/// Rubrik: Kultur | Topaktuell

«Broken German»

Gottlieben – Der unkonventionelle Schriftsteller Tomer Gardi liest am Donnerstag, 17. November, 20 Uhr im Bodmanhaus Gottlieben.

Tomer Gardi lebt und arbeitet in Tel Aviv. (BIld: zvg)

Tomer Gardi lebt und arbeitet in Tel Aviv. (BIld: zvg)

Jahre, nachdem Radili sich nach bedrohlichen Anpöbelungen durch Skins ein Messer gekauft hat, kehrt er als Erwachsener in dieselbe Stadt zurück, und seine neuen Freunde aus der »linksradikalen WG« wollen einen Film daraus machen. Die Suche nach dem damals vergrabenen Messer ist die erste von vielen Situationen, die der Erzähler vor uns abrollt, fallen lässt, neu aufnimmt und auf ganz unorthodoxe Weise miteinander verknüpft.

Es wäre ein ganz normaler, übermütiger und ungenierter Grossstadtroman, wäre da nicht seine Sprache, die Sprache all dieser Migranten, die wie der Erzähler aus ihrer Sprache deportiert und aus der Geschichte bzw. der Erzählung hinausgeworfen wurden. »Realismus schreiben nur Menschen mit einem festen Wohnsitz und einer Aufenthaltserlaubnis«, sagt Tomer Gardi und entwickelt in «Broken German» ein anspielungsreiches, anspruchsvolles und vergnügliches Plädoyer für die Sprachenvielfalt in der einen Sprache, für die Regelübertretung, für das Nicht-Normierte. «Broken German» ist das zweite Buch von Gardi, das auf Deutsch erscheint, aber das erste, das er auf Deutsch geschrieben hat. In einem sehr eigenwilligen Deutsch. Denn Tomer Gardi macht Fehler. Viele Fehler.

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