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Rudi Rakete und der Weihnachtswunsch – Teil 1

Hast du schon einmal was von Rudi Rakete gehört? Nein? Na dann pass gut auf! Rudi Rakete ist nämlich das beste Kind der Welt. Er ist mittel gross, hat golden glänzendes Haar, trägt meistens einen alten Zylinder, Cowboystiefel und kurze Hosen. Ja, auch im Winter! Zusammen mit dem Piratenhauptmann Käpt‘n Schleuder, der Prinzessin Moa und dem Hüpfschwein Nucki wohnt er in einem Haus am Fluss. Ein Hüpfschwein, fragst du? Ja, genau. Das ist sehr selten, aber auch praktisch, denn mit einem Hüpfschwein kommt man überall hin. Zusammen erleben sie allerhand aufregende Abenteuer und wundersame Geschichten. Eine möchte ich dir erzählen!

Rudi Rakete erlebt allerlei Abenteuer und Geschichten. (Illustration: vf)

Rudi Rakete erlebt allerlei Abenteuer und Geschichten. (Illustration: vf)

Es war ein ruhiger Morgen im Haus am Fluss. Käpt’n Schleuder ist schon früh aus dem Haus gegangen. Er sticht jeden Morgen, wenn es noch stockduster ist, in See, um einen Schatz zu finden. Moa sitzt in der Küche, hört Radio und trinkt Kaffee. Nucki schläft noch tief und fest. Hüpfschweine sind bekanntlich Langschläfer. Seelig schnarcht er sein Schweineschnarchen «Grunz pfüüüüh, grunz pfüüüüüh». Rudi sitzt auf der Veranda vor dem Haus und wirft seine Angelschnur aus. Das ist nämlich seine liebste Beschäftigung, musst du wissen. Er angelt für sein Leben gerne. Der Fang des Tages wird dann abends in die Pfanne geworfen. Ein bisschen Butter, ein bisschen Zitrone, ein bisschen Petersilie und fertig ist das Leibgericht!

Seit ein paar Tagen ist es kalt geworden und die Fische wollen nicht mehr so recht beissen. «Vermutlich halten sie Winterschlaf oder sie sind nach Süden gezogen, wie die Vögel, und sonnen sich jetzt im Mittelmeer», überlegt Rudi. «Es ist ja schon bald Weihnachten… Oh man! Weihnachten!!!» Rudi springt auf. Das hatte er ganz vergessen. Es dürfte nicht mehr lange dauern, dann ist es wieder soweit. Rudi rennt ins Haus. Er hat ganz rote Ohren vor lauter Aufregung. «Moa!», ruft er. «Moa! Wann ist Weihnachten?» «Hm, mal nachsehen», sagt die Prinzessin und schaut auf den Kalender, der an der Wand hängt. «Noch zweiundzwanzig Mal schlafen», antwortet sie dann. «Überleg dir doch schon mal, was du dir wünscht, dann schreiben wir einen Brief an das Christkind.»

Rudi setzt sich zu Moa an den Küchentisch. Was er sich wünscht? Das ist eine gute Frage! Eigentlich hat er ja alles, was er zum Leben braucht. Seine Cowboystiefel passen ihm perfekt, da drückt und zwickt nichts. Sein alter Zylinder hat schon einige Flecken und Kratzer. Aber nie im Leben würde er ihn gegen einen neuen Hut austauschen, der hat schliesslich schon viele Abenteuer mit Rudi erlebt. Seine Angel funktioniert bestens und ein dickes Notizbuch hat Rudi. Er ist nämlich auch Forscher, musst du wissen. In sein Buch trägt er Wolkentiere ein, die er am Himmel beobachtet. Wenn er ein schönes Tier entdeckt, malt er es auf und beschriftet es mit der exakten Position am Himmel. Dabei erforscht er, ob manche zweimal auftauchen. Bislang hat er schon zweihundertsiebenundachtzig Einträge, darunter drei doppelte: den sitzenden Elefanten, die schwimmende Ente und die kopfüberhängende Fledermaus. Rudi ist überzeugt, dass seine Forschungsergebnisse eines Tages für weltweites Aufsehen sorgen werden. Wo waren wir? Ach ja! Beim Notizbuch. Dieses hat jedenfalls noch viele freie Seiten, da braucht es auch kein neues. Ausserdem besitzt Rudi noch einen Rucksack, ein Taschenmesser, ein langes Seil, eine Zahnbürste, Buntstifte und einen leuchtenden Globus, damit er die Welt bestaunen kann. Partout will ihm nichts einfallen, was man sich da noch wünschen könnte.

«Vielleicht eine echte Rakete?» sagt Rudi nach einigem Überlegen. Er heisst nämlich Rudi Rakete, was sehr oft zu grosser Verwirrung führt, da er mit einer Rakete eigentlich nichts zu tun hat. Weder besitzt er ein Raumfahrgerät, noch sieht er wie eines aus, noch hat er sonst einen Bezug zu diesem Namen. Ach ja, mit ganzem Namen heisst Rudi Kronzprinz Rudbert von und zu Silvester Rakete. Aber eigentlich nennen ihn alle einfach nur Rudi, das geht nämlich schneller. Nur wenn Rudi Post bekommt, steht auf dem Briefumschlag immer der ganze Name und das sieht dann natürlich nach etwas aus. Auf jeden Fall wäre es in diesem Fall doch gut, sich eine Rakete zu wünschen. «Hm», sagt Moa da wieder. «Ein guter Wunsch! Allerdings ist es vielleicht ein bisschen schwierig, eine echte Weltraumrakete als Geschenk unter einen Baum zu legen. Ich weiss nicht, ob das funktioniert.» Das leuchtet Rudi ein. In der Tat könnte das kompliziert werden. Puh, aber dann ist guter Rat wirklich teuer. Weihnachten ohne Wunsch, das geht ja schliesslich auch nicht.

«Was wünschst du dir denn?» fragt Rudi Moa. «Na, neue Socken, wie jedes Jahr!» sagt die Prinzessin. Sie ist nämlich zu faul ihre alten zu stopfen, aber sag das bitte nicht weiter. Von Socken ist Rudi wenig begeistert. Klar, frische Socken sind mit was Tolles, keine Frage, aber als Weihnachtswunsch ist das nichts, findet Rudi.

Fortsetzung folgt nächste Woche!

Das ganze Buch gibt es zu Bestellen. Einfach eine Email an unsere Redakteurion Veronika Fischer schicken: v.fischer@kreuzlinger-zeitung.ch !

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