/// Rubrik: Region | Topaktuell

Migration, Sprachen und Religionen im Kanton Thurgau

Thurgau – Erstmals seit der Volkszählung 2000 liegen für den Kanton Thurgau Informationen zur Sprach- und Religionslandschaft sowie zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund vor. Die Dienststelle für Statistik hat dazu Daten aus den Strukturerhebungen zur seit 2010 neukonzipierten Volkszählung ausgewertet.

Im Jahr 2014 hatten 35 Prozent der Thurgauer Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Die meisten Personen mit Migrationshintergrund sind selber eingewandert: 80 Prozent von ihnen zählen zur ersten Einwanderungsgeneration, 20 Prozent sind Nachkommen von Migranten und zählen zur zweiten Einwanderungsgeneration. Aufgrund der starken Zuwanderung aus dem Ausland hat die Zahl der Ersteinwanderer in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Zwei von drei ThurgauerInnen gehören einer der beiden Landeskirchen an. (Bild: archiv)

Zwei von drei ThurgauerInnen gehören einer der beiden Landeskirchen an. (Bild: archiv)

Mehrheit der zweiten Einwanderungsgeneration hat einen Schweizer Pass
Die Personen der ersten Einwanderungsgeneration waren 2010/2012 zu 70 Prozent ausländische Staatsangehörige und zu 30 Prozent Schweizer Bürger. Bei den Schweizer Bürgern in der ersten Einwanderungsgeneration handelt es sich in der Regel um Eingebürgerte. Die Nachkommen von Migranten haben viel öfter eine Schweizer Staatsangehörigkeit, und zwar mindestens jede oder jeder Zweite.

Bei der ausländischen Bevölkerung ist das Bildungsniveau stark abhängig von der Herkunft. Mehr als die Hälfte der 25- bis 64-Jährigen aus dem deutschsprachigen Raum besitzt einen Tertiärabschluss. Staatsangehörige aus Mazedonien, Portugal und Italien haben oftmals lediglich die obligatorische Schulbildung abgeschlossen. Während in der ersten Einwanderungsgeneration etwa jeder Dritte höchstens einen Abschluss der Sekundarstufe 1 in der Tasche hat, ist dieser Anteil mit elf Prozent in der zweiten Einwanderungsgeneration deutlich tiefer. Bezüglich Ausbildung unterscheidet sich die zweite Einwanderungsgeneration kaum von der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.

90 Prozent sprechen Schweizerdeutsch oder Deutsch als Hauptsprache
Neun von zehn Thurgauerinnen und Thurgauern sprechen Schweizerdeutsch oder Deutsch als Hauptsprache. Da Staatsangehörige aus Deutschland die grösste Ausländergruppe sind, ist Deutsch auch in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund weit verbreitet. 70 Prozent haben Deutsch (inklusive Schweizerdeutsch) als erste Hauptsprache.

Jeder Zehnte ist mehrsprachig
Rund 23’000 der über 15-jährigen Thurgauerinnen und Thurgauer haben mehrere Hauptsprachen. Davon sind die meisten zweisprachig. Bei den Zweisprachigen sind – nebst Schweizerdeutsch oder Deutsch – Italienisch, Albanisch, Englisch und Serbisch/Kroatisch am häufigsten vertreten.

Sechs Prozent der Thurgauer Bevöllkerung gehören dem Islam an. (Bild: zvg)

Sechs Prozent der Thurgauer Bevöllkerung gehören dem Islam an. (Bild: zvg)

Zwei Drittel der Bevölkerung sind evangelisch oder katholisch
Gemäss der kantonalen Bevölkerungserhebung gehörten Ende 2015 zwei Drittel der Thurgauerinnen und Thurgauer einer der beiden Landeskirchen an. Die evangelische Kirche ist dabei die am stärksten vertretene Glaubensgemeinschaft (35 Prozent). Etwas weniger Personen zählte die katholische Kirche (32 Prozent). Die Strukturerhebung zeigt ergänzend, dass im Jahr 2014 etwa sieben Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren einer anderen christlichen Glaubensgemeinschaft angehörten und sechs Prozent dem Islam. Weitere 19 Prozent der Bevölkerung sind ohne Konfession.

Starke Zunahme der Bevölkerung ohne Konfession seit 2000
Seit dem Jahr 2000 hat vor allem der Anteil der Bevölkerung ohne Konfession zugenommen. Damals waren acht Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren ohne Konfession, 2014 waren es 19 Prozent. Trotz des Anstiegs ist der Anteil der Konfessionslosen im Thurgau deutlich tiefer als in der Gesamtschweiz (23 Prozent). Leicht zugenommen hat seit 2000 der Anteil der Bevölkerung, der einer anderen christlichen Glaubensgemeinschaft angehört (von fünf auf rund sieben Prozent). In diese Kategorie fallen beispielsweise altorientalische/orthodoxe Kirchen. Die Bevölkerung mit islamischer Glaubensrichtung blieb anteilsmässig nahezu gleich (fünf Prozent im Jahr 2000; sechs Prozent im Jahr 2014). Rückläufig war indessen der Anteil der Bevölkerung, welcher der evangelischen oder katholischen Landeskirche angehört.

Die Statistische Mitteilung 10/2016 «Migration, Sprachen und Religionen im Kanton Thurgau» steht auf wwww.statistik.tg.ch zur Verfügung.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.