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Südwestdeutsche Philharmonie unter den Besten

Konstanz – Die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz wird in ein neues Bundesprogramm zur Exzellenz-Förderung von Orchestern aufgenommen. Die nächsten fünf Jahre wird das Orchester damit mit bis zu 900.000 Euro jährlich aus dem Kulturetat des Bundes unterstützt.

Oberbürgermeister Uli Burchardt (v.l.), Intendant Beat Fehlmann und Bundestagsabgeordneter Andreas Jung. (Bild: zvg)

Oberbürgermeister Uli Burchardt (v.l.), Intendant Beat Fehlmann und Bundestagsabgeordneter Andreas Jung. (Bild: zvg)

Von über 130 Berufsorchestern bundesweit kommen nur sechs in das Programm. Bislang erhalten ausschliesslich die Berliner Philharmoniker Bundesmittel. Die Auswahl für das Exzellenz-Programm basiert auf innovativen und herausragenden Bemühungen dieser Klangkörper im künstlerischen sowie administrativen Bereich. «Konstanz spielt damit im Konzert der Besten», freut sich Bundestagsabgeordneter Andreas Jung. «Exzellenz gibt es nicht nur in Berlin, sondern auch am Bodensee.»

Unter der Leitung des Intendanten Beat Fehlmann hat sich die Philharmonie in den letzten drei Jahren komplett neu positioniert. Durch diese ausgezeichnete Entwicklung und durch das langjährige Engagement von Stadt und Land sei die Aufnahme der Südwestdeutschen Philharmonie in das Exzellenzprogramm möglich geworden, so Andreas Jung.

Intendant Beat Fehlmann zeigte sich über die Entscheidung «glücklich und durchaus überwältigt». Bei seinem Stellenantritt vor drei Jahren im Schatten einer grossen Krise habe er nicht damit gerechnet, dass es gelinge, das Orchester so zeitnah derart erfolgreich neu zu positionieren. «Die konsequente Auseinandersetzung mit den regionalen Gegebenheiten hat in kurzer Zeit deutlich überregionale Strahlkraft erreicht.», betont Beat Fehlmann. Schwerpunkt ist dabei die breite Verankerung von Philharmonie und klassischer Musik in Stadt und Region. Dies kommt durch zahlreiche innovative Projekte zum Ausdruck. Die Kooperationspartner reichen dabei von Universität und HTWG über den Konstanzer Handballverein HSG bis hin zu Seenachts- und Oktoberfest.

Oberbürgermeister Uli Burchardt freut sich, dass sich die «intensive, aber auch offene und transparente Arbeit der letzten Jahre» nun so auszahle. «Die heutige Entscheidung ist eine Bestätigung des Bekenntnisses der Stadt Konstanz zur Philharmonie – gerade auch in schwierigen Zeiten.» Es sei erstaunlich, welchen Weg Management und Musiker gemeistert hätten. Das werde nun durch die Bundesförderung gewürdigt. «Ich bin stolz auf unser Orchester», so Uli Burchardt.

Voraussetzung für die Aufnahme in das Bundesprogramm ist «künstlerisches Exzellenzpotenzial». Wo dieses bereits vorliegt, soll die Förderung helfen, es zu verwirklichen. Das Ziel ist die Stärkung der deutschen Orchesterlandschaft. Sie steht auch auf der UNESCO-Liste des immateriellen Weltkulturerbes.

Kernstück des Programms ist die Förderung von «Kunst, Musikvermittlung und Kommunikation» in der Orchesterarbeit. Hierzu stehen 500’000 Euro pro Orchester in den Jahren 2017 bis 2021 zur Verfügung. Die ausgewählten Orchester sollen sich dabei auch untereinander vernetzen, miteinander kooperieren und gemeinsam Projekte umsetzen. Daneben ist eine jährliche Unterstützung von 400’000 Euro zur «Förderung des persönlichen Exzellenzwillens» der Orchestermusiker möglich. Damit sollen Vereinbarungen und Prämien zur Umsetzung einer «Exzellenzcharta» ermöglicht werden. Darin soll sich jedes Orchester eigene Entwicklungsziele setzen.

Ausdrücklich heisst es in dem Programm, Ziel der Bundesförderung sei es nicht, fehlende strukturelle Mittel zu ersetzen. Vielmehr sollten «vorhandene Ressourcen» mobilisiert werden, um das Niveau weiter zu steigern.

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