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Vogelgrippe: Massnahmen im Thurgau ausgeweitet

Frauenfeld – Seit dem Ausbruch des Vogelgrippevirus H5N8 ist die Zahl der infizierten Tiere im Kanton Thurgau zwar nicht markant angestiegen. Aufgrund von bestätigten Fällen am Genfersee hat der Bund die Massnahmen jedoch ausgeweitet. Davon ist auch der Kanton Thurgau betroffen.

Im Kanton Thurgau wurden seit Ausbruch des Vogelgrippevirus H5N8 rund ein Dutzend Tierkadaver untersucht, bei denen das Virus nachgewiesen werden konnte. Nach den ersten bestätigten Fällen des H5N8-Virus am Bodensee wurde entlang des Sees ein ein Kilometer breites Kontrollgebiet eingerichtet, in welchem Biosicherheitsmassnahmen gelten. Nun wurde auch am Genfersee bei toten Wildvögeln das Virus nachgewiesen. Aufgrund der Distanz zwischen den aufgefundenen infizierten Tieren hat der Bund jetzt beschlossen, das Kontrollgebiet ab morgen Mittwoch auf die gesamte Schweiz auszudehnen.

Die Reiherente gehört zu den betroffenen Arten der Vogelgrippe. (Bild: Fabio Sommaru/pixelio)

Die Reiherente gehört zu den betroffenen Arten der Vogelgrippe. (Bild: Fabio Sommaru/pixelio)

Für den Kanton Thurgau bedeutet dies, dass die Biosicherheitsmassnahmen, die bislang lediglich für eine ein Kilometer breite Zone entlang des  Bodensees gegolten haben, für das ganze Kantonsgebiet gelten. Die Biosicherheitsmassnahmen dienen in erster Linie dem Schutz der Nutzgeflügelhaltungen und wurden vom Bund festgelegt. Eine Verpflichtung, Geflügel im Stall zu behalten, besteht nicht. Auf jeden Fall müssen aber Futterstellen von Nutzgeflügel für Wildvögel unzugänglich sein. Wassergeflügel und Hühnervögel müssen getrennt gehalten werden. Geflügelhaltende, die aufgrund ihrer Risikoeinschätzung ihren Tieren keinen Auslauf gewähren wollen, obwohl sie dies wegen Labelvorschriften tun müssten, werden nicht sanktioniert. Produkte von solchem Hausgeflügel dürfen als Freilandprodukte bezeichnet werden, wenn die Tiere wenigstens Zugang zu einem geschlossenen Aussenklimabereich haben.

Aufgrund der Ausdehnung des Kontrollgebiets auf den gesamten Kanton schreibt das Veterinäramt in diesen Tagen sämtliche registrierten Geflügelhalter an, um sie mit den neuesten Informationen und Sicherheitsmassnahmen vertraut zu machen. Geflügelhalter, welche sich noch nicht registriert haben, werden gebeten, dies beim Landwirtschaftsamt des Kantons Thurgau (058 345 57 18 oder landwirtschaftsamt@tg.ch) zu tun.

Für eine Übertragbarkeit des H5N8-Virus auf den Menschen gibt es nach wie vor keine Hinweise. Das Veterinäramt rät trotzdem, aufgefundene Vogelkadaver nicht anzufassen und den Fund bei der Gemeinde oder der Kantonspolizei Thurgau (Tel. 117) zu melden. Die Kadaver werden dann eingesammelt und allenfalls durch Fachpersonen beprobt.

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