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SVP sieht Traglufthalle als Chance

Kreuzlingen – Die Erweiterung und Sanierung des Thermalbads Egelsee nahm vergangene Woche einen neuen Anlauf. Die SVP Fraktion möchte dennoch vom Stadtrat wissen, ob eine Traglufthalle im Schwimmbad Hörnli nicht realisierbar sei.

Auch in Konstanz wurde eine Traglufthalle errichtet, um Ersatz für das abgebrannte Schwaketenbad zu schaffen. (Bild: zvg)

Am Donnerstag gaben Schule und Stadt Kreuzlingen den Gewinner des Architekturwettbewerbs bekannt. Über das Millionenprojekt informieren konnte sich die Öffentlichkeit an einer Ausstellung am Wochenende. Praktisch zeitgleich meldete sich die Kreuzlinger SVP-Fraktion des Gemeinderats zum überdachten Schwimmen zu Wort.

Er sei über die kürzlich eingeweihte Traglufthalle in Romanshorn auf das Thema aufmerksam geworden, schreibt Fabian Neuweiler in seinem Vorstoss. Er sieht im Hörnli alle Voraussetzungen für das Erstellen einer ebensolchen Überdachung und fragt den Stadtrat: «Warum ist so etwas in Romanshorn möglich, in Kreuzlingen aber nicht?».

Ausserdem will er wissen, ob Dokumente vorhanden seien, in denen der Kanton eine Traglufthalle im Gebiet Hörnli untersagt und ob die Variante Traglufthalle durch den Stadtrat in den letzten zwei Jahren geprüft worden sei.

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6 thoughts on “SVP sieht Traglufthalle als Chance

  1. Bruno Neidhart

    Die abgebildete Traglufthalle im Freiluft-Jakobsbad bei der Konstanzer Bodensee-Therme (warum mach eigentlich Kreuzlingen so wenig aus seinem Themalwasser?) ist nur eine Zwischenlösung (wie es derzeit heisst), bis das grosse multifunktionelle Schwacketenbad, das abbrannte, wieder neu – sogar grösser als das alte – gebaut ist (Architekten Behnisch, Stuttgart/z.B. Olympia.Schwimmhalle München). Eine Traglufthalle kann immer nur eine (Saison-) Zwischenlösung beinhalten. Das Hörnli-50 Meter-Olympiabecken ist natürlich, inklusive der grossen Tribüne, jederzeit zu überdachen. Sommers dann grosszügig geöffnet.

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    1. schiesser

      Traglufthallen sind Energieschleudern. Auch wenn die Romanshorner eine über ihr Schwimmbecken stülpen: Eigentlich sollte man keine solchen Hallen einrichten in Zeiten, in denen der Kanton Energiesparmassnahmen fördert, Vorschriften für die Wärmedämmung von Neubauten erlässt und z.B. keine neuen Elektroheizungen für Häuser genehmigt. Als provisorische Lösung (wie in Konstanz) mag das grad noch gehen, aber bitte nicht als Dauerlösung.

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      1. Bruno Neidhart

        Sie haben mich, Frau Schiesser, wohl nicht richtig verstanden. Oder ich habe mich nicht deutlich ausgedrückt und hole das zum Schluss nach. Es stimmt: Traglufthallen verbrauchen ordentlich Energie und sind in der Anschaffung wie im Unterhalt teuer. Immerhin geben einschlägige Firmen bereits eine Garantieleistung von 25 Jahren. Ästhetisch sind solche Wülste nicht, und der Innenraum-Umgang ist begrenzt, es herrscht Überdruck, und ums Becken sind grössere Anpassungsinstallationen notwendig. Nur als Not- , nicht als Dauerlösung, können solche „Luftwülste“ sinnvoll sein. Und dann muss zudem die Zahl der Eintritte im Verhältnis zu den Unterhaltskosten stimmen (ist allerdings auch bei einem „normalen Hallenbad“ stets der Fall).

        Interessant ist die Anfrage der SVP insofern, als nicht exakt daraus hervor geht, warum sie gerade jetzt gestartet wurde. Spekuliert man, so ist ein Zusammenhang mit dem vorgelegten Zweifel’schen Schulwasser-Projekt wohl nicht ganz von der Hand zu weisen. Wird da parteiintern bereits an einer – scheinbaren! – „Billiglösung“ gebastelt? Ebenso ist interessant – dies nebenbei – , dass eine gleichlautende Anfragen von Herrn Salzmann (2015) „von der Verwaltung nach der Sitzung“ einfach kurz mündlich abschägig beurteilt wurde und nicht im politischen Raum genügend Verbreitung fand.

        Man muss schon wissen, was man schlussendlich möchte! Und da die Angelegenheit auch verschiedene Institutionen und Vereine betrifft, die schon längst auf „mehr sportliches Winterwasser“ warten, wäre interessant zu erfahren, was zum Beispiel der so erfolgreiche Schwimmclub Kreuzlingen und die NET, usw., über den Gang der Dinge nach dem „Abstimmungs-Reinfall 50-Meter-Egelsee“ für eine Meinung vertreten. Ich nehme mal an, dass ihnen die vorgestellten, verkleinerten 33er-Pläne bekannt sind.

        „Olympisch“ geht es bis jetzt nur im Hörnli zu. Diese Anlage ist eigentlich Luxus, sofern sie nicht ganzjährig zu betreiben ist. Daher wäre in diesem Zusammenhang sogar mal zu prüfen, wie weit eine feste Überdachung des Becken, inklusive Tribüne, machbar wäre, wobei im Sommer die Längsseite zum Aussenbereich hin offen sein müsste. Und: Da schwimmsportliche Wettkämpfe ab einem bestimmten nationalen – besonders internationalen Niveau – nur durchzuführen sind, wenn auch ein Einschwimmbecken vorhanden ist, so wäre eine Erweiterung des sich in einer Linie mit dem 50er-Becken befindlichen Sprungbecken – bei gleichzeitiger Mitüberdachung! – zu prüfen. Ebenso müssten weitere Umkleideräume (seewärts angelehnt an die Tribüne) erstellt werden.

        Im Prinzip geht die städtische sportliche Reise ja dahin, dass im Zeitverlauf wesentliche Sportaktivitäten im „Seezelg“ fest angesiedelt sein werden. So beabsichtig der Tennisclub Hörnli den Bau einer Tennis-Veranstaltungshalle, und fussballerisch steht nur doch dieser östliche Geländeraum zu Verfügung, um dem traditionellen FCK 1905 endlich eine sichere Heimstätte zu bieten, nach dem das „Töbeli“ gestorben ist und im Hafenareal sich die Raumplanung anders entwickelt. So gesehen macht es Sinn, auch dem Schwimmsport im „Seezelg“ eine Heimstätte auf Dauer – sommers wie winters – anbieten zu können. Solche Überlegungen wäen grundsätzlich vom schulnahen Versuchen, das Egelseewasser zu erweitern, zu trennen. Im „Seezelg“ geistert zudem noch immer ein „REKA-Dörfli“ umher. Da passt ein ganzjähriges Bad sowieso in die Gegend. Und ist hier vielleicht gleich noch Platz für eine kleine Eishalle, wenn die übergrosse (Eis-) Veranstaltungshalle mal ihren Geist (Geist?) aufgeben sollte?

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        1. schiesser

          Herr Neidhart, Daniel Moos (FL) bestätigt in seinem Beitrag (etwas weiter unten auf dieser Seite) meine ersten Ausführungen: Traglufthallen sind Energieschleudern. Und wieso die Kleinstadt Kreuzlingen – mit gerade mal gut 20’000 Einwihnern – eine Schwimmhalle mit „olympischen Massen“ brauchen sollte, bleibt weiterhin rätselhaft. Offenbar vermochte die Mehrheit der Stimmberechtigten dieses Rätsel nicht zu lösen, weshalb sie die entsprechende Vorlage ablehnten (die muss nun auch nicht durch die Hintertür einer Hörnli-Überdachung widerbelebt werden). Die Wasserballer finden bisher offenbar genügend Wasser für Training und Wettkämpfe. Schwimmwettkämpfe, die ein 50-Meter-Innenbecken brauchen, müssen ja nicht gerade in Kreuzlingen durchgeführt werden. Das Freibad wiederum hat ein 50-Meter-Becken und entspricht damit dem üblichen Freibad-Standard im Kanton. Wie man in Arbon ( das ein Freibad mit Uferanstoss und ein Strandbad ohne Becken hat), Frauenfeld (Freibad und Hallenbad), Romanshorn etc. sehen kann. Lassen Sie uns doch jetzt einfach einmal die Hallenbad-Ausbaulösung unter Federführung der Schulgemeinde abwarten.

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  2. Alexander Salzmann, Gemeinderat (FDP)

    Solche Gedanken sind nicht neu. Bereits als Konstanz innert weniger Wochen eine Traglufthalle erstellte, machte ich exakt diese Anfrage – mündlich an der Gemeinderatssitzung vom 5.11.2015, siehe Wortprotokoll http://www.kreuzlingen.ch/fileadmin/Dateien/Politik/Gemeinderat_2015/20151105/20151105_Wortprotokoll.pdf
    Damals hat mir nach der Sitzung die Verwaltung klipp und klar gemacht, dass sie eine solche Traglufthalle nicht wollte und lieber eine Schwimmhalle wolle, eine etwas kleinere, damit sie durch die Volksabstimmung durchkommt. Soweit ich es beurteilen kann, ist die Stadtverwaltung seiner Linie treu geblieben und hat vor wenigen Tagen eine kleinere Schwimmhalle als Siegerprojekt vorgestellt. So dürfen wir wohl davon ausgehen, dass auch die praktisch identische SVP-Anfrage die gleiche Antwort erhält wie ich es damals erhalten hatte (nach der Sitzung). Wünsche der Anfrage trotzdem natürlich viel Erfolg.

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  3. Daniel Moos, Gemeinderat FL

    Mit Traglufthallen überdeckte Sportanlagen können die Anforderungen an die Wärmedämmung der Gebäudehülle nicht erfüllt werden. Insbesondere die Überdachung eines Freiluftbads mit einer Traglufthalle führt zu einem sehr hohen Energieverbrauch, der mehr als vier- bis fünfmal höher ist als für ein „normales“ Hallenbad. Da in Kreuzlingen das Hallenbad aufgrund kantonaler Vorgaben im Minergiestandard ausgeführt werden muss, wird der Energieverbrauch für die Traglufthalle wohl eher fünf mal so hoch sein. Die Beurteilung einer Ausnahmebewilligung zur Nichteinhaltung der Wärmedämmanforderungen ist letzendlich eine politische Frage.

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