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Sanfilippo neu in Kirchbehörde

Kreuzlingen - Die katholische Kirchgemeindeversammlung hat am Mittwochabend den ehemaligen Gemeinderatspräsidenten Alfredo Sanfilippo in die Kirchbehörde gewählt. Der Abend zeigte auch: Bei den Katholiken brodelt's weiterhin.

Schon die einleitenden Worte sorgten bei einigen für Kopfschütteln. «Der Heilige Geist möchte auch uns heute Abend helfen, Lästige zu ertragen, vor allem lästige Wortmeldungen», schloss Pfarrer Josef Gander seine Ausführungen zur «Barmherzigkeit». Ein Seitenhieb auf die kritischen Kirchbürger der Dialoggruppe Kreuzlingen? Emotionale Voten gab es jedenfalls zuhauf an der Sitzung.

Alfredo Sanfilippo. (Bild: zvg)

Kritik prallte ab
114 von 168 wählten Alfredo Sanfilippo. Der ehemalige Stadtrat David Blatter erhielt 49 Stimmen. Kirchenpräsident Thomas Gisler wies alle Vorwürfe von sich, im Vorfeld der Wahl die Chancengleichheit verletzt zu haben und verlas eine Mail des Rechtsanwalts Max Imfeld (s. Kasten).

Die Sachgeschäfte wurden ausführlich, aber speditiv erledigt. Grossmehrheitlich verabschiedeten die Stimmberechtigten den neuen Vertrag mit den Schweizer Redemptoristen betreffend Priesterhaus Bernrain. 450’000 Franken bekommen diese bei Auszug, der bis spätestens 2020 stattfinden muss. Der von Rechtsanwalt Dominik Hasler ausgearbeitete «gut schweizerische Kompromiss» (wir berichteten) überzeugte die Anwesenden.
Das Budget 2017 rechnet mit einem Überschuss von knapp 90’000 Franken und wurde samt gleichbleibendem Steuerfuss von 16 Prozent genehmigt.

Neu will die Kirchgemeinde einen Mietzins von der Schule verlangen. Diese führt die Kinderhorte und bietet im Gemeindehaus einen Mittagstisch an. Ihrem Vorgänger, dem Verein Kinderkrippen Kreuzlingen, wurden die Räumlichkeiten umsonst überlassen. Ein Antrag von Franz Flammer, das auch weiterhin so zu handhaben, lehnte die Versammlung mit 45 Ja gegenüber 85 Nein klar ab.

Die Gemeindeversammlung verabschiedete Susanne Altoé, Seelsorgerin der Pfarrei St. Ulrich. Ihr Weggang habe nichts mit Pfarrer Jehle zu tun, verlas Gisler in ihrem Namen. Altoé möchte künftig näher bei ihrer Familie arbeiten.

«Völlig unbegründet»
Die Kirchenvorsteherschaft habe bezüglich Ankündigung der Wahl und Publikation der Wahlvorschläge streng nach Gesetz gehandelt. Zu diesem Schluss kommt Rechtsanwalt Max Imfeld. Hintergrund ist die Kritik der Dialoggruppe Kreuzlingen. Diese hatte bemängelt, die Behörde habe die Wahl «denkbar schlecht» aufgegleist (wir berichteten). So wurde im Büchlein zur Botschaft allein David Blatter als Kandidat vorgestellt. Es sei gemäss Imfeld eine Unterstellung, daraus eine Bevorzugung Blatters herauszulesen. Die Kandidatur Sanfilippos sei zu spät bekanntgegeben worden, um sie in den Druck zu übernehmen, so Kirchenpräsident Gislers Begründung. Mit der Neueinladung – die Gemeindeversammlung wurde verschoben – versandte die Behörde schlussendlich noch ein Porträt des zweiten Kandidaten. Es sei zudem möglich, noch an der Gemeindeversammlung einen Kandidaten zu benennen, schreibt Imfeld: «Die Vorwürfe wären wohl nicht erhoben worden, wenn die Verfasser das Gesetz zu Ende gelesen hätten.»

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2 thoughts on “Sanfilippo neu in Kirchbehörde

  1. ein besorgter Kirchbürger

    Sehr geehrte Damen und Herren

    Leider hat sich ein Fehler im Bericht über die Kirchgemeindeversammlung eingeschlichen. Der genannte Antrag stammt von Franz Flammer und nicht vom Anton Waltisberg.

    Danke für die Kenntnisnahme!

    PS: Der Zustand des Priesterheims Bernrain ist katastrophal (u.a. Vorfenster, keine Isolation). Altersentwertung mehr als 50 % in den Gutachten.!

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