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Unnötige Gefährdung unserer Energieversorgungssicherheit

Bussnang – Vertreter von SVP, CVP und FDP des Thurgauer Komitees «Nein zur extremen Ausstiegsinitiative» versammelten sich am Montagmorgen vor der Trafostation Thurberg in Bussnang, um vor den Folgen eines Sofortausstieges aus der Kernenergie zu warnen.

Energiewende ja – extremer Ausstieg nein. Mit einem klaren Nein wollen sie die Kohle aus dem Feuer holen: (von links) Hans Eschenmoser, Brigitte Kaufmann, Ruedi Zbinden, Aline Indergand und Bruno Schlauri. (Bild: zvg)

Energiewende ja – extremer Ausstieg nein. Mit einem klaren Nein wollen sie die Kohle aus dem Feuer holen: (von links) Hans Eschenmoser, Brigitte Kaufmann, Ruedi Zbinden, Aline Indergand und Bruno Schlauri. (Bild: zvg)

Die Initiative sei viel zu extrem», befand Kampagnenleiterin Brigitte Kaufmann. «Die Grünen wollen mit ihrer Initiative die vorzeitige Abschaltung aller fünf Schweizer Kernkraftwerke mittels Verfassungsbestimmung erzwingen. Damit gefährden sie die für unser Land so immens wichtige Energieversorgungssicherheit unnötig», machte die Bereichsleiterin Politik des Thurgauer Gewerbeverbandes ihrem Unverständnis Luft.

Kein vorprogrammiertes Chaos
Ins gleiche Horn wie Kaufmann blies auch der Thurgauer SVP Präsident Ruedi Zbinden: «Der Ausstieg wäre eine absolute Kurzschlusshandlung, ein vorprogrammiertes Chaos. Die Initiative ist irreführend – von einem geordneten Ausstieg zu sprechen ist reine Augenwischerei. Ein Kernkraftwerk lässt sich nicht einfach so innert ein paar Wochen vom Netz nehmen.» Bruno Schlauri, Präsident der Arbeitsgemeinschaft für Wirtschaft und Gesellschaft AWG bezeichnete die Initiative der Grünen als klimapolitischen Unsinn. Mit einer Annahme müsste schmutziger Kohlestrom aus Deutschland importiert werden. Das werfe unsere Anstrengungen für die Luftreinhaltung um Jahre zurück. Die AWG stehe klar hinter der Energiestrategie 2050 des Bundes als zentralen Pfeiler der Energiewende. «Sie ermöglicht uns einen geordneten und damit auch vernünftigen Atomausstieg», meinte Schlauri.

Unrealistisches Wunschdenken
Für eine Sowohl-als-auch-Strategie plädierte Aline Indergand, Kantonsrätin SVP: «Wir sollten unsere Atomkraftwerke solange betreiben, wie sie von den zuständigen Stellen als sicher beurteilt werden und gleichzeitig offen gegenüber allen anderen Energieformen sein.» Einen sofortigen Atomausstieg bezeichnete sie als unrealistisches Wunschdenken der Grünen. Landwirt und SVP-Kantonsrat Hans Eschenmoser bereiten vor allem die hohen Kosten, welche eine Sofortabschaltung zur Folge hätte, grosse Sorgen: «Diesen Punkt reden die Initianten absichtlich klein. Das ist unseriös und fahrlässig.» Zudem möchte Eschenmoser bei der Versorgungssicherheit mit Strom keinesfalls eine höhere Auslandabhängigkeit.

Breite Unterstützung für ein Nein
Die Grüne Partei will mit der Atomausstiegsinitiative die vorzeitige Abschaltung von drei Kernkraftwerken bereits im nächsten Jahr. Bundesrat und Parlament lehnen sie klar ab. Hinter dem Nein stehen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von SVP, FDP, CVP, BDP und EVP auf gesamtschweizerischer Ebene, die beiden kantonalen Wirtschaftsverbände IHK und TGV sowie die kantonale Energiedirektorenkonferenz. Zu den Ablehnern der Initiative gehört auch Regierungsrat Walter Schönholzer als kantonaler Energieminister.

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One thought on “Unnötige Gefährdung unserer Energieversorgungssicherheit

  1. Frischknecht Ernst

    Tolle Legende „die Kohlen aus dem Feuer hoen“!! Genau so betreiben es die Konzerne: Sie beziehen billigen Strom, z. B. Kohlestrom und lassen unsere Wasserkraftwerke vgl. Linth limmern links liegen!
    MIt Falschmeldungen oder Unwahrheiten lassen sich bekanntlich sehr wohl Abstimmungen bzw. Wahlen gewinnen!

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