich mein Bestes gegeben habe, um diesem Ziel nahe zu kommen – d.h., wenn fast alle Kinder (ausser denen, deren Lernziele angepasst wurden) die Kompetenzziele erreicht haben.» Zum Abschluss seines zweigeteilten Referats machte er den Lehrpersonen Mut: «Lassen Sie sich auf den neuen Lehrplan ein. Nutzen Sie die pädagogische Autonomie, die Ihnen auch der neue Lehrplan in hohem Masse gibt!»

Die Weiterbildung war die zweite von insgesamt vier Veranstaltungen. Bereits Ende September tagten die Kindergarten-Lehrpersonen in Erlen. Mitte und Ende November folgen die Jahrestagungen der Thurgauer Mittelstufenkonferenzen bzw. der Konferenz der Thurgauer Sekundarschullehrkräfte.

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