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Von den Qualitäten überzeugt

Kreuzlingen – An den Schnuppertagen konnten sich Jugendliche von den Qualitäten der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen überzeugen. (Inka Grabowksy)

«Wenn ich die Aufnahmeprüfung schaffe, dann komme ich gern an die PMS», sagt Vera Stoll aus Weinfelden. Vor allem der Unterricht in den musischen Fächern hat es ihr angetan. «Aber die Schule ist echt riesig. Daran muss man sich gewöhnen.» Der Altbau im ehemaligen Kloster und die Neubauten auf dem Campus wirken auf die 187 Jungen und Mädchen, die zu den Schnuppertagen die PMS besuchen, anfänglich wie ein Labyrinth. Deshalb hat ihnen die Schule Paten zur Seite gestellt. Ältere Schüler begleiten die Interessenten von Lektion zu Lektion und stehen für Fragen zur Verfügung. «Die Schüler waren alle sehr freundlich und haben uns schnell das Gefühl gegeben, dass wir hier hergehören könnten», so Elona Dalipi aus Wigoltingen.

Rektor Lorenz Zubler und die Leiter des Konvikts, Beni Merk und Marina Biber, (v.l.n.r.) erklären die PMS. (Bild: zvg)

Rektor Lorenz Zubler und die Leiter des Konvikts, Beni Merk und Marina Biber, (v.l.n.r.) erklären die PMS. (Bild: zvg)

Wohnen in der Schule
Zu den besonderen Botschaftern gehört die Zweitklässlerin Manon Keller. Sie lebt seit eineinhalb Jahren im Konvikt, verbringt also nur die Wochenenden bei ihrer Familie in Frauenfeld. «Ich habe es nie bereut, Konviklerin geworden zu sein», bestärkt sie die jungen Mädchen, die sie herumführt. «Allerdings muss man sich ordentlich zusammennehmen, um hier zu lernen – im Konvikt ist immer etwas los.» 118 Schülerinnen und Schüler leben derzeit im Schulgebäude und benachbarten Gebäuden. Einige haben Einzelzimmer, anderen fühlen sich mit bis zu drei Mitbewohnern wohl. «Ich fände es auch cool, so selbständig zu sein», meint Enya Sutter aus Jonschwil. Sie interessiert sich für die PMS, weil sie Kindergärtnerin werden will. Die erste Probelektion in Pädagogik während des Schnuppertags hat sie in ihrem Wunsch bestärkt. Der Schulweg von rund 80 Minuten wäre allerdings weit. Deshalb wäre das Konvikt für sie eine perfekte Lösung.

Matura trotz Sport oder Kunst
Neben dem Konvikt hat die PMS noch eine zweite Besonderheit zu bieten, die für einige Schülerinnen und Schüler äusserst attraktiv ist: In der Kunst- und Sportklasse können begabte Jugendliche von Teilen des Präsenzunterrichts befreit werden, damit sie sich ganz auf ihr Training oder ihre musische Ausbildung konzentrieren können. Flavia aus Wängi beispielsweise würde gern das Schwerpunktfach «Bildnerisches Gestalten» wählen und schon während ihrer Schulzeit den Vorkurs der Schule für Gestaltung in St. Gallen absolvieren. Dazu muss sie nicht nur die Aufnahmeprüfung für die PMS bestehen, sondern ausserdem eine Mappe mit von ihr geschaffenen Kunstwerken einreichen, um ihr Talent unter Beweis zu stellen. «Das wird schon schwierig», räumt sie ein. «Aber ich probiere es auf jeden Fall.»

Die Zweitklässlerin Manon Keller (rechts)  zeigt  Interessentinnen eine Gemeinsschaftsküche im Konvikt. (Bild: zvg)

Die Zweitklässlerin Manon Keller (rechts) zeigt Interessentinnen eine Gemeinsschaftsküche im Konvikt. (Bild: zvg)

Pädagogisches Grundwissen
Die meisten der jungen Leute, die die PMS erkunden, kommen wegen der spezifischen pädagogischen Ausrichtung. Rektor Lorenz Zubler erklärt genau, was das im Schulalltag bedeutet. Im Stundenplan wird es neben den allgemeinbildenden Fächern, die zur Eidgenössischen Matura führen, Lektionen in Schönschrift, Didaktik, Pädagogik und Psychologie geben. Das verkürzt später das Studium an der Pädagogischen Hochschule. «Schon ab dem 2. Schuljahr werdet ihr in Praktika erfahren können, was es heisst, Lehrer zu sein. Ob ihr dann später auch wirklich Lehrer werdet, ist eine andere Frage.» Er erzählt von Absolventen, die Jura, Medizin oder Ingenieurswissenschaften studiert hätten. «In den Schulpraktika lernt ihr vor Leuten zu sprechen und eine Gruppe zu führen – das ist in jedem Beruf nützlich.»
Anmeldeschluss zur Aufnahmeprüfung ist der 3. Dezember.

www.pmstg.ch

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