/// Rubrik: Leserbriefe | Topaktuell

Unwürdige Gegenkampagne

Leserbrief – Die Gegenkampagne zum Stadthaus bietet derzeit starken Tobak und hat ihren vorläufigen Höhepunkt in der anonymen Plakatierung und Inserierung gefunden. (Julian Fitze, Kreuzlingen)

(Bild: archiv)

(Bild: archiv)

«Das neue Kreuzlinger Stadthaus wird kein Prunkbau.» «Das neue Parkhaus muss viel grösser werden.» «Die grüne Wiese wird überbaut.» «Der Bau müsste etwa zehnmal höher und an der Marktstrasse sein.» Die Gegenkampagne zum Stadthaus bietet derzeit starken Tobak und hat ihren vorläufigen Höhepunkt in der anonymen Plakatierung und Inserierung gefunden.
Neben der Basilika St. Ulrich wäre jeder Prunkbau vermessen. Mit dem tiefen Eurokurs, unserer Grenzlage und dem stärkeren Konsum über das Internet ist das wirkliche Problem der Detaillisten zuletzt bei einem fehlenden Parkhaus direkt unter ihren Läden zu suchen. Träumereien über ein Marktstrassen-Stadthaus, in welchem natürlich auch alles Mögliche – vom Detailhändler bis zur Kinderkrippe Platz haben soll – sind nach mehreren Jahrzehnten(!) Planung und Machbarkeitsstudien genauso verfehlt wie das Bejubeln der aktuellen Situation am Bärenplatz mit dem riesigen, hässlichen Parkplatz und der angrenzenden kargen Festwiese.
Schenken wir dem Projekt unser Vertrauen. Einzig über die Fassade, lieber Stadtrat, müssen wir noch reden. Den Luftschlössern der Gegenkampagne entsprechend wünsche ich mir eine wunderschöne Schiefertäfelung wie bei der Academia Engiadina in Samedan.

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4 thoughts on “Unwürdige Gegenkampagne

  1. Frischknecht Ernst

    Zu Recht prangert Herr Fitze diese üble Kampagne an; erst schickt man einen unverdächtigen Geschäftsmann in Inseraten und an der Informationsveranstaltung vor, der gleich 500 Parkplätze fordert und wider besseren Wissens nicht akzeptiert, dass Kreuzlingern beim derzeitigen Publikumsandrang alles andere braucht als noch mehr Parkraum! Der nächste Winkelzug ist die Plakatierung auf dem ganzen Stadtgebiet – wiederum mit dem einzigen unsinnigen Argument der fehlenden Parkplätze. Dem letzten Kreuzlinger wird spätestens jetzt klar, dass dies ein abgekartetes, ja mieses Spiel ist, um die ganze Vorlage mit fadenscheinigen Argumenten zu Fall zu bringen. Dazu passt, dass die offensichtlich zahlungskräftigen Hintermänner der Kampagne im Dunkeln bleiben wollen. Hoffentlich fallen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger auf solch billige Tricks nicht herein und legen jetzt erst recht ein Ja für das Stadthaus ein.

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    1. Bruno Neidhart

      „Beim derzeitigen Publikumsandrang“ (Ernst Frischknecht) sollte das Stadthaus das darbende, zur Zeit eher nur „designierte“, aber eben einzige Stadtzentrum gerade nicht verlassen! Ob es mal bei einem grösseren „Publikumsandrang“ mehr Parkplätze im Zentrum braucht (Hauptstrasse/Löwenstrasse/Sonnenstrasse), und/oder einen intensiveren, verlässlichen Öffentlichen Nahverkehr (und in der ganzen Stadt sichere Fahrradstreifen!), ist zu erörtern. Es wäre bereits grundsätzlich gut für die Stadt und seinem Gewerbe im Zentrum, wenn sich solche Frage überhaupt wiedermal akut stellen würden! Mit kreativen Ideen kommt man diesem Ziel eher näher als mit „Flucht“.

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  2. Bruno Neidhart

    Es geht hier nicht um eine allfällige „Schiefertäfelung“! Es geht um Elemetareres. Und es bewegt. Einige Beispiele: Kommt heute der Stadt als Impulsgeber in der gefährdeten Geschäfts-City eine besondere Aufgabe zu? Soll sie hier eine moderne „Flagge zeigen“? Käme das oberirdische Überbauen einer historisch gewachsenen grünen Freifläche einer klassischen Jahrhundertsünde nahe? Kann es andererseits Sinn machen, unter der so genannten „Festwiese“ genügend grosse (!) unterirdische Parkflächen allein für die Belange Dreispitz, Campus und Allgemeinheit zu erstellen? Usw.

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  3. Gasser Manfred

    Ein Heimweh-Kreuzlinger zur Abstimmung „Neues Stadthaus“:
    Mit tatsächlich nur 5 Mehrstimmen soll dieses städtebaulich umstrittene Projekt verwirklicht werden?
    Wäre ich Stadtpräsident, ich würde nullkomma-plötzlich zurücktreten.
    Niemals könnte ich diese schwer belastende Verantwortung ertragen.
    Liebe Kreuzlinger,
    Es braucht Mut, Offenheit und gegenseitige Wertschätzung,
    zusammen zu sitzen, diesen auf lange Zeit hinaus schwerwiegenden Knoten versuchen zu lösen.
    Ich wünsche Euch viel Weisheit.
    Manfred Gasser

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